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Michaela tschilpt

Was war 2009? Maria “Stylekingdom” Ratzinger zum vergangenen Modejahr

13. Januar 2010 11:50, by Michaela

In ihrem Blog Stylekingdom befasst sie sich  schon seit bald drei Jahren mit Fashion, Gossip and Lifestyle. Letztes Jahr hat sie den Fashion-Bloggers-Day organisiert. Was Maria Ratzinger so über das vergangene Modejahr denkt, hat sie mir für unsere Jahresrückblicks-Serie erzählt.

Was waren für dich die zwei oder drei spannendsten Entwicklungen in Sachen Mode international? Und in Österreich?

Schön langsam scheinen es ja die big brands zu schnallen was da im Internet abläuft. Der Umschwung von Skepsis zur Hofierung globaler Bloggergrößen war possierlich anzusehen. Mal sehen, ob es so weiterläuft.

Als zweites war die sooft zitierte Aufhebung des In&Outs eine falsche Prognose, die vom Permanenteinsatz der Themen Spitze, Niete und Franse widerlegt wurde, denn wer kann die 2010 schon tragen ohne den Stempel „2009“ auf der Stirn zu haben?

Die Unkenrufe im Vorfeld der MQ Vienna Fashion Week, ob wir überhaupt so etwas brauchen, waren wieder mal typisch österreichisch. Für mich ist sie eine Bereicherung im heimischen Modekalender. Wohin sie sich in den nächsten Jahren entwickeln wird, werden wir sehen.

Worauf hättest du lieber verzichtet?

Die Jimmy Choo Kollektion für H&M und das damit einhergehende Getöse.

Dein persönliches Lieblingsstück 2009?

Ein schwarzer, überdimensionaler Herren-Wollmantel von Ebay, der in meiner Garderobe 2010 sicher weiterhin eine wichtige Rolle spielen wird und dessen Schnitt mich an die gutmütigen Alien-Roboter aus dem Film „Das fünfte Element“ erinnert. Irgendwie ist er so hässlich, dass er wieder schön ist.

Was wird 2010 wichtig werden, dein Tipp?

Öko-Mode löst sich endgültig vom Birkenstock-Image und wird ein großes Thema im Massenmarkt. Wie weit sich da dann noch ökologisch produzieren lässt, wird sich weisen.

Ich feiere mit Stylekingdom 2010 das 3-jährige Jubiläum und werde an einer visionären Modeplattform mitarbeiten. Mehr möchte ich noch nicht verraten.

Viel Erfolg, das wird glaube ich ein wirklich spannendes Projekt!

Maria Ratzinger, Foto:  Michele Pauty

Michaela tschilpt

Was war 2009? Brigitte R. Winkler blickt zurück auf das Modegeschehen

10. Januar 2010 11:22, by Michaela

Brigitte R. Winkler (Kurier, Flair Österreich) muss man eigentlich nicht vorstellen. Sie ist Stammgast bei den wichtigen Fashionweeks, und ich freue mich ganz besonders über ihr Resumee in unserer Serie.

Wenn Sie das Jahr 2009 Revue passieren lassen: Was waren für Sie die zwei oder drei spannendsten Entwicklungen in Sachen Mode international?

Die spannendste Entwicklung international für mich: Langsam aber sicher haben sich tolle junge Talente neben den Mittelalter- und Altstars etabliert. In New York sind das Alexa Adams und Flora Gill mit ihrem Label Ohne Titel (benannt nach einem Bild von Anselm Kiefer), Phillip Lim, Alexander Wang und die Rodarte sisters, Kate und Laura Mulleavy.

In London Erdem Moralioglu, Christopher Kane und die beiden (Halb-)Österreicher Peter Pilotto und Marios Schwab. In Mailand schauts nicht so gut aus, in Paris mit Limi Feu, der Tochter von Yohji Yamamoto, mit Haider Ackermann, Boris Bidjan Saberi, Damir Doma, Gareth Pugh (jüngst aus London zugewandert) und Alexis Mabille wie immer viel besser.

Auch die Entwicklung der Salzburgerin Iris Strubegger vom Nachwuchs-Model zum Cover-Star hat mich sehr begeistert.

Dass transparente Stoffe und betonte Schultern sich wieder ins Modebild gemischt haben und mischen, hat für mich folgenden Grund: Was uns momentan von unfähigen bis kriminellen Entscheidungsträgern quer durch die Branchen und die Welt aufgehalst wurde und wird, kann man nur mit breiten Schultern ertragen. Und der Wunsch nach mehr Transparenz versteht sich da von selbst.

Ein Modell von Ohne Titel aus der aktuellen HW 2009/10 Kollektion

Und in Österreich?

Gibt’s in Österreich eine Entwicklung?

Worauf hätten Sie lieber verzichtet?

Auf den kläglichen Versuch des Managements bei Ungaro, die kreative Krise im Haus mit dem Engagement des Hollywood-Sternchens Lindsay Lohan zu bekämpfen.

Ihr persönliches Lieblingsstück 2009?

Jedes Stück aus Carol Christian Poell Self Edge Kollektion. Das faszinierende Konzept dahinter: Die Schnitte wurden so konstruiert, dass gerade Linien auf den Modellen von der Stoffkante gebildet werden.

Was wird 2010 wichtig werden, Ihr Tipp?

Holz. Als Schmuck, als Schuhsohle, als Bestandteil von Accessoires.
Allgemein gesehen: Ökologische Überlegungen, schwülstiger ausgedrückt, die Liebe zur Natur, rücken immer stärker auch ins Modebild.

Herzlichen Dank für das Interview!

Alle Fotos: Brigitte R. Winkler

Michaela tschilpt

Was war 2009? Claudia Rosa Lukas zum Modejahr 2009

9. Januar 2010 11:32, by Michaela

Claudia Rosa Lukas zeichnet nicht nur für das gleichnamige, international erfolgreiche Label verantwortlich, sondern setzt sich auch laufend für österreichische Modeinitiativen wie etwa Austrianfashion.Net ein. Hier sind ihre Eindrücke im Rahmen unserer Jahresrückblicksserie:

Wenn du das Jahr 2009 Revue passieren lässt: Was waren für dich die zwei oder drei spannendsten Entwicklungen in Sachen Mode international? Und in Österreich?

Parallel laufende Trends, keiner setzte sich alleinig durch: No-Makeup Trends ( siehe French Elle’s No-Makeup Issue ) vs 80s Makeup Vorstellungen, “Dünne” und “Dicke”, Dirndl und Avantgarde. Tragbares Minimalistisches bei Celine gegenüber Science-Fiction bei McQueen, und in den Front Rows durften neben den Großen auch die Kleinen sitzen. Eine starke “Green” Bewegung in allen Bereichen gegenüber eines Energie fressenden Superscrapers.

Für mich klar ein Jahr extremer Gegensätze, aber diese Gegensätze machen Mode erst spannend. Alles war richtig, jeder Trend fand seine Community, und selber gehörte man zu vielen.

Ein kurzer Film von Hedi Slimane und VMAN war da genau richtig am Ende des Jahres.  Die große Österreich Revue gibts hier.

Worauf hättest du lieber verzichtet?

Dein persönliches Lieblingsstück 2009?

2009 habe ich eine in Vergessenheit geratene alte Smokingjacke wieder bekommen, die ich vor ein paar Jahren in einem Second Hand Shop erworben hab und danach bei einer Maßschneiderin vergessen hab. Sie ist bei den Schultern ein wenig zu groß und um ein paar cm zu lang. Ging also als “My Boyfriend’s Jacket” durch.

Positiv überrascht war ich im Spätsommer von einem einfachen rechteckigen Jerseyteil, ohne das ich mir wahrscheinlich eine Erkältung zugezogen hätte. Dann wäre da noch eine alte Lee Jeans und Teile aus meinen eigenen Kollektionen.

Was wird 2010 wichtig werden, dein Tipp?

  • Basics
  • weitere PR-trächtige Kollaborationen
  • XS Models bleiben
  • Special & Limited editions
  • ein neuer Luxus
  • online Services
  • FIFA Fußball WM in Südafrika

Vielen Dank!

Bild: Preview Spring Summer Claudia Rosa Lukas, Foto: Manfred Unger

Michaela tschilpt

Was war 2009? Anmerkungen zum Modejahr 2009 von Daniel Kalt

7. Januar 2010 08:21, by Michaela

In Fortsetzung unserer Jahres-Resumees freue ich mich diesmal mit euch über den amüsanten Beitrag von Daniel Kalt (Austrianfashion.Net, faq Magazine)

Wenn du das Jahr 2009 Revue passieren lässt: Was waren für dich die zwei oder drei spannendsten Entwicklungen in Sachen Mode international?

Bemerkenswert waren die Bloggerfrontrows bei den Modewochen im Herbst und der – allerdings Gaga-(teil)verhunzte – McQueen-Stream in Paris. Ex negativo spannend: die Pleiten von Branquinho und Lacroix.

Und in Österreich?

Die Kooperationsbörse als unprätentiöser Impuls, die MQ Vienna Fashion Week abzüglich sonnenbebrillter (!) B-Promis und, obwohl noch gar nicht unter Herrn Willhelms strammwadeliger Ägide, ein Kontrapunkt zur allgemeinen Humorbefreitheit: Aya Nonogaki bei der Angewandten-Abschlussshow.

Worauf hättest du lieber verzichtet?

Allzu tiefe Einblicke in manch dunkle Seele. Ach, und weiße, wurstförmige Paillettenkleidchen.

Dein persönliches Lieblingsstück 2009?

Trotz der Gummistiefel von Tokyo Hands und des übergroßen Vintage-Sakkos von YSL (nach Schneiderinneneingriff so Y, dass sogar Decarnin abwinken würde) vielleicht am ehesten der rote Fieselschweif für das LV ss10 DIY…

Was wird 2010 in der Mode wichtig werden, dein Tipp?

Harmonisches Miteinander (kleiner Scherz).

Für das nächste Jahr bin ich gespannt …

  • …, ob das Elsa Schiaparelli Revival kommt und wer es verantwortet (Giles Deacon? Christian Audigier??).
  • …, ob praktikable Modelle für das Lukrieren von Einnahmen durch die Onlineableger von Printmedien, besonders Tageszeitungen, gefunden werden.
  • …, ob bei Tavi Gevinson die Pubertät einsetzt.

Vielen Dank!


Daniel Kalt (Redakteur von Austrianfashion.Net, faq Magazine), betreibt zu seinem Privatvergnügen auch den Blog ParisVienne.

Michaela tschilpt

Was war 2009? Elvyra Geyer über das Modejahr 2009

2. Januar 2010 18:23, by Michaela

Events wie die neue Vienna Fashion Week gehen – gemeinsam mit ihren Partnerinnen Maria Oberfrank und  Zigi Mueller – auf  ihr Konto. Elvyra Geyer ist seit 15 Jahren im Modegeschäft und blickt mit uns zurück ins soeben vergangene Jahr.

Was waren für dich die zwei oder drei spannendsten Entwicklungen in Sachen Mode international? Und in Österreich?

Sowohl international als auch in Österreich konnte man feststellen, dass viele Mode-Designer mit ihrem eigenen Label auf den Markt gekommen sind und auf Anhieb auf großes Interesse seitens der Fahionistas gestoßen sind.

Die großen Labels (oder Fashionbrands) haben sich in 2009 eher schwer getan:  zum einen durch erhöhten Kostendruck und geringere Absätze; zum anderen, weil teilweise die Kollektionen vom Publikum nicht angenommen worden sind!

Vom Aspekt der Kreativität her war spannend zu beobachten, dass viele der Newcomer sehr interessante, neue Ansätze in ihren Kollektionen verfolgt haben.

Herausragende Designer des Jahres 2009 waren u.a.: Anelia Peschev (A) und Dimitri (IT). Beide folgen in ihren Kollektionen einer fließenden, eher klassischen Linie und haben (der Szene) dabei ganz neue Impulse gegeben.

Worauf hättest du lieber verzichtet?

Schulterpölster! Ich versuche sie einfach zu ignorieren.

Dein persönliches Lieblingsstück 2009?

Das ist bei mir immer saisonabhängig: im Sommer war dies ein schlichtes schwarzes Kleid ohne Träger (man könnte auch sagen: ein Rock, den ich aber als Kleid trage) von Michel Mayer. Zur Zeit im Winter ist es ein schwarzes langärmliges Kleid mit Applikationen von Pitour.

Was wird 2010 wichtig werden, dein Tipp?

In jedem Fall schwarz (und nicht nur deshalb, weil ich das immer trage) und weiss! Mein Hoffnungsträger: pink (weil ich das immer gerne trage :-) .

Wichtig werden auch fließende Layerlooks aus Mischungen in den Ton-Abstufungen: weiß-creme-nude oder grau-schwarz-silber. Schließlich nicht zu vergessen: Prints! Allover und in allen möglichen Variationen.

Schön wäre es, wenn in Österreich etwas mehr Mut zur Mode gezeigt würde. Denn: tolle österreichische Designer gibt es viele!

Dem kann ich mich nur anschließen. Herzlichen Dank für das Interview!


Eines der aktuellen Projekte von Elvyra Geyer ist das showroom | project, wo eben passend zur Ballsaison Abendkleider von Pitour (Maria Oberfrank) präsentiert werden.