Aufnahmsprüfung / Entrance Exam Modeklasse / Fashion Department Bernhard Willhelm

Seit letztem Jahr findet die Aufnahmsprüfung für die Modeklasse an der Angewandten nicht mehr im Herbst sondern bereits im Februar statt!


Entrance Exam for 2013/14 Modeklasse / Fashion Department

Universität für Angewandte Kunst Wien
University of Applied Arts Vienna

Portfolio consultancy talks:
November 29 – 30, 2012, 10 am – 4 pm, in the office
Submission of the Portfolio:
February 25 – 26, 2013
Exam:
February 27 – March 1, 2013

 

Austrian Fashion Council

Während sich die deutschen Modemagazine großer Verlagshäuser gerade im Promotionreigen um die Fashionweek Berlin drehen, schwärmt ausgerechnet Achtung – „gedruckt in Berlin“ – in der aktuellen Ausgabe (23/2012) für Wien. Seine Herrenschneidertradition, die im 19. Jahrhundert von Knize begründet, über Niedersüß senior und junior ihren Weg zu Helmut Lang fand. Oder den Avantgardisten Carol Christian Poell, dessen Männermode man übrigens am besten wiederum in Berlin studieren kann. Da hängen die exeptionellen Teile nämlich meterweise bei Darklands, einem auch sonst recht sehenswerten Ort.

Berlin und Wien gelten als verwandte Seelen, dennoch staunte ich nicht schlecht, als ich im selben Heft auf Seite 10 unter dem Titel „Berlin Fashion Council“ einen Text fand, bei dem mir so Vieles bekannt vorkam. Es geht dabei um die Lage Berlins als Modestadt. Tausche den Namen Berlin mit Wien und du hast recht treffende Aussagen über die hiesige Situation. Da heißt es etwa:

Die Verantwortlichen […] verkennen dabei die Möglichkeiten, die eine gemeinsame, professionelle Organisation der […] Interessen der Designer und Messen in Berlin [Wien] bieten würde.

Und am Beispiel des 1983 gegründeten, äusserst erfolgreichen British Fashion Council:

Die [London] Fashion Week musste sich [vorher] nach den Terminen von Mailand und Paris richten (gut, selbst das hat man in Berlin bisher gekonnt ignoriert)

Es darf gelacht werden, im Ignorieren sind wir da mindestens genauso gut, doch es gibt der Parallelen noch mehr:

Die Messen wurden von Unternehmen organisiert, die sich gegenseitig Konkurrenz machten und ihre eigenen Interessen statt eine gemeinsame Entwicklung des Standortes verfolgten.

Zugegeben, wir wären heilfroh, wenn wir auch nur eine einzige, annähernd so professionelle Fachmesse wie eine Bread and Butter oder Premium hätten, derentwegen sich für den Einkauf Verantwortliche und Presse ins Flugzeug setzen. Aber im Kleinen stimmt’s überein. Es gab Zeiten, wo im selben Jahr am selben Ort eine Shopzone [Unit F im Rahmen der damaligen Austrian Fashion Week, später Festival for Fashion and Photography] und der Modepalast als Gegenbewegung stattfanden. Und auch die noch relativ junge MQ Vienna Fashion Week meint nicht ohne einen Modedesign-Markt auskommen zu können, der sich von Inhalt und Inszenierung her recht wenig von Modepalast oder auch Blickfang unterscheidet.

Umgekehrt staunen Berliner Labels oft über die österreichische Modeförderung. Stimmt, es gibt Geld sowohl im Bereich der Kunst- und Kultursubvention als auch verschiedene Wirtschaftsförderungsprogramme. Und trotzdem wird österreichische Mode in der Öffentlichkeit selten als ernst zu nehmendes Kulturgut präsentiert denn als unterhaltendes und schmückendes Spektakel.

In Berlin [Wien] bleibt Mode […] weiter ein hübsches Aushängeschild des Stadtmarketings.

Well said. Aber bald gibt es ja eine Chance etwas anders zu machen: Unit F hat sich zu Weihnachten entschlossen ab 2014 die Durchführung der Modeförderung von Stadt und BMUKK zurückzulegen. Damit werden knapp 300.000 Euro Jahresbudget frei für einen neuen Ansatz. Nicht allzuviel, aber warum nicht versuchen, daraus mehr zu machen und zum Beispiel einen

starken Interessensverband nach amerikanischem oder britischem Vorbild [zu gründen,] in dem, zugegebenermaßen kühn gedacht, wie beim CFDA [Council of Fashion Designers of America] mit Diane von Fürstenberg

ein Helmut Lang als Präsident sitzt? Es müsste schon jemand von diesem Kaliber sein, um einer zentralen Organisation im In- und Ausland  entsprechend Gewicht zu verleihen und die wichtigsten EntscheidungsträgerInnen zu koordinieren. Erklärtes Ziel sollte dabei endlich sein nachhaltig wirksame Strukturen aufzubauen, die Modelabels auch Wachstums-Perspektiven eröffnen, die über EPU-Dimensionen hinausgehen.

Die Einladung zur Konzepteinreichung ist laut Presseaussendung ab 4. Februar 2013 auf den Homepages von BMUKK  und Stadt Wien abrufbar.

Bild: Wien Tourismus Inserat, in: 8 magazine (Hrsg: Unit F, 2008), Testimonials: Helga Schania und Herman Fankhauser (Wendy & Jim), Fotocredit nicht angegeben

Zitate aus: „Berlin Fashion Council“, in: Achtung. Zeitschrift für Mode, Nr. 23, Berlin 2012 

 

Photoinstallation: Nachbarin by Michael Dürr

Guerilla Gumpendorf presents:
Photoinstallation by Michael Dürr feat. Nachbarin (European Fashion Design)
Saint Charles Apothecary
Gumpendorferstrasse 30 , 1060 Vienna
6. und 7. Dezember 2012

Fotos: Michael Dürr, Assistenz : Christina Leurer, Out-fits: Nachbarin, Styling: Josefine B., Make up & Hair: Shlomit Migay, Model: Gesche T./Look Models