8 Fragen an Julia Cranz

Julia Cranz (vorne) mit Modells

Die quirlige österreichische Hutmacherin Julia Cranz mit Ateliers in Eichgraben und Venedig ist im Ausland vielleicht bekannter als hierzulande.  Die Vielarbeiterin war so nett und hat sich zwischendurch kurz mal unseren berüchtigten 8 Fragen gestellt.

Wer ist Julia Cranz?

Julia Cranz  –  ich du er sie es –  Julia Cranz?

Woher kommt Julia Cranz?

Aus dem Bauch (heraus).

Wo will Julia Cranz hin?

Ganz nach oben / höher schneller weiter.

Was unterscheidet Julia Cranz von anderen Labels?

Alles und Nichts.

Wie finanziert sich das Label?

Von selbst.

Wie siehst du die österreichische Modeförderung?

Positiv! Dank Institutionen wie Unit F, departure aber auch WKO (Wirtschaftskammer)

Was fällt dir zu „Mode in Wien“ ein?

Puhh, viel! Z.B.: Rudi Gernreich, Helmut Lang, Marianne Kohn, Gexi Tostmann, Gerda Buxbaum, W&J, Ute, Petar, A&C, Angewandte, Life Ball, MQ, 9, Park, peng!, Tatendrang, Tiberius und Sternenfänger.

Was sollte unbedingt noch über Julia Cranz gesagt werden?

Nichts.

So einfach geht das natürlich nicht. Mehr über  Julia Cranz gibt’s etwa hier oder hier. Hats and hat pieces von Julia Cranz sind in Wien z.B. bei w?atf erhältlich.

Dieser Beitrag ist Teil einer Serie von Emailinterviews mit österreichischen Designerinnen und Designern.

Super! Superated im 8-Fragen-Interview

Das österreichische Label superated leistete mit der Männer-Kollektion Sportart im letzten Jahr einen der spannendensten Beiträge zur Fußball EM. Vorige Woche zeigte man in Paris die Herbst-/Winterkollektion 2009/10.

Wer ist superated?

Neben Peter Holzinger sind Christian Moser und Bertrand Kirschenhofer Teil des superated-Stammteams.

Woher kommt superated?

superated lebt und arbeitet in Wien.

Wo will superated hin?

In die Läden und auf die Körper dieser Welt.

Was unterscheidet superated von anderen Labels?

Unsere Idee, unser Design.

Wie finanziert sich das Label, leistest du dir z.b. auch internationale Präsentationen?

Mit unseren Nebenjobs, Förderung und Sponsoren schafften wir es, unsere ersten Kollektionen zu verwirklichen. Daneben bieten wir auch kreative Dienstleistungen für österreichische Unternehmen aus unterschiedlichen Sparten an, somit können wir unsere internationale Präsenz regelmäßig gewährleisten.

Wie siehst du die österreichische Modeförderung?

Wir sehen die vorhandenen Fördermöglichkeiten natürlich sehr positiv. Ohne die Rahmenbedingungen in allen Ländern zu kennen, sieht der Vergleich für Österreich und speziell für Wien ganz gut aus.

Was fällt dir zu Mode in Wien ein?

Wien ist keine ausgesprochene, klassische Modemetropole – das sehen wir aber positiv. Dadurch ergibt sich die Freiheit, Strömungen in der Stadt aufzunehmen, zu interpretieren und sie auch international als ungesehenen speziellen Look sichtbar zu machen.

Was sollte sonst noch unbedingt über superated gesagt werden?

Super.

Das finden wir auch. Danke für das Interview!

Dieser Beitrag ist Teil einer Serie von Emailinterviews mit österreichischen Designerinnen und Designern.

Ich hab noch einen Koffer in Wien – Daniel Kroh beantwortet 8 Fragen

Daniel Kroh bei W?atf

Seit ich die ReClothings das erste Mal gesehen habe, möchte ich Herwig damit einkleiden. In Lissabon gibt’s die aber noch nicht. Dafür schon an mehreren Adressen in Wien.

So auch bei W?atf, wo ich noch im alten Jahr mit Designer Daniel Kroh und seinem Berliner Charme viel Spaß hatte. Die berühmten 8 Fragen hat Daniel natürlich per Email beantwortet und ist damit der erste Berliner Designer in der Runde.

Wer ist Daniel Kroh?

Herrenschneider und Modemacher, Herrrenschneiderlehre am Thalia-Theater in Hamburg, erster Platz beim Landeswettbewerb, Modedesignstudium an der FHTW-Gestaltung in Berlin, seit 2006 selbständig.

Woher kommt Daniel Kroh?

Mütterlicherseits liegen die Wurzeln in Ungarn, väterlicherseits in Böhmen. Kennen gelernt haben sich die beiden übrigens in Wien, auf einem Konzert meines Großvaters. Etwas später zog es sie ins mittelhessische Butzbach, wo ich in der Kleinbachstrasse 3 gezeugt worden und aufgewachsen bin.
Abitur in Giessen.

Wo will Daniel Kroh hin?

Immer wieder weg vom Mittelmaß, manchmal gegen den Strom.
Wichtig ist, den Überblick vom Ufer aus nicht zu verlieren, um dann selbst entscheiden zu können, wann man eintaucht, wo man auftaucht und wohin die  Reise gehen soll.

Was unterscheidet Daniel Kroh von anderen Labels?

Auf der einen Seite bin ich Dienstleister und Handwerker, der jeden Kunden mit seinen textilen Wünschen als eigenständiges Projekt betrachtet, sei es z.B. der Wunsch eines klassischen Maßanzuges, eines Frackes oder Smokings.

Aber auch textile Aufgaben im Bereich Corporate Fashion, oder Ausflüge in die Film- und Theaterwelt, bereiten mir große Freude.

Auf der anderen Seite erstelle ich meine eigenen Kollektionen, meine ReClothings, die aus alter Arbeitsbekleidung bestehen. Hier rette ich Material vor der Vernichtung.

Nach der Reinigung der Stoffe wähle ich die Filetstücke aus, um die Gebrauchsspuren in einen komplett neuen Kontext zu stellen und so dem Ganzen eine Eleganz zu geben.

Die handwerkliche Verarbeitung spielt hierbei eine wichtige Rolle  Man darf sich das wie ein großes Puzzle vorstellen: Es kann zum Beispiel passieren, dass eine neue Jacke aus 10 alten Latzhosen entsteht. Jedes ReClothing ist ein Unikat und  für mich auch eine Art tragbare, textile Collage.

Letztendlich entscheidet der Kunde und Betrachter über das Alleinstellungsmerkmal.

Wie finanziert sich das Label, leistest Du Dir z.B. auch internationale Präsentationen?

Das liebe Geld, ein Thema für sich, über das man nicht gerne spricht. Gelogen wäre, zu behaupten, alles aus eigener Kraft bewältigt zu haben. Sicherlich gab es Engpässe und ich habe familiäre Unterstützung erfahren, wofür ich sehr dankbar bin, dass mir gewisse Schritte ermöglicht wurden.

Derzeit bin ich durch meine Herangehensweise, sehr gut aufgestellt, wachse langsam und recht gesund.

Außerhalb Deutschlands habe ich bis dato in Österreich und Tokio meine ReClothings präsentiert.

Kommt Zeit, kommt Kroh!


Was hältst du von Modeförderung aus öffentlichen Geldern? Wie sieht diese in Deutschland aus?

Design ist Kulturgut. Förderungen im Bereich Soziales, Wissenschaft und Kultur in einem Staat sind unabdingbar. Nur bedarf es meist eines ganzen Stabes, sehr viel Energie und des richtigen Konzepts um diese Förderungen in Liquiditäten umzuwandeln, um Projekte umzusetzen.

Hier heißt es, das richtige Team zu finden und an einem Strang zu ziehen, leicht gesagt, oft schwer getan.

Die Kreativwirtschaft erreicht einen Anteil von über 20% am Bruttoinlandsprodukt der Berliner Wirtschaft. Da ist es natürlich schwierig den Kuchen aufzuteilen.

Über die Kriterien und die damit verbundenen Subventionen lässt sich allerdings streiten.


Was fällt dir  zu „Mode in Wien“ ein?

In Wien gibt es eine sehr gute, aber auch überschaubare Modeszene. Was ich allerdings als Vorteil empfinde. Wien ist für mich ein Modezentrum, mit ganz speziellem Charme und Tradition verbunden,  genau darin sehe ich einen weiteren Vorteil.  Das lokale Potential sollte absolut in den Vordergrund gerückt werden.

Bei meinen letzten Rückflügen von Wien nach Berlin sind mir oft Menschen aufgefallen, die bepackt mit Designerware in den Flieger stiegen. Auf den Taschen prangten natürlich die großen italienischen und französischen Designerbrands. Solche Bilder kannte ich eher aus Mailand. Schön wäre es Wiener Labels, oder Shops an dieser Stelle zu treffen.

Was sollte unbedingt noch über Daniel Kroh gesagt werden?

2008 Eröffnung des eigenen Geschäftes in Berlin-Charlottenburg, Sybelstrasse 43.

Ich hab noch einen Koffer in Wien. Deswegen muss ich bald mal wieder hin. Gemeint ist selbstverständlich das Gepäcksstück.

Danke für das Interview.

Daniel Kroh ReClothings sind in Wien erhältlich bei:
Glanz&Gloria, W?atf und Lila Pix

Daniel Kroh bei W?atf, Foto: Tschilp.com

Schwarz – Weiß – Rot: Ulrike Kogelmüller über ulliKo

Anfang November eröffnete in der Kirchengasse im laufend dichter werdenden Wiener Modequartier des 7. Bezirks der neue ulliKo Shop. Ulrike Kogelmüller erzählt im 8-Fragen-Interview über sich und ihr Label:

Wer ist ulliKo?

Hinter dem Label ulliKo stehe ich, Ulrike Kogelmüller.

Woher kommt ulliKo?

Ich persönlich komme aus Niederösterreich, lebe jedoch seit meinem Abschluss an der Modeschule Wr. Neustadt in Wien. Nach einem 2-jährigen Praktikum hab ich die Meisterprüfung abgelegt und im Anschluss drei Jahre als Direktice in einem Textilunternehmen gearbeitet. Nach weiteren 5 Jahren als Retail Marketing Manager bie einer Sport- und Lifestylemarke kam dann endlich der Entschluss zur Selbstständigkeit und die Gründung von ulliKo.

Wo will ulliKo hin?

Nach 3 Jahren Aufbauarbeit des Labels habe ich vor 2 Wochen einen ulliKo Shop im 7. Wiener Gemeindebezirk eröffnet. Das war eine Verwirklichung meiner nächsten Ziele.

Ein weiteres Ziel für die Zukunft ist die Etablierung am internationalen Markt. Der erste Schritt in diese Richtung wurde vergangene Sommer gesetzt mit der Teilnahme an der Bread & Butter, Barcelona. Weitere Messeteilnahmen im kommenden und den Folgejahren sind geplant.

Was unterscheidet ulliKo von anderen Labels?

Eines der Merkmale von ulliKo Kollektionen ist die Vorliebe von Schwarz – Weiß – Rot Kombinationen und das Spiel mit geometrischen Konstrukten. Die Designs sind frei von überflüssigem Beiwerk und konzentrieren sich auf das Wesentliche und die Funktionalität.

Alle ulliKo Modelle werden in Österreich gefertigt und unterliegen einem hohen Qualitätsanspruch.

Wie finanziert sich das Label, leistest du dir z.B. auch internationale Präsentationen?

Das Label finanziert sich mittlerweile zum Großteil vom Verkauf der Kollektionen. Weiters übernehme ich auch Jobs im Ausstattungsbereich und CI Bekleidung.

Internationale Präsentationen sind mit hohen Kosten verbunden, daher kam unter anderem im letzten Jahr auch der Zusammenschluss mit einer Gruppe von Kollegen, um gemeinsame Sache zu machen und die Kosten und Arbeit zu teilen.

Wie siehst du die österreichische Modeförderung?

Um ganz ehrlich zu sein, hab ich mich noch nicht ausreichend mit diesem Thema befasst. Bis jetzt hab ich alles alleine auf die Beine gestellt. War hart, ging aber.

Für die Zukunft, denk ich, werde ich mich um eine Förderung bemühen, im Besonderen für die Internationalisierung.

Was fällt dir  zu „Mode in Wien“ ein?

Mir gefällt, dass im Moment so viel passiert. Es gibt viele Wiener Labels auf einem hohen Niveau und Veranstaltungen wie z.B. der Modepalast bieten eine leistbare und sehr gute Plattform seine Kollektionen in Wien vorzustellen. Weiters hab ich das Gefühl, dass wir alle gut vernetzt sind und zusammenarbeiten, was für die Zukunft viel Gutes bedeuten kann.

Was sollte unbedingt noch über ulliKo gesagt werden?

Seit Anfang November gibt es den ulliKo shop in der Kirchengasse.

Vielen Dank für das Interview!


ulliKo shop
Kirchengasse 7, 1070 Wien
Öffnungszeiten: Dienstag – Freitag 11 – 19 Uhr, Samstag 10 – 17 Uhr

8 Fragen an George Bezhanishvili

Er studiert in der Modeklasse der Universität für angewandte Kunst, und mit seiner Kollektion für den kommenden Herbst/Winter hat George Bezhanishvili im 3. Jahrgang gleich mal zwei Preise abgeräumt.

Wer ist George Bezhanishvili?

21 jähriger georgischer Modestudent an der Universität für angewandte Kunst, Wien.
1,83, 60 kg, braune haare und blaue Augen.

Woher kommt George Bezhanishvili?

Tbilisi, Hauptstadt Georgiens.

Wo will George Bezhanishvili hin?

Über die Modehäuser Europas, eines Tages in mein eigenes Atelier.

Was unterscheidet George Bezhanishvili von anderen Labels?

George Bezhanishvili.

Wie finanziert sich das Label, leistest du dir z.B. auch internationale Präsentationen?

An internationalen Präsentationen ist im Moment finanziell überhaupt nicht zu denken. Meine bisherigen Arbeiten finanzierte ich mit Teilzeitjobs und ordentlich Hingabe.

Wie siehst die österreichische Modeförderung?

Es gibt viele Möglichkeiten im Österreich von allem in Hinsicht auf die Größe des Landes. Man wird als junger Kreativer gerne unterstüzt.

Was fällt dir zu Mode in Wien ein?

Wien ist eine stilvolle Stadt, in der sehr viel Wert auf Kultur gelegt wird. Vor allem ältere leute ziehen sich sehr gut an, und es ist auch eine Freude in der Stadt Geschäfte zu haben, die auf internationalem Niveau sehr spannende Labels einkaufen.

Was sollte sonst noch unbedingt über George Bezhanishvili gesagt werden?

Ich hoffe dass mein Gewand mehr über mich erzählt, als ich.

Dieser Beitrag ist Teil einer Serie von Emailinterviews mit Designerinnen und Designern in Österreich.