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Michaela tschilpt

Das österreichische Label mija t. rosa im 8-Fragen Interview

31. August 2009 00:51, by Michaela

mija t. rosa, Kollektion Herbst/Winter 09/10, Foto: Gerhard Wasserbauer

Unter dem Titel a woman under the influence präsentiert das österreichische Label mija t. rosa am 11. September im Wiener WUK die aktuelle Herbst/Winter Kollektion. Angelehnt an den gleichnamigen Film von John Cassavetes wird das Kleid als Symbol für gesellschaftliche Normierung zum Thema einer Tanzperformance.

Die Designerin hinter mija t. rosa, Julia Cepp hat für Tschilp unsere 8 Fragen beantwortet.

Wer ist mija t. rosa?

mija t. rosa ist der Labelname, den ich mir 2001 gewählt habe. Es ist ein Anagramm des Mädchennamens meiner Großmutter, Maria Jost. In gewisser Weise ist meine Modearbeit immer auch ihr gewidmet.

Ein eigener Labelname stimmt für mich mehr als unter “Julia Cepp” Mode zu machen, weil das Endergebnis ja nie das alleinige Werk der Designerin ist. Ohne die vielen kreativen Partnerschaften, ohne Institutionen, die Ressourcen zur Verfügung stellen, ohne die ganzen fleissigen Ameisen bleiben Ideen immer nur Ideen.

Woher kommt mija t. rosa?

Es steckt im Labelnamen, dass meine Auseinandersetzung mit den Themen, die mich heute noch beschäftigen, weit in meine eigene Geschichte zurückreichen: Mich interessieren Frauen und ihre Fähigkeiten sich zu behaupten. Aber auch ihr Scheitern bei dem Versuch sich zu behaupten.

Es sind ganz bestimmte Frauenfiguren, die ich für mich entdecke und mit denen ich mich dann ausführlich beschäftige. Oft sind das Figuren aus Filmen, wobei dann auch die Schauspielerin interessant sein kann. Eine Schauspielerin eignet sich eine Filmfigur an, um sie authentisch darzustellen. Ich eigne mir ein Stück weit beide Persönlichkeiten an, die fiktive wie die reale, um eine Kollektion zu entwerfen.

Wo will mija t. rosa hin?

Natürlich in eine vielversprechende Zukunft. Ich habe aber gelernt, dass zu weit im Voraus zu planen die Kraft für den Moment rauben kann.

Was unterscheidet  mija t. rosa von anderen Labels?

Das kommt sehr auf den Standpunkt an. Oberflächlich betrachtet ist gerade Mode etwas, wo man versucht ist zu sagen, das gibt es alles schon, war schon mal da. So gesehen mache ich Mode wie viele andere auch.

Aber dieser Standpunkt ist nicht meiner. Und auch nicht der von Frauen, die mija t. rosa Sachen tragen. Die wissen sehr genau worum es mir geht. Alle Designerinnen, die unabhängig und selbstbestimmt arbeiten haben ihre Themen, Vorlieben und Techniken und jede hat ihren eigenen Kosmos an Ideen.

Wie finanziert sich das Label, gibt es z.B. auch internationale Präsentationen?

Interessant, dass genau diese zwei Themen in einer einzigen Frage auftauchen. Die Finanzierung eines Modelabels unterscheidet sich kaum von der Finanzierung jedes anderen Unternehmens.

Der Sammelbegriff für den Zustand in dem sich mija t. rosa befindet, ist “Start-Up”, und als solches habe ich Unterstützung bei departure, unit f und Mingo gefunden. Wenn mija t. rosa kein Jungunternehmen mehr ist, finanziert sich das Label über den Verkauf der Kollektionen.

Internationale Präsentationen behandle ich genauso wie nationale: Zuerst wird budgetiert und geplant, dann wird präsentiert. Wenn z.B. eine Show in Tokyo interessant wird, werde ich sie bestimmt machen.

Wie sehen Sie die österreichische Modeförderung?

Wenn Österreich eine lebendige Kultur möchte, muß Mode so wie Kunst, Tanz, Literatur und Musik gefördert werden. Das Aufblühen einer eigenständigen österreichischen Modeszene in den letzten Jahren ist ein Zeichen dafür, dass die Förderungs-Konzepte bei aller Kritik gegriffen haben.

Was fällt Ihnen  zu “Mode in Wien” ein?

Es gibt mittlerweile eine Szene hier, es gibt jedes Jahr fixe Modeevents, die bestimmte Leute ansprechen. Das ist gut. Der Begriff Mode wird auch in Wien zunehmend im Zusammenhang mit Design verwendet  und ist nicht mehr gleichbedeutend mit Trend.

Was sollte unbedingt sonst noch über mija t. rosa gesagt werden?

Am 11. September wird die Herbst/Winterkollektion von “a woman under the influence” im Wiener WUK präsentiert. Die Choreographin Andrea Schmidt gestaltet die Show. So wird das Thema meines Jahresprojektes nochmal auf einer anderen Ebene reflektiert.

Vielen Dank für das Interview!

Foto: Gerhard Wasserbauer

Show mija t. rosa
Freitag, 11. 9. 2009, 20 Uhr
Projektraum im WUK
, 1090 Wien
Anmeldung unter http://www.mija-t-rosa.com/anmeldung/

Showroom/Shop Wien: glanz & gloria
Vernissage: Dienstag, 15. 9. 2009, 18:30 Uhr

Showroom/Shop Graz
: Pell Mell
Vernissage: Freitag, 23. 10. 2009, 17 Uhr

Dieser Beitrag ist Teil einer Serie von Emailinterviews mit österreichischen Designerinnen und Designern.

Michaela tschilpt

8 Fragen an Anna Aichinger

22. August 2009 15:33, by Michaela

Anna Aichinger, Foto: Irina Gavrich

Porträt Anna Aichinger: Irina Gavrich

Anna Aichinger gehört wie so manches anspruchsvolle österreichische Label zu denjenigen, die international bisweilen besser bekannt und vertreten sind als hier. 2006 gegründet produziert Anna Aichinger Mode, der es bestens gelingt einen mehr puristischen Ansatz mit Sex Appeal zu verbinden.

Ich freue mich, dass sie für Tschilp nicht nur die 8 Fragen beantwortet sondern auch Runway Fotos ihrer aktuellen Herbst/Winter-Kollektion – extra Beitrag dazu coming soon! – zur Verfügung gestellt hat.

Zur Einstimmung gibt’s schonmal das Video von der Wien now! Fashion Show, die im heurigen Frühjahr gemeinsam mit dem Vienna Products Fashion Cluster, einem Projekt mit der Wirtschaftskammer, in Tokyo präsentiert wurde.


Wer ist Anna Aichinger?

Ich und mein Team, bestehend aus meinem Bruder Max Aichinger, Kathrin Gromek und Daniela Daskalova.

Woher kommt Anna Aichinger?

Wien.

Wo will Anna Aichinger hin?

Rund um die Welt.

Was unterscheidet Anna Aichinger von anderen Labels?

Das Endprodukt.

Wie finanziert sich das Label, wie kann man sich z.B. internationale Präsentationen leisten?

Durch den Verkauf  der Kollektionen, Förderung sowie Nebenprojekten.
Bei der  Fahion Week in Paris verzichte ich auf eine kostenintensive Show und konzentriere mich auf eine reine Verkaufspräsentation in einem Showroom.

Wie siehst du die österreichische Modeförderung?

Es ist positiv, dass es sie gibt. Österreichs Modeszene würde anders aussehen, wenn es sie nicht geben würde.

Aber von der Struktur her wäre sie doch noch wesentlich zu verbessern. Andere Systeme, wie zum Beispiel das britische, funktionieren weitaus effektiver was die Endresultate betrifft.

Was fällt dir  zu “Mode in Wien” ein?

… genausoviel wie zu Mode aus Paris, London , New York oder Antwerpen.

Danke für das Interview.

Dieser Beitrag ist Teil einer Serie von Emailinterviews mit österreichischen Designerinnen und Designern.

Michaela tschilpt

8 Fragen an Karin Maislinger, kontiki

31. Mai 2009 09:13, by Michaela

kontiki, Modell "rotor", Foto: kontiki kontiki, Modell "rotor", Foto: kontiki

Am 17. Juni werden in New York zum dritten Mal die Independent Handbag Designer Awards vergeben. Karin Maislinger hat mit ihrem Label kontiki, das für seine funktionellen Taschen aus recycelten Fahrradschläuchen bekannt ist, die Nominierung in der Kategorie “Best Green Handbag” geschafft. Ein guter Grund, um sie zum 8 Fragen Interview zu einzuladen.

Wer ist kontiki?

Gründerin und Designerin von kontiki ist Karin Maislinger.

Woher kommt kontiki?

Karin Maislinger/ geboren in Salzburg, anschließend Kindsein in Wels inmitten zahlreicher Hochhausneubauten am Stadtrand nebst Schottergrube und Bauernhausrelikten, Pubertät im idyllischen Senioren-Kurort Bad Wimsbach-Neydharting, Dorfleben, Feuerwehrfeste, Firmunterricht, Satellitendasein während des Besuches der Modeschule Linz.

Dann nach Wien, um Landschaftsplanung zu studieren. Später Ateliergründung und dort bildhauerische Arbeit, viel später wieder Kontakt zu Mode und Design.
2003 Gründung von kontiki.

Wo will kontiki hin?

kontiki / Karin Maislinger lebt und arbeitet in Wien. Dort ist auch die eigene Werkstatt, die in den nächsten Jahren weiter ausgebaut werden soll.kontiki will noch stärker in Richtung “Green Design” gehen und als experimentelles Designstudio in diesem Bereich auch für externe AuftraggeberInnen arbeiten. Auf jeden Fall wird sich das Tätigkeitsfeld stark erweitern.

Was unterscheidet kontiki von anderen Labels?

kontiki versteht sich nicht als klassisches Modelabel. Es arbeitet genreübergreifend und experimentell, spielt mit Oberflächen, Materialien und Strukturen. kontiki verknüpft ökologische Überlegungen mit progressivem Design, recycelt und entwickelt Strategien für lokale Kooperationen.

Wie finanziert sich das Label, leisten Sie sich z.b. auch internationale Präsentationen?

Das Label finanziert sich ausschließlich über Verkäufe der kontiki-Kollektionen und arbeitete bisher ohne Förderungen und Subventionen. Für die nächsten Schritte in Richtung Internationalisierung werden aber sicher finanzielle Unterstützungen in irgendeiner Form notwendig werden.

Wie sehen Sie die österreichische Modeförderung?

Ich habe die Förderlandschaft bisher eher aus der Ferne betrachtet.

Was fällt Ihnen zu Mode in Wien ein?

Mode aus Wien ist lokal und auch international stärker sichtbar geworden. Es gibt aber nach wie vor starke Berührungsängste zwischen “High-Fashion-Labels” und Labels, die anderen Genres angehören. Ich hoffe das entwickelt sich noch.

Was sollte sonst noch unbedingt über kontiki gesagt werden?

kontiki würde gerne viel freier arbeiten, viel experimenteller und braucht mehr Raum und Zeit. Wenn Sie einen schönen Ort für die neue Werkstatt von kontiki haben oder wissen, teilen Sie es uns mit!

Wir brauchen 60-100 m2, gut wäre ein Gassenlokal mit Werkstatt/Büro/Loft nach hinten oder darüber, gerne mit grünem Innenhof :-) und günstig / Bezirke 7/8/9/15/16.
Email an: buero (at) kontiki.or.at

Danke für das Interview. Wir halten schon mal alle Daumen!

Dieser Beitrag ist Teil einer Serie von Emailinterviews mit österreichischen Designerinnen und Designern.

Die Bilder zeigen das nominierte Modell “rotor”, Fotos: kontiki

Michaela tschilpt

8 Fragen an Julia Cranz

23. Mai 2009 14:54, by Michaela

Julia Cranz (vorne) mit Modells

Die quirlige österreichische Hutmacherin Julia Cranz mit Ateliers in Eichgraben und Venedig ist im Ausland vielleicht bekannter als hierzulande.  Die Vielarbeiterin war so nett und hat sich zwischendurch kurz mal unseren berüchtigten 8 Fragen gestellt.

Wer ist Julia Cranz?

Julia Cranz  -  ich du er sie es -  Julia Cranz?

Woher kommt Julia Cranz?

Aus dem Bauch (heraus).

Wo will Julia Cranz hin?

Ganz nach oben / höher schneller weiter.

Was unterscheidet Julia Cranz von anderen Labels?

Alles und Nichts.

Wie finanziert sich das Label?

Von selbst.

Wie siehst du die österreichische Modeförderung?

Positiv! Dank Institutionen wie Unit F, departure aber auch WKO (Wirtschaftskammer)

Was fällt dir zu “Mode in Wien” ein?

Puhh, viel! Z.B.: Rudi Gernreich, Helmut Lang, Marianne Kohn, Gexi Tostmann, Gerda Buxbaum, W&J, Ute, Petar, A&C, Angewandte, Life Ball, MQ, 9, Park, peng!, Tatendrang, Tiberius und Sternenfänger.

Was sollte unbedingt noch über Julia Cranz gesagt werden?

Nichts.

So einfach geht das natürlich nicht. Mehr über  Julia Cranz gibt’s etwa hier oder hier. Hats and hat pieces von Julia Cranz sind in Wien z.B. bei w?atf erhältlich.

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Michaela tschilpt

Super! Superated im 8-Fragen-Interview

1. Februar 2009 07:26, by Michaela

Das österreichische Label superated leistete mit der Männer-Kollektion Sportart im letzten Jahr einen der spannendensten Beiträge zur Fußball EM. Vorige Woche zeigte man in Paris die Herbst-/Winterkollektion 2009/10.

Wer ist superated?

Neben Peter Holzinger sind Christian Moser und Bertrand Kirschenhofer Teil des superated-Stammteams.

Woher kommt superated?

superated lebt und arbeitet in Wien.

Wo will superated hin?

In die Läden und auf die Körper dieser Welt.

Was unterscheidet superated von anderen Labels?

Unsere Idee, unser Design.

Wie finanziert sich das Label, leistest du dir z.b. auch internationale Präsentationen?

Mit unseren Nebenjobs, Förderung und Sponsoren schafften wir es, unsere ersten Kollektionen zu verwirklichen. Daneben bieten wir auch kreative Dienstleistungen für österreichische Unternehmen aus unterschiedlichen Sparten an, somit können wir unsere internationale Präsenz regelmäßig gewährleisten.

Wie siehst du die österreichische Modeförderung?

Wir sehen die vorhandenen Fördermöglichkeiten natürlich sehr positiv. Ohne die Rahmenbedingungen in allen Ländern zu kennen, sieht der Vergleich für Österreich und speziell für Wien ganz gut aus.

Was fällt dir zu Mode in Wien ein?

Wien ist keine ausgesprochene, klassische Modemetropole – das sehen wir aber positiv. Dadurch ergibt sich die Freiheit, Strömungen in der Stadt aufzunehmen, zu interpretieren und sie auch international als ungesehenen speziellen Look sichtbar zu machen.

Was sollte sonst noch unbedingt über superated gesagt werden?

Super.

Das finden wir auch. Danke für das Interview!

Dieser Beitrag ist Teil einer Serie von Emailinterviews mit österreichischen Designerinnen und Designern.