Clothes Swapping & fashion.re.create in Graz


So mancher Kleiderkasten wird von coolen Fehlkäufen und in Ungnade gefallenen Teilen gut befüllt. Und wer dann doch kein Modemuseum eröffnen sondern sich von den guten Stücken trennen und auch noch andere dafür bekommen möchte, begebe sich schnell nach Graz zum Clothes Swapping.

Hier wird aber nicht nur getauscht!
ModedesignerInnen, SiebdruckexpertInnen und KünstlerInnen bieten auch noch hre Dienst an um das Gefundene neu zu gestalten.

Clothes Swapping & fashion.re.create
Kleidung abgeben:
Mo, 22. – Fr, 26. Februar, 09:00–18:00 Uhr
Neue bekommen: Sa, 27. Feb. 10:00–22:00 Uhr
Location: <rotor>, Volksgartenstrasse 6a, 8020 Graz
Eintritt: Du entscheidest!

Dress Code Intelligenzia

Vorgestern drehte sich für mich die Zeit um 25 Jahre zurück. Eine Lesung von Heinrich Steinfest war angesagt. Der vor allem in Deutschland beliebte und ausgezeichnete Krimiautor weilt in Wien, um seine neueste Annäherung an Österreich vorzustellen: „Gebrauchsanweisung für Österreich„, Piper, München 2008. (Ein Titel, den übrigens Sigrid Löffler ebenfalls für Piper 2001 bearbeitet hat: Gebrauchsanweisung für Österreich. Könnte sich als spannend erweisen, die beiden gegenzulesen.)

Als Krimisüchtige habe immer wieder versucht, auch die seinen zu inhalieren – vergeblich, ein Ende war mir noch nicht vergönnt. (Mein Freund, der Präsident blieb da beharrlicher und ist inzwischen großer Fan!) Jetzt habe ich ja eine neue Chance…

Heinrich SteinfestDas geschätzte PublikumKaroly und RudiDas p. t. Publikum IIFreund AlexanderAnstellen um die WidmungHeini beim SignierenPublikum III

Ich kenne also den Vortragenden aus meiner Jugendzeit. Als er noch Maler war und von Schriftstellerei keinen Dunst hatte. Wir trafen gemeinsam mit anderen Möchte-gern-Intellektuellen regelmäßig im Café Museum aufeinander. Vor der Renovierung wohlgemerkt, als es dort echt noch gemütlich war.

Nach der gut eineinhalb Stunden dauernden Sitzung – für mich wie immer viel zu lang – habe ich den Star gestellt! Und nach zwei sprachlosen Sekunden ist es ihm auch gelungen, mich wieder zu erkennen. Gemeinsam und in aller Kürze haben wir uns der stärksten Erinnerung hingegeben: die Silvesterfest-Episode. Damals hab ich seine Brille zertrümmert. Naja, weil ich dem Mann alkoholbedingt ein wenig zu stürmisch näher gekommen.

Kleidungsweise interessant war für mich, dass sich das dortige Damen- und Herren-Publikum doch anders anzieht als z. B. die mir so vertrauten Vernissagengeher. Selbstdarstellung mittels Markenmode spielt hier sicher keine große Rolle: Anderes, Gewichtigeres weil Intelligenteres stand gestern im Literaturhaus im Vordergrund! Ganz sympathisch finde ich. Sowohl der Autor wie auch das Publikum!

Image und Stil #2

Wer’s wissen will: Ich bin ein Herbsttyp mit den Farben Grün, Braun, Aubergine, Bronze. Auch meine Augenfarbe wird untersucht, die Teintfarbe, die Adern und die Haarfarbe. Ich brauche warme Farben und soll alles Grelle meiden. Das stimmt ganz mit meiner eigenen Erfahrung überein!


Silvie bei der ArbeitSylvie und GloriaSiylvie

Dann folgt die Stylingberatung. Mein Körper wird genau vermessen. Es geht um meine Proportionen und die für mich passende Jackenlänge, Hosenlänge, aber auch um Details wie Nähte, Taschen, Schulterpolster, Krägen sowie um Rockform und -länge. Zu den Haaren meint Sylvie, es sei kein Zufall, wie sie sind: Locking oder glatt, braun, blond oder rot. Was man hat, das passt meist auch am besten. So gilt es, die vorhandenen Schönheit zu entdecken und betonen und die weniger guten Seiten zu kaschieren.

Für Sylvie bin ich keine klassische “Anzugsfrau? – gottseidank! So habe ich noch nie Kostüm oder Anzug tragen wollen. Ich soll mich vielmehr „ruhig, romantisch und zurückhaltend“ kleiden. Auch die femininen Wickelkeider passen anscheinend gut zu meinem sehr weiblichen Typ. Sowas besitze ich nicht! Ich dagegen sehe mich vielmehr sportlich, androgyn und herb. Aber vielleicht bin ich ja mit meiner Selbsteinschätzung noch in den 80er Jahren stehengeblieben als ich noch gute 10 Kilo weniger auf die Waage brachte …

Da ich lange Beine und schmale Hüften habe, ist es okay, Kleider und Röcke über Hosen zu tragen. Für den Kundenkontakt findet Sylvie das allerdings zu verspielt. Außerdem empfiehlt sie mir, die Haare besser zu bändigen, um einen geschäftsmäßigeren Gesamteindruck zu erzielen. Hüfthosen und auch die aktuelle 7/8 Hosenlänge sind gut möglich. Meine Röcke dürfen zwischen recht kurz oder knapp knielang variieren. (Das stimmt! Tatsächlich trage ich entweder Minis oder eben kniebedeckende Kleider! Lange Kleider machen aus mir eine Bohnenstange und Olive-Oyl-Verschnitt.)

Auf Anfrage gibt Sylvie auch Schminkberatung, mistet Kleiderkästen aus und geht mit einkaufen! Das hätt‘ ich ja sehr gern gemacht, aber Chef Franz wollte die Kosten der Einkaufstour nicht übernehmen! (Postskriptum: Credits to Martina – die liebe Kollegin, die immer wieder in die Fotografenrolle schlüpft!)

Biokleidung

Wenn Ihr mal das Bedürfnis verspürt, Euch und Euren Lieben das politisch, pardon biologisch korrekte Mäntelchen, über zu werfen, seid Ihr bei den nachfolgenden Adressen richtig.

fairkleidung eröffnet am Samstag, 8. Dezember 2007 um 15.00 Uhr mit Kasperl und den Weihnachtswichteln. Hier bietet Margarete Zeiner Baumwoll- und Leinenprodukte aus biologischem Anbau, naturbelassener Wolle und handgefertigte Einzelstücke für Babies und Kinder bis 6 Jahre: 1050 Wien, Kettenbrückengasse 3; Tel 0676 599 35 27, Öffnungszeiten: Di, Mi, Do 10.00 – 14.00 Uhr; Fr, Sa. 12.00 – 18.00 Uhr.

Und wir Ausgewachsene schauen bei AINOAH rein und kaufen uns endlich ein gut und eng geschnittenes T-Shirt aus 100 % Biobaumwolle und ohne dämlichen Aufdruck (Besonderer Tipp für die männlichen Leser!): 1090 Wien, Lichtensteinstraße 63/15; 0699 14 2000 37. Viel Spass!