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Michaela tschilpt

8 Fragen an Kathi Macheiner / SIXXA

20. April 2008 23:42, by Michaela

Die Grafikerin und Snowboarderin Kathi Macheiner produziert schon seit 2004 unter dem Label sixxa Streetwear for girls. Diese Woche eröffnet sie im 7. Bezirk unter dem Motto “Everyone else opens big Flagship Stores, we open a little Dinghy” ihren Sixxa Dinghy Store. Ich freue mich sehr, dass sie auch noch Zeit für ein Email-Interview gefunden hat:

Wer ist sixxa?

sixxa ist ein Streetwearlabel für Tomboys - Mädels und Frauen, die nicht dem gängigen Frauenklischee entsprechen. 2004 von Kathi Macheiner gegründet und mit einem Schwerpunkt auf Illustration und alltagstauglichen Schnitten. Der Background als Snowboarderin läßt sich ebenso wenig verleugnen, wie mein Character-Fetish.

Wo kommst du her?

Ich bin ursprünglich aus Wien, habe lange in Altenmarkt/Pongau gewohnt und gearbeitet und wechsle jetzt zwischen beiden Orten. Im Moment bin ich mehr in Wien.

Wo möchtest du hin?

Die sixxa Range soll in den nächsten Jahren erweitert werden, es sollen Produkte designed werden, die viele verschiedene Lebensbereiche abdecken (z. B. Wohnaccessoires). Zur Zeit suchen wir nach Vertriebspartnern im Ausland, um den Schritt vom nationalen Label zur internationalen Brand zu schaffen.
Arbeits- und Lebenszentrum ist und bleibt aber Wien und Altenmarkt. Im April starten wir unseren ersten “Sixxa Dinghy Store” in der Kirchgasse in Wien und nächstes Jahr beziehen wir unser neues Headquarter im 14. Bezirk.

Was unterscheidet sixxa von anderen Labels?

sixxa ist ein Mix aus Streetwear, Fashion und Sportswear und arbeitet im Gegensatz zu anderen Labels mit detailreichen Graphics.

Wie finanzierst du dein Label, kannst du dir z. B. internationale Präsentationen leisten?

Zur Zeit geht jeder private Cent in die Firma, außerdem war ein guter Businessplan nötig, um meine Bank zu überzeugen. Meine Familie unterstützt mich teilweise finanziell, was aber viel wichtiger ist, sie helfen immer wieder bei Vorbereitungen und Produktion.

Internationale Messen und Auftritte sind für ein kleines Label schwierig und kaum zu finanzieren. Dank der verschiedenen Awards für Jungdesigner konnte ich z. B. auf der ISPO München ausstellen. Ich hoffe in den nächsten Jahren auch an anderen internationalen Messen (Bread & Butter, The Park, etc.) teilnehmen zu können.

Wie siehst du die österreichische Modeförderung?

departure ist eine gute Plattform/Förderung für die Kreativwirtschaft in Wien. Durch die departure Pioneer Förderung kann ich Beratungsleistungen in Anspruch nehmen und kleinere Projekte (Website, Markenschutz, u. a.) finanzieren.

Was fällt dir zu “Mode in Wien” ein?

Ich wünsche mir in Zukunft noch mehr Aufmerksamkeit der Medien und Bevölkerung. Es gibt mittlerweile viele gute Designer und Labels in Wien, die breite Öffentlichkeit weiß darüber aber kaum Bescheid. Veranstaltungen wie der Modepalast helfen und sind eine gute Plattform. Jede zusätzliche Aktivität, jede weitere Information über Modelabels in Wien ist sinnvoll.

Was sollte sonst noch unbedingt über sixxa gesagt werden?

Für mich ist sixxa weit mehr als ein Label. Es ist ein persönlicher Spielplatz, den ich gerne mit anderen benutze. Daher arbeite ich auch ständig an der Erweiterung meines Netzwerkes und freue mich über Kooperationen mit anderen Designern, Brands oder Künstlerkollektiven.

Danke an: Eva, Lilo, Maria, Luisa und Stefan

Dieser Beitrag ist Teil einer Serie von Emailinterviews mit österreichischen Designerinnen und Designern.

SIXXA DINGHY STORE
Kircheng. 40, 1070 Wien
Do-Fr: 11:00 - 19:00
Sa: 10:00 - 18:00

Eröffnungstage mit speziellen Angeboten am Donnerstag, 24. 4. & Freitag, 25. 4. 11-19 Uhr, Samstag, 26. 4. 11-18 Uhr (danach Party im Shultz)

Michaela tschilpt

Diesmal im Interview: Das österreichische Label dopplermichlmayr

30. Januar 2008 18:23, by Michaela

“Siehst du?” Das bezieht sich auf klassische Seh- und Tintenkleckstests. Und ist ebenfalls Titel der Kollektion, mit der mir das Designduo das erste Mal bei den ModeQuartierShows im Herbst 2006 aufgefallen ist.

dopplermichlmayr, Kollektion “Siehst du?”, 2006, Foto: Höllersberger

Wer ist dopplermichlmayr?

Maria Michlmayr und Petra Doppler

Wo kommt ihr her?

Aus Oberösterreich und Tirol

Wo möchtet ihr hin?

Unsere Basis soll Wien bleiben, mit vielen Ausflügen in andere Weltgegenden.

Was unterscheidet dopplermichlmayr von anderen Labels?

Ein Label entwickelt durch die dahinter stehenden Personen seinen Charakter. Kreative Zusammenarbeit von d & m sieht eben so aus.

Wie finanziert ihr euer Label, leistet ihr euch z.B. auch internationale Präsentationen?

Wir arbeiten seit jeher mehrgleisig - z.B. mit Entwurf und Herstellung von Theaterkostümen. Was den Vorteil hat, dass finanzielle Schwankungen ausgeglichen werden. Natürlich werden aber auch Zeit und Energie von der Arbeit an unserem Label abgezogen. Deshalb waren wir bereits in internationalen Shops vertreten, haben aber selbst noch keine internationalen Präsentationen gemacht.

Wie seht ihr die österreichische Modeförderung?

Prinzipiell ist es gut, dass es sie gibt. Unit-f hat gute Öffentlichkeitsarbeit geleistet. Wie Fördergelder vergeben werden, an wen und in welcher Höhe wird immer Gegenstand von Diskussionen sein. Da haben wir halt einen anderen Blickwinkel darauf als die Fördergeber.

Was fällt euch zu “Mode in Wien” ein?

In den letzten Jahren sind viele Labels und Shops entstanden. Hoffentlich hat sich auch die Kauflust der Wiener in ähnlicher Weise vervielfacht.

dopplermichlmayr, “Stadtpflanzen”, Foto: Michael Peleschka dopplermichlmayr, “gold”, Foto: Verena Schäffer

Die Bilder zeigen einen Querschnitt durch die letzten Jahre. Fotos: Höllersberger, Michael Peleschka, Verena Schäffer.
dopplermichlmayr ist in Wien bei artup erhältlich.

Dieser Beitrag ist Teil einer Serie von Emailinterviews mit österreichischen Designerinnen und Designern.

Michaela tschilpt

Interview & Vorschau Frühjahr/Sommer 08: rosa mosa

20. Dezember 2007 17:36, by Michaela

rosa mosa: Modell Lisa Grigio, SS08, Foto: Martin Stoebich, Styling: Yohei Yoshida

Eben habe ich meine rosa mosa Sommerschuhe angezogen. Nein, die sind noch nicht aus der neuen Kollektion. Aber ich halte das Tragegefühl einfach für passend und wichtig: die verschiedenen Lederarten, die Kombination aus weich, samtig, hart, biegsam, glatt, der Geruch…

rosa mosa: Modell Sasha Sale, SS08, Foto: Martin Stoebich, Styling: Yohei Yoshida

Wer ist rosa mosa?

Simone Springers und Yuzi Mizobuchis Label für Footwear + Accessores, fortlaufende Kollektionen von Schuhen in Kleinserien.

Wo kommt ihr her?

Salzburg/Kyoto

Wo möchtet ihr hin?

We want rosa mosa worldwide with a Vienna Headquarter.

Was unterscheidet rosa mosa von anderen Labels?

Individualität, Humanität und Klasse

Wie finanziert ihr euer Label und wie kann man sich z.B. eine Präsentation während der internationalen Fashion Weeks leisten?

Durch totale Investition der Ausschüttung aus dem Verkauf der Vorkollektion und durch Förderung (departure), durch ein Netzwerk von Fotografen, Stylisten, Assistenten, die teilweise auch auf der Basis des Naturalienaustauschs arbeiten - vielen Dank!

Wie seht ihr die österreichische Modeförderung?

Als eine sich langsam entwickelnde; gefördert wird momentan auf verschiedenen Ebenen mit sehr unterschiedlichem Target. Internationalität hat Priorität - ein scheinbar nicht abzulegender Komplex dieser Nation?

Was fällt euch zu “Mode in Wien” ein?

Einstecktücher und Fuchspelzkrägen, young designers, Helmut, that´s it.

rosa mosa: Modell Tina Giallo, SS08, Foto: Martin Stoebich, Styling: Yohei Yoshida

Die Bilder zeigen Modelle der neuen Frühjahr/Sommer Kollektion 2008. Fotos: Martin Stöbich, Styling: Yohei Yoshida

rosa mosa ist in Wien erhältlich bei:
Nachbarin
shu!
modus vivendi

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Michaela tschilpt

Flor de Illusion: Interview mit Wolfgang Langeder

10. Dezember 2007 18:24, by Michaela

An der schönen Adresse Wiesenweg 5, etwas ausserhalb von Linz, ist der Sitz von Flor de Illusion. Hier entsteht Mode, die das Treiben der Großstadt als Inspiration nicht braucht.

Flor de Illusion, Spring Summer 2008 Kollektion “Travail”, Foto: Elisabeth Grebe

Wer ist Flor de Illusion?

Ich bin Wolfgang Langeder, geboren 1971 in Linz, neben und nach dem Geschichtestudium in Wien “klassische” Ausbildung in Sachen Schneiderkunst, Assistenz bei Edwina Hörl, seit 2001 eigenes Label Flor de Illusion, 2004 Debut in Paris.

Wo kommen Sie her?

Aus der europäischen Kleidertradition und ihren konkreten Vorstellungen von Kleid-Körpern.

Wo möchten Sie hin?

Zu einer nicht-gegenwärtigen, abgehobenen, eigen-förmigen Kleider-Welt, die Menschen anregt.

Wie finanzieren Sie Ihr Label und wie kann man sich z.B. eine Präsentation im Rahmen der Pariser Fashion Week leisten?

Flor de Illusion finanziert sich durch eigene Einkünfte und Sponsorenmittel bzw. Fördermittel österreichischer Unternehmen und der öffentlichen Hand.

Wie sehen Sie die österreichische Modeförderung?

Reformbedürftig - gut wäre es, auf bestehende Erfahrungswerte von Designern zurückzugreifen und davon ausgehend effiziente Förderkonzepte zu entwickeln. Ich halte zwischengeschaltete Strukturen für unnötig, Geld sollte in eine Verbesserung der Ausbildung (um die notwendigen professionellen Grundlagen zu schaffen), in Stipendien (die stellen Verbindungen zum internationalen Mode-Netzwerk her und stärken rückwirkend die Szene vor Ort) und an Designer direkt gehen (zeitlich begrenzt , ein Label/Business langfristig durch Förderungen zu finanzieren, ist nicht sinnvoll).


Was fällt Ihnen zu “Mode in Wien” ein?

Knize, Fred Adlmüller, Helmut Lang. Gegenwärtig ein Aufblühen der Szene und von Mode in Österreich insgesamt.

Flor de Illusion ist in Wien bei Nachbarin erhältlich, Accessoires auch bei artup. Das Bild zeigt ein Jacket aus der neuen Frühjahrs/Sommer-Kollektion “Travail”, Foto: Elisabeth Grebe, Linz.

Dieser Beitrag ist Teil einer Serie von Email-Interviews mit österreichischen Designerinnen und Designern.

Michaela tschilpt

Interview: Awareness & Consciousness

29. Oktober 2007 00:38, by Michaela

Diesmal hat Christiane Gruber, die für Awareness & Consciousness verantwortlich zeichnet, meine 8 Fragen beantwortet. Das Label überrascht immer wieder mit einer ziemlich aufwendigen Einfachheit - das ist in dem Fall kein Widerspruch - und wunderbaren Jerseys. “Never get lost” ist der Titel der kommenden Frühjahr/Sommer Kollektion, die Anfang Oktober in Paris gezeigt wurde.
Awareness & Consciousness “Never get lost” SS08, Foto: Bettina Komenda Awareness & Consciousness “Never get lost” SS08, Foto: Bettina Komenda Awareness & Consciousness “Never get lost” SS08, Foto: Bettina Komenda Awareness & Consciousness “Never get lost” SS08, Foto: Bettina Komenda

Wer oder was ist Awareness & Consciousness?

Ein komplizierter Name zum Aussprechen.

Awareness & Consciousness bedeutet beides: Bewusstsein und Bewusstheit und steht für Accessoires & Clothes und um’s leichter zu machen, kurz einfach A&C.

Hinter dem Label steht Christiane Gruber, wobei die Accessoires der letzten Kollektionen in enger Zusammenarbeit mit der bildenden Künstlerin Anneliese Schrenk entstanden sind.

Wo kommen Sie her?

(Nun kann ich endlich jemandem eine Freude machen…)
aus Waldbach, einem winzigen Dorf in der grünen Oststeiermark

Wo möchten Sie hin?

Ich möchte ganz zufrieden und weise sein, wenn ich alt bin… Und ich habe ein gutes Gefühl, dass ich mal ganz alt werde… davor habe ich nämlich keine Angst,… was mir aber ein bisschen Angst macht ist der Weg dort hin, der Mittelteil… denn da frage ich mich schon oft, wie ich da durchkommen werde.

Was unterscheidet Awareness & Consciousness von anderen Labels?

Sehr, sehr weiche, angenehme, fliessende und zarte Jerseykollektionen. Die im Grunde auf sehr einfachen Schnitten aufgebaut werden, aber sehr aufwendig und mit viel Liebe zum Detail verarbeitet, zeitlos und edel sind und gute Qualität haben.

Wie finanzieren Sie Ihr Label und wie kann man sich z.B. eine Präsentation im Rahmen der Pariser Fashion Week leisten?

Durch Unterstützungen und viel Hilfe, durch (wahrscheinlich wieder) nebenbei Jobben und sparen wo’s geht, und natürlich durch viel “unbezahlte” Arbeit.

Wie sehen Sie die österreichische Modeförderung?

Es gibt sie und sie hilft… Aber am besten wäre es, wenn man so erfolgreich wäre, dass man auf eigenen Beinen stehen kann.

Was fällt Ihnen zu “Mode in Wien” ein?

Auf der einen Seite passiert immer mehr (sicherlich unterstützt und ermöglicht durch Förderungen.) Viele neue junge Designer und Labels, Plattformen, Guides, Shows, neue Konzeptstores, Messen und Veranstaltungen…

Aber auf der anderen Seite finde ich, es wird zwar schon besser, aber die, die sich diese Art der Mode kaufen oder leisten können, könnten manchmal mehr Modebewusstsein bzw. einen individuelleren Stil entwickeln. In Wien zählen generell doch meist nur die “großen Marken”.

Was sollte sonst noch unbedingt über Awareness & Consciousness gesagt werden?

www.awarenessandconsciousness.com

Bilder: Awareness & Consciousness, “Never get lost” Kollektion Spring/Summer 2008
Photos: Bettina Komenda, Photo-Assistance: Michael Strasser, Model: Babora H./Exit, Make-up&Hair: Dalila Riccetti/perfect props

Awareness & Consciousness gibt es in Wien bei Park.

Rechtzeitig vor Weihnachten findet erstmals findet ein Sample Sale von Ute Ploier Menswear & Awareness & Consciousness Womenswear statt!
Freitag 30.11., von 15 – 20 Uhr
Samstag 1.12., von 12 – 18Uhr
Studio Ute Ploier
Rüdigergasse 8/3a+b
1050 Wien