Zalando versucht sich am Apple-Revoluzzer-Image

Zalando1984

Dass Zalando, deutscher Online-Retail-Riese für Bekleidung und Schuhe, sich in der neuen TV-Werbung vom legendären “1984″-Spot von Apple inspirieren ließ, ist natürlich nicht nur mir aufgefallen. Großartigen Leistungen und Vorbildern durch das Zitat eine Referenz zu erweisen, ist sowieso legitim und gehört in der Werbung wie auch in der Kunst zur gut gepflegten Tradition.

Was hier ausgedrückt werden soll, kommt auch wirklich gut und schnell rüber: Zalando wird als Retterin gegen die düster grau-in-graue, modische Gleichschaltung präsentiert, und am Schluss feiern alle ganz erfreut und nunmehr farbenfroh gekleidet die Befreiung.

Auf der Party tanzen dann aber ausschließlich junge, ebenmäßig schöne, langbeinig schlanke, perfekt geschminkte und frisierte, einheitslächelnde, weiße Modells. In letzter Konsequenz kann also auch Zalando das vermeintliche Mode-Diktat nicht ganz unterlaufen…

Regie: Anders Hallberg, Konzeption und Umsetzung: Jung von Matt/Elbe

Bild: Screenshot

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AFA. What else?

AFA Auction 2014

Die Austrian Fashion Association (AFA) richtet heuer zum ersten Mal die Austrian Fashion Awards (ebenfalls AFA) aus.  Neu ist auch das Umfeld: Die offiziellen österreichischen Modepreise werden nämlich erstmals im Rahmen der MQ Vienna Fashion Week, und zwar am 9. September vergeben.

Auch für die Inszenierung wartet die AFA mit einer Novität auf: Wally Sallner, vielen wohl noch ein Begriff als Hälfte des Modelabels fabrics interseason, hat sich nämlich ein besonderes Präsentationskonzept einfallen lassen. In der performativen Austrian Fashion Auction (AFA, what else) können nämlich Modebegeisterte ausgewählte Kreationen direkt vom Laufsteg ersteigern.

Alles beim Alten heißt es lediglich für die Preise. Der Modepreis der Stadt Wien ist nach wie vor mit 10.000 Euro und der Modepreis des Bundeskanzleramts Österreich, Kunstsektion (vormals BMUKK) mit 13.200 Euro innerhalb Europas bzw. 18.000 Euro außerhalb Europas dotiert. Der Preis des Bundes ist an ein einjähriges Arbeitsstipendium gebunden.

Unter den Nominierten findet sich schließlich eine feine Mischung schon bekannter aber auch neuerer Namen.

Finalistinnen Modepreis der Stadt Wien:

Finalist_innen Modepreis des Bundeskanzleramtes:

AFA Jury:

  • Laura Saglio, Buyer, concept-store Tom Greyhound, Paris
  • Muriel Piaser, International Fashion Consulting & Global Fashion Developer, Paris
  • Nicolas Andreas Taralis, Designer, Paris

AFA Austrian Fashion Awards 2014
MQ VIENNA FASHION WEEK.14
Museumsplatz 1, A-1070 Wien
Fashion-Zelt auf dem Vorplatz des MQ Wien
Dienstag, 09. September 2014
Einlass: 19 Uhr, Beginn: 20 Uhr

 

 

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Show Angewandte 14: Bekleidungskonzepte für die Welt der Postdemokratie

Anti Bad Vibe Shield

Vergangenen Dienstag fand die heurige Abschluss-Show der Modeklasse an der Universität für angewandte Kunst Wien statt. Die Ära Bernhard Willhelm, in der 2010 buchstäblich mit Pauken und Trompeten das erste Jahr abgefeiert wurde, ging mit einem geradlinigen, unspektakulären Showkonzept zu Ende. Musste es zur Begrüßung noch Schönbrunn, Pomp und Blasmusik sein, genügte am Ende ein schlichter, doch roter Teppich im Industriedenkmal Rinderhalle St. Marx.

Am Programm standen wieder thematische Studien des ersten Jahrganges: Red Dress (name says it all), Scribbling (Arbeiten mit auf die Stoffe aufgebrachten Schriften), Greek (Drapierungen), Stoned (Digitalprints) im Wechsel mit kleineren Kollektionen des zweiten und dritten Jahrgangs. Schluss und Höhepunkt bestritten fünf AbsolventInnen mit ihren 10-12 Silhouetten umfassenden Diplomkollektionen.

Etliche Anwesende in meiner Umgebung waren enttäuscht. Man kann sich natürlich mehr erwarten. Immer. Grundsätzlich. Legitimer Weise. Aber wie Der Standard die Arbeiten der Studierenden der Modeklasse ins Lächerliche gezogen hat, ist grottenschlechter Boulevard, nicht mal lustig, schon gar kein Qualitätsjournalismus und leider sehr österreichisch. Wie übrigens auch die Kommentare. Von Kasperliaden ist da die Rede und von Mode, die doch bitte endlich tragbar sein sollte. Anderen dagegen war wieder zu Vieles zu angepasst.

Ich denke die Show hat recht gut Willhelms augenfälligste Qualität widergespiegelt: Sie hat polarisiert. Und das ist doch eigentlich recht okay. Sie vermittelte ein breites Spektrum dessen, was derzeit möglich ist: Bekleidungskonzepte für die Welt der Postdemokratie. Da gibt es Mode, die sich absolut zurücknimmt und beinahe verschwindet, etwa bei Marius Gamser und Marcus Karkhof oder allerlei Spielarten von Preppy Look Versatzstücken. Aber auch lautere Anspielungen an das digitale Leben bei Ronja Stahl sowie ganz viel Utility (etwa Christoph Tsetinis) für die immer noch aktuellen urbanen Nomaden, kraftvolles Zähnezeigen bei Agnes Varnai und starke Sportmotive wie etwa bei Ken Kumagai, der sogar für seine Knebelverschlüsse kleine Baseball-Schläger einsetzt.

Die diesjährigen Preise gingen an Lila John (Fred Adlmüller Stipendium), Agnes Varnai (Swarovski-Elements-Award und Rondo-Vöslauer-Modepreis) und Simon Grundtner (Preis Indie-Magazine).

Agnes Varnai: Power Ayo Motunrayo Olaogun: Counter Clockwise Greek Haruko Uefuji: raramuri Jackie Whajung Lee: Collection Jackie Lee 20OK Ken Kumagai: Three Out Change Lila_John_TheFutureAlwaysComesTooFastAndInTheWrongOrder Marcus_Karkhof_PreFallSpring2014 Mario_Gamser_2msandlightsareblindingmyeyes Raphael_Caric_KetschAndYawl red_dress Ronja_Stahl_Subscribe_Here Takahiro_Ueno_Solid_State Yuhei_Mukai

Die Bilder zeigen das zwischendurch immer wieder Mal eingesetzte Anti Bad Vibe Shield und folgende Outfits (von oben nach unten):

  • Agnes Varnai: Power
  • Ayo Motunrayo Olaogun:  Counter Clockwise
  • Arbeit zum Thema “Greek”, 1. Jahrgang
  • Haruko Uefuji: rarámuri
  • Jackie Whajung Lee: Collection © Jackie Lee, 20OK
  • Ken Kumagai: Three Out Change
  • Lila John: The future always comes too fast and in the wrong order
  • Marcus Karkhof: Pre Fall/Spring 2014
  • Mario Gamser: 2 m/s and lights are blinding my eyes
  • Raphael Caric: Ketsch & Yawl
  • Arbeit zum Thema “Red Dress”, 1. Jahrgang
  • Ronja Stahl: Subscribe Here
  • Takahiro Ueno: Solid State
  • Yuhei Mukai: (Der Kollektionstitel besteht aus den Symbolen für Mann und Frau mit 3 Herzen dazwischen und lässt sich leider als Text hier so nicht umsetzen)

Fotos: Tschilp.com

 

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Letzte Show

Letzte Show, 13. Juni 2014, Grelle Forelle

Letzte Show, 13. Juni 2014, Grelle Forelle

Ein bisschen eine Zäsur ist das heuer schon für die akademische Modeausbildung in Österreich. Kündigt sich doch nicht nur auf der Angewandten Veränderung an (auch wenn Bernhard Wilhelms Nachfolger noch nicht genannt wurde).

Die Letzte Show zeigen gar die Studierenden des Bachelor-Studiums Mode, der auslaufenden Kooperation zwischen der Universität für künstlerische und industrielle Gestaltung Linz mit  der Modeschule der Stadt Wien, am Freitag, den 13. Juni. Ein Schwarzer Freitag? Rektor Univ. Prof. Dr. Reinhard Kannonier dazu:

Die Abschluss-Show der Mode an der Kunstuni Linz gehört zu den absoluten Highlights des Studienjahres. Sie findet heuer zum letzten Mal in Wien statt – aber gewiß nicht zum letzten Mal. Spannende Zukunftspläne harren der Realisierung: the Show must go on!

Quelle: Presseaussendung

Übrigens finde ich ja, dass die Linzer Tabakfabrik eine sehr lässige Location dafür wäre, und bitte mit Livestream, damit dann schön verglichen werden kann!

Letzte Show 2014
Modeschau der Universität für künstlerische und industrielle Gestaltung Linz  in Kooperation mit  der Modeschule der Stadt Wien
13. Juni 2014, 19 Uhr und 20:30 Uhr
Grelle Forelle, Spittelauer Lände 12, 1090 Wien

Inszenierung: Jakob Lena Knebl, Barbara Rüdiger
Styling, Hair & Make Up: Adia Trischler, David Rinner, Wolfgang Lindenhofer
Fotos: Elfie Semotan
Künstlerische Leitung: Ute Ploier

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