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Michaela tschilpt

Wien ist (k)eine Modestadt! Zur Relevanz des Begriffs “Modestadt”

2. März 2010 01:04, by Michaela

Unter dem Titel “Wien ist (k)eine Modestadt!” fand letzten Mittwoch eine Diskussionsveranstaltung im Wiener Westlicht statt. Bubble-Methode nannte Cloed Baumgartner das Prozedere, bei dem sich elf ExpertInnen an Stehtischen für Gespräche in wechselnden Kleingruppen zur Verfügung stellten.

In einer kurzen Vorstellungsrunde versuchten Nicola Eller, Elisabeth Noever-Ginthör, Peter Holzinger, Claudia Hubmann, Jasmin Ladenhaufen, Claudia Rosa Lukas, Klaus Mühlbauer, Olga Okunev, Katharina Schinner, Ulrike Weiser und meine Wenigkeit jeweils eine Art Eingangs-Statement darzulegen. Womit das umfassende Thema natürlich nur sehr am Rande angeschnitten werden konnte. Gerade deswegen hätte es sich mehr als einen vor allem Networking lastigen Event verdient. Aber vielleicht kommt das ja noch.

Spass gemacht hat es allemal, mich mit vielen bekannten und neuen Gesichtern über Mode im Onlinekontext und auch sonst alles Mögliche und Unmögliche auszutauschen. Und da ich von einigen darauf angesprochen wurde, hier nochmals mein Statement zum Thema “Wien ist (k)eine Modestadt” zum Nachlesen und vielleicht auch Weiterdiskutieren:

Vor allem internationale Fashionlabels besetzen derzeit – im Vergleich zu anderen Branchen ohnehin recht spät – Räume, die nicht geografisch fixiert sind. Mode findet längst online statt: live übertragen und prompt in allen möglichen Formaten vervielfacht, kommentiert, getwittert, gepostet mitsamt Backstagefotos wo früher nicht einmal mit dem Zeichenblock hantiert werden durfte.

Zeitweise über 40 Tweets pro Sekunde begleiteten die letzte New York Fashion Week (Hashtag #NYFW). Sie kamen von einer bunten Mischung aus Fachleuten ebenso wie von “bloß” Interessierten. Robert Duffy, Freund und Geschäftspartner von Marc Jacobs (sein Twitter-Account wurde inzwischen, bereinigt von ein paar, dem Image des Brands wohl nicht so ganz zuträglichen Postings umbenannt) stellte höchstpersönlich schon vor der Show backstage fotografierte Looks online und meinte dazu bloß lakonisch: “I’m not leaking anything that hasn’t been leaked already!

Die London Fashion Week integrierte sowohl on-demand Video wie auch Livestreams in ihren exzellent umgesetzten Webauftritt. Vollbildmodus, Facebook- und Twitterintegration inklusive. Besonders clever gemacht fand ich die Verknüpfung von real live und online Ereignis bei Burberry Prorsum.

Die mit Frontrow-VIPs gespickte Show wurde nämlich erstmals in 3D übertragen. Wieso 3D? Nun, die mit den entsprechenden Brillen ausgestatteten Gäste der zeitgleich in Paris, New York, Dubai, Tokyo and Los Angeles veranstalteten Viewing-Events wissen es bestimmt! Sowohl für die Blogosphere als auch klassische Medien aller Art konnte damit eine Schlagzeile von enormem Newswert geboten werden, und allen anderen Zielgrupppen signalisierte die eben auch durch den Kinoblockbuster Avatar stark präsente 3D-Technik Innovationsgeist. Auch in 2D.

Geschätzte 100 Millionen ZuseherInnen sollen auf über 70 Websites, darunter Sky News, CNN, The Times – alle auch iPhone tauglich! – live erreicht worden sein. Vor diesem Hintergrund relativiert sich aus meiner Sicht die Frage nach der Modestadt.

Nachberichte zur Veranstaltung “Wien ist (k)eine Modestadt!” gibt es z.B. bei

Michaela tschilpt

Bruno Pieters verlässt Hugo Boss

30. November 2009 12:08, by Michaela

Hugo Damenkollektion Herbst/Winter 2009, Screenshot Website Hugo Boss

Brauchbare Business Mode für Frauen, die sich nicht mit dem madamig tussigen Kunstseidenrüschenblusenlook à la Zara und Mango abspeisen lassen wollen. Dachte ich grade noch. Und schon ist’s wieder vorbei damit.

Bruno Pieters verlässt nämlich laut Stephan Hilpold nach knapp zwei Jahren Hugo Boss, wo er für die Linie Hugo verantwortlich zeichnete.

Verantwortlich dafür dürfte der mäßige Erfolg von Pieters Damenkollektionen gewesen sein. Zu unweiblich war das Verdikt, zu fern vom durchschnittlichen Geschmack der Hugo-Kundin.

so Hilpold. Gut möglich. Vielleicht hätte man aber mit einer entsprechenden Kommunikationsstrategie damit auch neue Zielgruppen ansprechen können. Immerhin ist es auffällig, dass sich online zwar massenhaft Bilder und Berichte über die Männerkollektionen finden, aber nur sehr wenig über die Damenlinie. Schade.

Aber ein, zwei Anwärterinnen für die Nachfolge wüsste ich schon, Hugo Boss könnte ja mal rübergucken zu uns…

Michaela tschilpt

Margiela ohne Margiela

30. Oktober 2009 14:06, by Michaela

Maison Martin Margiela Ritzung, Bild: Agenda Inc.

Lucian James, Branding Consultant und Gründer der Agentur Agenda Inc. hat für The Business of Fashion eine ausgezeichnete Analyse über die Entwicklung des Hauses Margiela seit der Übernahme durch die Diesel Gruppe, den Ausstieg des “unsichtbaren” Designers Martin Margiela im heurigen Frühjahr und die damit verbundenen Probleme in der Positionierung des Luxus-Brands verfasst. Absolut lesenwert!

Bild Agenda Inc. via BOF

Michaela tschilpt

Preview Spring/Summer 2010: Balmain

2. Oktober 2009 11:03, by Michaela

Gestern nachmittag fand im Pariser Intercontinental Paris Le Grand Hotel die Balmain Show für Frühjahr/Sommer 2010 statt, und schon gibt’s die ersten Videos. Und zwar nicht nur auf Youtube, sondern auch auf der offiziellen Balmain Website:

Womens Wear Daily assoziiert mit der militärisch inspirierten, aber wie gewohnt  glamourösen Endzeitstimmungs-Kollektion sehr treffend Joan of Arc at the disco or Tina Turner in “Mad Max Beyond Thunderdome”.

Irgendwie sieht es für mich noch immer sehr nach Achtziger aus, aber Christophe Decarnin hat Balmain tatsächlich wieder ein bisschen neu erfunden – muss er natürlich auch, um den Brand in der obersten Preisliga zu halten. Ich würde viele Teile sofort anziehen. Theoretisch.

Michaela tschilpt

Tom Ford macht wieder Damenmode

23. September 2009 16:37, by Michaela

Bild: Screenshot Tom Ford Website

Der Mann hat eine so starke Erfolgsstory, dass einem fast schwindelig wird. Und jetzt sucht Tom Ford angeblich nach Investoren für eine Damenmodenlinie.

Mich wundert nur, dass anscheinend die Sperrfrist, seinen Namen für die Vermarktung von Damenmode verwenden zu dürfen, schon abgelaufen ist.