Gucci Herbst/Winter Kampagne 09/10

An sich bin ich nicht unbedingt Gucci Fan, das sogenannte „Making of“ vom Shooting der aktuellen Kampagne ist jedoch wirklich schön gemacht. Die Botschaft, was hier verkauft werden soll, ist auch klar: Schuhe gehen auch in Krisenzeiten noch am besten. Im Gegensatz zu Haute Macabre würde ich empfehlen das Video unbedingt mit Ton anzusehen.


via Haute Macabre

Am Kohlmarkt herbstelt es schon

Mittagstermine in der Innenstadt sind etwas Feines. Besonders, wenn der Weg am Kohlmarkt vorbeiführt und die ersten Herbstauslagen geprüft werden können.

Wie immer glänzt man hier in kostbarer Lage durch Zurückhaltung beim Einkauf – auf keinen Fall zu wild bitteschön!

Chanel, Kohlmarkt, 1010 Wien

Bei Chanel umrahmen zahlreiche, riesige weiße Kamelien die eher sportlich – soweit halt Highheels als sportlich gelten können – kombinierten Tweedjäckchen.

Viele Accessoires, Cash-Cow der Modekonzerne, sind zu sehen. Schwarz, Weiß, Kamelien und Bubikopf verweisen auf die Wurzeln des Hauses.

Gucci, WienGucci, 1010 Wien, Kohlmarkt

Gucci scheint irgendwie noch immer nach einer passenden Identität zu suchen. Sicherheitshalber beschränkt man sich auch hier auf Nichtfarben in der Auslage.

Gil Couture, Wien, KohlmarktBalmain bei Gil Couture

Gil Couture führt neuerdings Balmain, und hier findet sich immerhin ein Teil mit den prägnanten Schultern im Schaufenster. Schon wieder keine Farbe, spricht man sich hier ab?

Mir wäre ja die Husarenjacke lieber gewesen, aber so ein Stück um knapp 4000 Euro muss sich ja erstmal verkaufen. Ich meine 3998 klingt doch aber wirklich sehr nach, nun ja ihr wisst schon…

Gucci TV-Spot von David Lynch

Für den weltweit ersten Gucci Werbespot hat sich Kreativdirektorin Frida Giannini David Lynch ausgesucht. Der Spot soll Gianninis erstes Parfum für das Haus namens Gucci by Gucci verkaufen und wird auf der Website und im TV gezeigt. Für Lynch ist es bei weitem nicht das erste Parfum-Commercial.


Spannender als den Spot selbst, in dem sich 3 Modells ziemlich künstlich selbstvergessen im Retro-Cocktail-Outfit von – nona – Gucci zu Musik von Blondie bewegen, finde ich eigentlich das Making-of, das es – nona – auch schon im Netz gibt:


Via: 10 Advertising and Marketing Journal

Mann trägt Tasche

Männerhandtaschen bei Bally Wien Bally Männertaschen Stoffvariante bei Turczynski Wien

Der letzte breit angelegte Versuch der Accessoires-Industrie, Handtaschen an den Mann zu bringen, fand wohl in den späten 70-ern statt. Genau – das waren diese Necessaires mit Schlaufe aus Leder, häufig auch aus Kunstleder. Handgelenktasche.de – die Website gibt’s wirklich – präsentiert einige Fotodokumente der Herrenhandtasche.

George, Gina & Lucy Modell bei Salamander

Aber jetzt wird alles anders. Nach Rucksack und Messenger Bag darf der mobile Mann von Welt endlich auch wieder schicke Handtaschen tragen. Und zwar richtig große. Aber Vorsicht, je größer die Tasche, um so mehr packt man auch rein!

Louis Vuitton Gucci Hermes

Window-Shopping: Alles beim Alten am Kohlmarkt

Montag. Erster Tag der Arbeitswoche. Am Mittagstisch reden die Kolleginnen über ihre Fitnessaktivitäten. 1 Monat nichts tun, und man muesse bei allem wieder ganz von vorne anfangen, sagen sie. Mein schlechtes Gewissen klopft an. Ich hab allerdings genug zu tun, das lauter ist, und der Abend ist lau. Das Kontrastprogramm zum schnöden Arbeitswochenbeginntag schaut so aus: Einen guten Grund haben, um in die Innenstadt zu müssen – hier bietet sich der leere Kühlschrank an – kombiniert mit Gehen.

Harmonisch vereinen läßt sich beides am Graben (guter Käse und einige andere Kleinigkeiten von Meinl, Obstabteilung meiden!) und am Kohlmarkt. Der Rundgang mit dem wie immer zu schwer gewordenen Meinl-Sackerl in der einen und der fast gleichgewichtigen Bürotasche in der anderen Hand ist eh schon ein richtiges Fitnesstraining finde ich. Und das ist mir so nebenbei noch aufgefallen:

Lack in der Samstagbeilage der Tageszeitung Kurier

Braver Einsatz von schwarzem Lack bei Armani Wien Überdimensionale Lack-Kamelien in der Chanel Auslage Wien Nochmal die Chanel-Kamelie mit Stepplederstiefeln

Die „Lust auf Lack“ ist sogar dem Kurier nicht verborgen geblieben, und bei Armani gibt’s eine recht brave Variante in der Auslage. Erinnert ein bisschen an die kleinen, schwarzen Dolce & Gabbana Kostümchen der letzten Kollektion. Chanel nebenan klotzt, und zwar mit der Auslagendeko. Riesige schwarze, lackglänzende Kamelien, die Lieblingsblumen von Coco Chanel, spielen erfolgreich Eyecatcher für Gewand, das leider sehr weit weg von den Signature-Teilen der aktuellen Kollektion ist.


Visavis beeindruckt Akris wie stets durch reduzierte und gleichzeitig absolut luxuriöse Eleganz ebenfalls in Schwarz. Hier kommt erstmals auf dem Weg Pelz ins Spiel. Der haarige Rock kostet etwas über € 3000.

Das aktuelle Akris Schaufenster am Kohlmarkt Der einstige “Billigpelz? Opossum in der Gucci Version for men Oma Styling bei Gucci Wien

Ein moderater Preis verglichen mit der groben Opossum-Jacke um € 5890 im 70er-Jahre-Stil bei Gucci. Achja, ich pflege übrigens ständig die Straßenseite zu wechseln, das ist u.a. einer der Gründe, weshalb mein Geliebter da nicht mit will, aber ich schweife ab. Ich frage mich, ob die Opossum-Jagd nun wieder gestattet ist. Aber abgesehen davon, ist das ja wenigstens optisch ein cooles Teil im Vergleich zur Damenauslage, wo ein Oma-Nerz-Schal kombiniert mit Oma-Raubtierprint-Pelz zu sehen sind. Das, wovon Gucci lebt, steht ohnehin daneben: Taschen und Schuhe.

Nachtauslage von Bulgari am Kohlmarkt

Die Schmuckmarke Bulgari auf der anderen Seite der Fußgängerzone investiert offensichtlich ebenfalls ins Accessoires-Business. Die Taschen machen sich als Nachtauslage nicht schlecht, aber Bulgari-Taschen? Ich weiss nicht, das klingt irgendwie nicht richtig. Die interessantesten Lack-Accessoires sind eindeutig die mit Farbverlauf. Und sie kommen am besten von Prada, wenn auch bei Chegini nicht unbedingt die spannensten Modelle zu finden sind.

Pradas einfache Lack-Version bei Chegini

Das Resümee? Die Läden am Kohlmarkt trauten sich noch nie über innovative Mode. So gesehen ist also alles wie gewohnt. Das Publikum, das zum Edelshopping in diese Gegend kommt, will’s vielleicht auch einfach so. Oder doch nicht?