Jeans, Jeans, Jeans

Inked, Bauernmarkt 15, 1010 Wien Inked

Während in den USA die Preise für Premium Jeans – bisher um die umgerechnet rund 200 Euro – mal zackig um 100 Dollar auf 135 Euro runtergesetzt werden, hinken wir hier anscheinend wiedermal nach.

Wiener Newcomer Boutiquen wie Dressroom oder Inked (übrigens an der früheren Song Location am Bauernmarkt) setzen nach wie vor auf den um 2005 entstandenen Hype um das hochpreisige Denim made in USA.

Dressroom, Petersplatz 11, 1010 Wien

Von einer Marktkorrektur ist hier noch nichts zu spüren. Vielleicht liegt es daran, dass wir in Wien keine großen Luxuskaufhäuser wie Galeries Lafayette, Barneys oder Harvey Nichols haben und uns deswegen leicht der nostalgischen Illusion hingeben können, dass in kleinen Boutiquen noch sogenannte „Einzelstücke“ zu finden sind?

Fotos: Tschilp.com, Dressroom

Acne Online Sale

Acne Online Sale

Nur rund ein Jahr existierte das schöne  Acne Studio von und neben der Avantgarde Boutique Song. Seit März gehört es der Vergangenheit an. Aber die Trauer muss ja irgendwann ein Ende haben. Und das fällt jetzt leichter, denn seit heute ist bei Acne – wenn auch etwas unübersichtlich aber doch – Online Sale angesagt.

Acne & Lanvin Onlineshop

Acne launcht noch schnell vor Weihnachten den virtuellen „Campaignshop“ für die Acne & Lanvin Kollektion, deren Ankunft in den real life Stores gleichzeitig verkündet wird.  Ein ziemlich husch, pfusch – wie man auf gut österreichisch sagt – gemachter Emailnewsletter dieses Inhalts landete heute in meiner Inbox (siehe Screenshot).

Wer jetzt aber meint, er oder sie kann sich oder lieben anderen da noch zu Weihnachten eine Freude machen, wird gleich mal enttäuscht. Die meisten Modelle kann man lediglich vorbestellen, die Lieferung wird mit Jänner recht vage angegeben. Verschickt wird immerhin international.

Die Produktfotos lassen sich zwar gut vergrößern, Rückenansichten bleiben allerdings ein Geheimnis (beim klassischen Acne Onlineshop hat man das immerhin schon geschafft). Farben weichen in den verschiedenen Darstellungen innerhalb einer Seite (!) stark voneinander ab. Rückgabe innerhalb 14 Tagen via UPS ist ok, allerdings auf eigene Kosten, was ich nicht ok finde, und bei richtig gut gemachten Onlineshops wie etwa Net-A-Porter selbstverständlich gratis ist.

Die Kollektion selbst halte ich für überschätzt, überteuert – edler japanischer Denim hin oder her – aber wohl und vor allem tragbar und vermarktbar. Mit Versatzstücken wie kleinen Hemdkragen bei den Herren oder betonter Taille in Kombination mit Halbkreisrock bei den Damen wirft Alber Elbaz mit seiner 80er-Jahr-Brille einen Blick auf die 50er.

Kooperationen dieser Art sind als Werbekonzept – siehe H&M, Mango, Topshop, etc. gerade der absolute Renner. Und das passt doch perfekt zu einem aus einer Werbeagentur heraus entstanden Unternehmen.

Mann-oh-Mann

Alexander hat mich mit dem Kommentar zu meinen „Hosen mit Geschichte“ dazu gebracht, hier wieder mal meine Verwunderung auszudrücken: Männer und Mode, das ist etwas, was oft nicht gut zusammenfindet. Ich verstehe also die Männer nicht.

In den ersten sechs Monaten Liebestaumel ist die Kleiderfrage noch nicht wirklich relevant geworden. Trafen mein (Lauf)Freund und ich doch nur im Trainingsgewand, Hauskleid oder Pyjama aufeinander. Heute allerdings, spüre ich Erleichterung darüber, dass er auch angezogen sehr gut aussehen kann. Und immer noch, halte ich ihn im Anzug nicht gut aus. Was ich noch weniger aushalte ist, dass der Mann mit zwei Anzügen und zwei Paar Schuhen im Berufsleben sein Auslangen findet.

Ich weiß, das ist ein alter Hut! Auch mein Ex hat erst Neues akzeptiert, wenn das Bewährte bereits definitiv in Auflösung begriffen war. Ich erinnere mich gut daran, wie ich oft ratlos und mit durchlöcherter Unterhose bewaffnet bei H & M herum irrte und Bundweiten verglich! Dagegen hat der Sportsfreund mehrere Dutzend Unterhosen und mindestens dreißig Shirts vorzuweisen. Von Hemden, Socken, Krawatten und Schuhwerk will ich gar nicht reden. Alles exklusive Marken, angefangen mit Hugo Boss bis D & G etc. Nur heutzutage, wo er an mich gekommen ist, übt er sich in Konsumverweigerung. Nicht einmal für den Job will er investieren…

Und weil das Gegenüber und ich uneinig sind, wer von uns schlank(er) sei, habe ich ihn gestern gezwungen, sich in meine engste Röhrenjeans zu zwängen. Leider ist es ihm, trotzdem er zwanzig (!) Kilo mehr auf die Waage bringt, gelungen. Und ich will euch sagen – er hat wirklich sexy ausgesehen! Wir Frauen haben’s doch auch sehr gern, wenn ein Mann herzeigt, was er hat! Überhaupt, warum sollen immer nur wir weibliche Wesen als Sexsymbol herhalten und uns demgemäß stylen? Mein alter Freund, seines Zeichens Ungar und Philosoph, hat mal gesagt: Eine Frau in Stöckelschuhen, ist für einen Mann ein Sonnenstrahl im Nebel. Also, wo sind unsere Sonnenstrahlen, wenn es schon um fünfzehn Uhr dunkel wird? Männer traut euch! Mut zur Mode!