Archiv des Tags ‘Herrenmode’

Michaela tschilpt

Lokalaugenschein beim Clemes en August Tourstop Wien

12. April 2008 12:49, by Michaela

Beinahe völlig unbeachtet macht soeben die Roadshow von Clemens en August in Wien Halt. Noch bis heute, Samstag Abend, 20 Uhr wird im MAK die schlicht-sportive Mode für Männer und Frauen verkauft.

Der Labelname bezieht sich bewusst auf das alte Familienunternehmen C&A, dem der abtrünnige Spross Alexander Brenninkmeijer 2003 den Rücken gekehrt hat, um ein eigenwilliges Konzept zu versuchen: Die Kollektionen kommen nicht über herkömmliche Retailwege auf den Markt, sondern touren zwei Mal im Jahr durch den deutschsprachigen Raum. Sie werden prinzipiell im Kunstkontext, also in Gallerien und Museen an jeweils drei Tagen direkt verkauft.

Wir machen keine Reklame, bezahlen keine teuren Ladenmieten, arbeiten in einem kleinen Team von fünf Leuten - und bleiben so effizient.

So Brenninkmeijer im Interview mit Spiegel Online. Aufwertung mittels Kunstkontext, Exklusivität auf Basis von Mailinglisten, künstliche Verknappung durch den begrenzten Zeitraum - das klingt eigentlich nach einem interessantem Ansatz.

Clemens en August im Wiener MAK, April 2008 Clemens en August im Wiener MAK, April 2008 Clemens en August im Wiener MAK, April 2008

Die Kollektion selbst besteht hauptsächlich aus Basics, die einem immer schon bekannt vorkommen (was durchaus ein Vorteil sein kann). Die Nichtfarben Grau, Schwarz, Weiss, Dunkelblau dominieren die riesige Halle im MAK gekoppelt mit wenigen Damenmodellen in Trendfarben (heuer Gelb, Pink, Blitzblau). Klare, unauffällige und wohl bewährte Schnitte sind in ordentlicher Qualität umgesetzt.

Clemens en August im Wiener MAK, April 2008 Langeweile an der Kassa

Nur vereinzelt ist Kundschaft zu sehen. Woran liegt’s? Vielleicht doch ein bisschen zu wenig Öffentlichkeitsarbeit? Zu wenige NewsletterabonnentInnen aus Wien? Oder hat es womöglich mit der angebotenen Ware selbst zu tun?

Gut gemachtes puristisches Modedesign fände ich gerade jetzt, in Zeiten eines allzu madamigen blumigen, rüschigen Pupperl-Celebrity-Stils erfrischend. Theoretisch. Praktisch reichen jedoch schmale Hosen, klassische Blazer, sportliche Shirts mit kleinen Schnitteffekten hie und da bei weitem nicht aus, um in eine Liga mit Prada oder Jil Sander zu kommen (Vgl. Interview Spiegel Online).

Und die angeblich hohe Qualität zum günstigen Preis macht mir mit Kunstseide und Preisangaben ohne Mehrwertsteuer nicht wirklich Spass.

Michaela tschilpt

Trunk Show bei Bally Wien 2008

6. März 2008 23:35, by Michaela

Die einen werden zu Chanel oder Gucci eingeladen oder dürfen für Lancome im einmaligen George in Paris tafeln. Unsereins freut sich halt wieder über die Einladung zur Trunk Show beim lokalen Bally.

Und schliesslich kann man auch immer etwas lernen: Zum Beispiel begleitet der Mann von Welt sein Weibchen im Pelz zuerst in den 2. Stock - damit auch alle den Zobel sehen -, hilft ihm sodann bühnenreif aus dem edlen Teil und transportiert dasselbe höchstpersönlich wieder ins Erdgeschoss zur Garderobe.

Wenig später verwöhnte man uns abwechselnd mit charmanten Jungs, die gekonnt dezent Brötchen, Wasser und Sekt kredenzten und symphatischen Models, die vorführten, was man kaufen könnte. Nicht aufregend, aber sehr, sehr unterhaltsam!

Trunk Show Bally Wien, S/S 2008 Trunk Show Bally Wien, S/S 2008

Trunk Show Bally Wien, S/S 2008 Trunk Show Bally Wien, S/S 2008

Trunk Show Bally Wien, S/S 2008 Trunk Show Bally Wien, S/S 2008


Michaela tschilpt

Fantastic Men: Tom Ford vs Sean Connery

5. März 2008 23:56, by Michaela

Heute hat sich ein Traum erfüllt: Ich habe einen Abend mit einer Eishockeymannschaft verbracht! Das sind halt die wahren Fantastic Men.

Ganz anders dagegen Tom Ford, der für die Werbekampagne zu seiner Herrenkollektion zwar den wunderbar rotzigen Fotografen Terry Richardson einsetzt, sich aber am Cover der neuen Ausgabe von Fantastic Man als matter Sean Connery Abklatsch inszenieren läßt:

Fantastic Men, Ausgabe Spring/Summer 2008 Sean Connery


Gloria tschilpt

MännerMode - MännerBeine

28. Februar 2008 15:11, by Gloria

Vorige Woche U-Bahn fahren: Station Westbahnhof U3. Vor mir die graue Masse, die in den Zug drängt. Einer fällt besonders auf. Seine miselsüchtige Miene drückt genau das aus, was ich mir auch oft denke: Warum bin ich hier? Und warum müsst ihr alle hier sein!?

Ich setze mich ihm schräg gegenüber. Etwas aufgelockert konservativ und teuer gekleidet, den Timer in der Hand samt Papieren, Plänen wirkt er wie ein erfolgreicher, gutsituierter Architekt. Ganz sicher Architekt! Unter der sündteueren, schäbigen grünen Allwetterjacke trägt er ein dezent kariertes Wollsakko mit Hemd, ohne Krawatte. Mein Blick schweift nach unten und ich bin bass erstaunt! Echt scharfe Schuhe trägt dieser Mittfünfziger. Die braunen Boots mit runden Kappen erinnern mich stark an Rosa Mosa. Der Mann gefällt mir immer besser!

Kniefoto 1Kniefoto 2Knifoto 3

Unauffällig krame ich nach der Kamera und versuche sie, die Schuhe selbstverständlich, abzulichten. Da fragt er: “Finden Sie dort unten was Schönes?” Ich flüchte mich in eine Fragestellung, die mir schon lange am Herzen liegt: “Nein, aber vielleicht können Sie mir erklären, warum Männer immer beim Sitzen die Beine spreizen? Und so viel mehr Platz brauchen als wir Frauen? Und überhaupt?”

Das kann er nicht: Meint es läge an der Evolution usw. Meinen Verdacht zu äußern habe ich mir verkniffen. Nämlich dass Männer - von Potenzängsten geplagt - derart versuchen, für eine gute Belüftung zu sorgen. Der rechte Sitznachbar hört eifrig zu und lächelt und macht weiterhin die Beine breit. Daß er dabei immer wieder mal mein linkes Knie berührt stört nicht weiter. Zugegebenermaßen zwar etwas eingeengt schätze ich doch die nette Konversation mit dem Architekten. Und der hat inzwischen auch ein Lächeln aufgesetzt.

Trotzdem, immer noch will ich es wissen: Warum müssen Männer beim Sitzen die Beine spreizen? Postskriptum: Leider war ich zu feige, ihn nach der Intention seiner Schuhwahl zu befragen. Noch so ein intimes Thema wäre zuviel des Guten gewesen!

Michaela tschilpt

Bei Firis ist schon Frühling.

17. Februar 2008 07:16, by Michaela

Dries van Noten Schuhe

Auch wenn das die Verkäuferin in ihrer Begeisterung gerne erzählt, selbst Dries van Noten Pumps sind natürlich nicht nach orthopädischen Kriterien gefertigt. Aber sie sehen jedenfalls sehr nach Frühling aus!

Die aktuellen Frühjahrskollektionen (Männer und Frauen) gibt’s auf der Website zu sehen. Der sympathische Lebenslauf des belgischen Designers ist dort ebenfalls zu finden. In Wien gibt es Dries van Noten bei Firis. Achtung, die repetitiv vorgetragene Ansage des Verkaufspersonals (inklusive der Besitzerin): “Das passt Ihnen ganz wunderbar!” ist mit Vorsicht zu genießen!