Visions of Reality mit Filmkostümen und Mode von Julia Cepp

SHIRLEY. ROMY. LOTTE. Julia Cepp/mija t. rosa

SHIRLEY. ROMY. LOTTE. Julia Cepp/mija t. rosa

Tableaux vivants – lebende Bilder erfreuen sich scheint’s einer neuen Beliebtheit. Nicht immer überzeugt das flüchtige Genre jedoch so eindrucksvoll wie letzte Woche als Julia Cepp ihre Filmkostüme für Shirley – Visions of Reality nebst Herbst-Outfits ihres Labels mija t. rosa zeigte.

SHIRLEY. ROMY. LOTTE. Julia Cepp/mija t. rosa SHIRLEY. ROMY. LOTTE. Julia Cepp/mija t. rosa

Eingebettet in vier Filmsets, die derzeit in der Ausstellung zum Film von Gustav Deutsch und Hanna Schimek im Wiener Künstlerhaus zu sehen sind, funktionierte das Ganze noch einmal wie ein zweiter Film, wenn die Modelle sich achtsam und bewusst in verschiedene Posen brachten, von Versatzstück zu Versatzstück bewegten, gelassen und sicher die exakt choreografierten Szenen formten und den Blick in die Ferne, in eine nächste Ebene öffneten. Großartig.

SHIRLEY. ROMY. LOTTE. Julia Cepp/mija t. rosa

Fotos: Tschilp.com

Kostüme + Outfits:  mija t. rosa 
Choreographie: Stephanie Cumming
Musik: Christian Fennez + David Sylvian
Make-up & Hair: Michaela Haag
Darstellerinnen: Stephanie Cumming, Sara Lanner, Judith Neichel, Luzia Oppermann, Lisa Pavitschitz, Corinna Riesz, Carmen Schrenk, Carla Schuler, Marie Tappero

Gelungenes Experiment: Das erste Wiener FashionCamp

Vergangenen Samstag war’s  endlich soweit. Nachdem wir beim letzten allgemeinen BarCamp im Mai mit Erfolg eine Session zum Thema Mode gewagt hatten, wollten wir das Format diesmal für eine ganze Mode-Tagung nutzen.

Obwohl für viele Modebegeisterte neu, erwies es sich einmal mehr als bestens funktionierende Möglichkeit Wissen und Meinungen miteinander auszutauschen. Und im Auditorium im Wiener MUMOK herrschte den ganzen Tag eine angeregt angenehme und offene Atmosphäre.

Inhaltlich fand ich alle Sessions spannend und vor allem abwechslungsreich. Walter Lunzer gab – gleich in der Früh – eine sprichwörtlich lebendige Abhandlung seiner Diplomarbeit zum Thema Dresscodes zum besten. Nebenan widmete sich Strick-Guru Veronika Persché experimentellen Textilien.

Befragt, wie das Online-Kommunizieren mit dem Betreiben eines Fashionabels zusammengeht, erzählten in meiner Diskussionsrunde Julia Cepp (mija t. rosa), Claudia Lukas (Claudia Rosa Lukas, Austrian Fashion Net), Christian Moser (superated, samstag) und Moriz Piffl (Gebrüder Stitch), wie sie Website, Facebook, Blogs und co einsetzen, während im zweiten Raum über Nachhaltigkeit im allgemeinen und die Wearfair im besonderen gesprochen wurde. Zwischendurch stellten einige der Anwesenden spontan ihre Blogs vor.

Der legendäre Mario Soldo offerierte amüsante wie kritische Einblicke in die Wiener Modeszene der 80er und 90er Jahre von U-Mode bis IMOTA und ließ dazu reichlich Anschauungsmaterial wie gedruckte Einladungen – very old school ;-) – durch die Runde gehen.

Viki Krammer diskutierte die Technorati Studie State Of The Blogosphere 2009 und deren Relevanz für Fashionblogger und Sandra Konrad erklärte SEO (Search Engine Optimisation).

Derweilen gelang es Mary Scherpe mit dem nur 15-minütigen Vortrag Die Milchmädchenblogger eine wichtige und notwendige Diskussion auszulösen, deren aufklärerische Dimension leider einigen Anwesenden entgangen sein dürfte. Mehr dazu zum Beispiel hier oder hier.

Den Abschluss bildeten dann eine Dreier-Session, in der garmz, useabrand und EDITD ihre Fashionprojekte mit jeweils durchaus revolutionärem Potential diskutierten sowie die Session Bloggen als Karrieresprung, von der ich leider gar nichts mitbekommen habe, weswegen mir wohl auch keine große Bloggerkarriere mehr vergönnt sein wird.

Mit insgesamt rund 80 Teilnehmern und Teilnehmerinnen wird das FashionCamp übrigens  möglicherweise als erstes BarCamp in die Geschichte eingehen, bei dem mehr Frauen als Männer dabei waren. Und das nächste kommt bestimmt.

  • Weitere Postings über das Fashioncamp hat Maria gesammelt.
  • Links zu den Aufzeichnungen des Livestreams (by Luca) aus Raum A sowie Slides zu einigen Sessions sind hier zu finden.
  • Karola Riegler hat fast alles fotografisch festgehalten.

Foto: Karola Riegler

Temporärer Showroom von mija t. rosa

Nur eine Woche lang zeigt mija t. rosa die aktuelle Kollektion into the mirror im temporären Showroom …to be continued.

Fließende Stoffe und grobe Handstricks, Pullover aus recycelten Strickwaren, geknitterte Hüte und Kleider, Blusen, die man verkehrt herum tragen kann, sowie Allround-Modelle, die abends genauso funktionieren wie tagsüber: Die Kollektion „into the mirror“ ist so wandlungsfähig wie die Frauen, für die sie gemacht ist.

Zitat: Pressetext

Kollektionspräsentation „into the mirror“ @ …to be continued
Lerchenfelderstrasse 65, 1070 Wien
16.-22. September 2010 täglich von 12 bis 20 Uhr, sonntags geschlossen

Eröffnung: Donnerstag, 16. September 2010, 20 Uhr mit Food & Drinks
Sale von Einzelstücken und Stücken älterer Kollektionen am Samstag, den 18. September 2010

Bild: Kleid Kim, geknitterter Pillbox Hut Phillip
Fotos: Julia Spicker
Hair & Make-up: Andrea Zeilinger
Model: Aneta / Wiener Models

Departure Fashion Night 2010 mit Anna Aichinger, AND_i, Doychinoff, mija t. rosa, Mühlbauer

Fünf von der Wiener Förderfirma departure unterstützte DesignerInnen hatten gestern Gelegenheit, ihre Arbeiten in eigenen Shows zu zeigen. Darunter die – fast möchte man schon sagen – Alltime-Stars wie die Verfechterin elegant-sexy-starker Frauenmode Anna Aichinger, der international erfolgreiche Schmuckdesigner Andreas Eberharter oder der innovative Hut-Umkrempler Klaus Mühlbauer.

Neu beim 10festival bzw. natürlich beim festival for fashion & photography waren heuer Julia Cepp aka Mija T. Rosa und Maria Doytchinova aka Doychinoff.

Von Mija T. Rosa war in den letzten Monaten nicht wenig zu hören und zu sehen, ihre  Aktivitäten von Ringstraßengalerien-Award bis Modepalast dokumentiert Julia Cepp seit einger Zeit auch auf ihrem Blog. Gestern zeigte sie ihre angenehme, tragbare und auf Nachhaltigkeit bedachte Kollektion, darunter auch ihr Signature Kleid „ripped stripes“ mit bearbeiteten, recycelten Stoffstreifen.


Marlies und Klaus Mühlbauer statteten ihre Mannequins nicht nur mit allerlei Herbsthüten und Wintermützen, herrlich kuscheligen, riesigen Pelzmützen, sondern auch mit richtig vielen Teilen aus ihrem feinen Wiener Modegeschäft aus. Die akustische Atmo dazu lieferten übrigens Madchen Amick live.


Ein bisschen 80er-Jahre-Russen-Look, da hatten wir ja auch schon mal gerne Anspielungen an historische militärische Insignien und bedruckte Silberleggings, schickte Maria Doytchinova nebst streng architektonisch konstruierten Kleidern unter ihrem Label Doychinoff auf den Laufsteg.

Eine komplette Resort-Kollektion in Rosa, Blau und Blümchen, komplettiert mit Schwarz- und Nudevarianten aus edlen, duftigen Stoffen gab es dagegen bei Anna Aichinger. Die kann ich mir auch sehr gut für amerikanische KundInnen vorstellen und wünsche gleich mal viel Erfolg für Vibrant Austria in New York.


In Mull gewickelte Ballett-Elevinnen à la Daft Punk (das Styling betreffend, nicht die Choreographie!) begeisterten schließlich die einen und verstörten manche andere. Es ist nicht einfach eine Schmuck Kollektion in großem Rahmen zu zeigen, und eine Videowall mit Nahaufnahmen hätte hier bestimmt gute Dienste getan. Lovelovelove nennt Andreas Eberharter aka AND_i seine aktuelle Kollektion bestehend aus schimmernden Masken, Ringen, Reifen, Gürteln und Harnischen, die sicher wieder Fans unter hochgradigen Celebrities finden werden.

Soweit der Erlebnisbericht. Fazit: Gute Shows mit guten Kollektionen, die alle recht klar ihre individuelle Handschrift – der Begriff ist ja letzthin speziell wichtig geworden –  zeigen. Und departure hat sich wohl zur stärksten Förderinstitution im Modebereich entwickelt.

Label Websites:

Fotos, Videos: Tschilp.com

Und hier noch ein bisschen Linklove, denn es gibt natürlich auch schon unglaublich viele Bilder und Videos im Netz, z.B. bei:

mija t. rosa: into the mirror

Julia Cepp befasst sich für die  Kollektionen ihres Labels mija t. rosa ausführlich mit bestimmten Frauenfiguren, oft aus Filmen. Ihre aktuelle Frühjahr/Sommer Kollektion bezieht Referenzen aus „9½ Wochen“ und „Der letzte Tango in Paris“, möchte gleichzeitig sexy und lässig, vor allem aber authentisch sein.



Mit einer schwarzweißen Variante ihres Kleine Schwarzen „ripped stripes“ einer Arbeit mit sorgfältig gerissenem, recycelten Material, schaffte Cepp es in die Finalrunde des Ringstraßen Galerien Designer Awards, der am 21. April vergeben wird. (Die Modelle der 10 FinalistInnen sind übrigens bis dahin im Hainisch-Hof der Ringstraßen-Gallerien ausgestellt.)
Wir halten mal die Daumen.

Fotos: Julia Spicker, Hair & Make-up: Andrea Zeilinger,
Model: Aneta, Wiener Models