Archiv des Tags ‘8fragen’

Michaela tschilpt

Interview & Vorschau Frühjahr/Sommer 08: rosa mosa

20. Dezember 2007 17:36, by Michaela

rosa mosa: Modell Lisa Grigio, SS08, Foto: Martin Stoebich, Styling: Yohei Yoshida

Eben habe ich meine rosa mosa Sommerschuhe angezogen. Nein, die sind noch nicht aus der neuen Kollektion. Aber ich halte das Tragegefühl einfach für passend und wichtig: die verschiedenen Lederarten, die Kombination aus weich, samtig, hart, biegsam, glatt, der Geruch…

rosa mosa: Modell Sasha Sale, SS08, Foto: Martin Stoebich, Styling: Yohei Yoshida

Wer ist rosa mosa?

Simone Springers und Yuzi Mizobuchis Label für Footwear + Accessores, fortlaufende Kollektionen von Schuhen in Kleinserien.

Wo kommt ihr her?

Salzburg/Kyoto

Wo möchtet ihr hin?

We want rosa mosa worldwide with a Vienna Headquarter.

Was unterscheidet rosa mosa von anderen Labels?

Individualität, Humanität und Klasse

Wie finanziert ihr euer Label und wie kann man sich z.B. eine Präsentation während der internationalen Fashion Weeks leisten?

Durch totale Investition der Ausschüttung aus dem Verkauf der Vorkollektion und durch Förderung (departure), durch ein Netzwerk von Fotografen, Stylisten, Assistenten, die teilweise auch auf der Basis des Naturalienaustauschs arbeiten - vielen Dank!

Wie seht ihr die österreichische Modeförderung?

Als eine sich langsam entwickelnde; gefördert wird momentan auf verschiedenen Ebenen mit sehr unterschiedlichem Target. Internationalität hat Priorität - ein scheinbar nicht abzulegender Komplex dieser Nation?

Was fällt euch zu “Mode in Wien” ein?

Einstecktücher und Fuchspelzkrägen, young designers, Helmut, that´s it.

rosa mosa: Modell Tina Giallo, SS08, Foto: Martin Stoebich, Styling: Yohei Yoshida

Die Bilder zeigen Modelle der neuen Frühjahr/Sommer Kollektion 2008. Fotos: Martin Stöbich, Styling: Yohei Yoshida

rosa mosa ist in Wien erhältlich bei:
Nachbarin
shu!
modus vivendi

Dieser Beitrag ist Teil einer Serie von Emailinterviews mit österreichischen Designerinnen und Designern.

Michaela tschilpt

Flor de Illusion: Interview mit Wolfgang Langeder

10. Dezember 2007 18:24, by Michaela

An der schönen Adresse Wiesenweg 5, etwas ausserhalb von Linz, ist der Sitz von Flor de Illusion. Hier entsteht Mode, die das Treiben der Großstadt als Inspiration nicht braucht.

Flor de Illusion, Spring Summer 2008 Kollektion “Travail”, Foto: Elisabeth Grebe

Wer ist Flor de Illusion?

Ich bin Wolfgang Langeder, geboren 1971 in Linz, neben und nach dem Geschichtestudium in Wien “klassische” Ausbildung in Sachen Schneiderkunst, Assistenz bei Edwina Hörl, seit 2001 eigenes Label Flor de Illusion, 2004 Debut in Paris.

Wo kommen Sie her?

Aus der europäischen Kleidertradition und ihren konkreten Vorstellungen von Kleid-Körpern.

Wo möchten Sie hin?

Zu einer nicht-gegenwärtigen, abgehobenen, eigen-förmigen Kleider-Welt, die Menschen anregt.

Wie finanzieren Sie Ihr Label und wie kann man sich z.B. eine Präsentation im Rahmen der Pariser Fashion Week leisten?

Flor de Illusion finanziert sich durch eigene Einkünfte und Sponsorenmittel bzw. Fördermittel österreichischer Unternehmen und der öffentlichen Hand.

Wie sehen Sie die österreichische Modeförderung?

Reformbedürftig - gut wäre es, auf bestehende Erfahrungswerte von Designern zurückzugreifen und davon ausgehend effiziente Förderkonzepte zu entwickeln. Ich halte zwischengeschaltete Strukturen für unnötig, Geld sollte in eine Verbesserung der Ausbildung (um die notwendigen professionellen Grundlagen zu schaffen), in Stipendien (die stellen Verbindungen zum internationalen Mode-Netzwerk her und stärken rückwirkend die Szene vor Ort) und an Designer direkt gehen (zeitlich begrenzt , ein Label/Business langfristig durch Förderungen zu finanzieren, ist nicht sinnvoll).


Was fällt Ihnen zu “Mode in Wien” ein?

Knize, Fred Adlmüller, Helmut Lang. Gegenwärtig ein Aufblühen der Szene und von Mode in Österreich insgesamt.

Flor de Illusion ist in Wien bei Nachbarin erhältlich, Accessoires auch bei artup. Das Bild zeigt ein Jacket aus der neuen Frühjahrs/Sommer-Kollektion “Travail”, Foto: Elisabeth Grebe, Linz.

Dieser Beitrag ist Teil einer Serie von Email-Interviews mit österreichischen Designerinnen und Designern.

Michaela tschilpt

Interview: Awareness & Consciousness

29. Oktober 2007 00:38, by Michaela

Diesmal hat Christiane Gruber, die für Awareness & Consciousness verantwortlich zeichnet, meine 8 Fragen beantwortet. Das Label überrascht immer wieder mit einer ziemlich aufwendigen Einfachheit - das ist in dem Fall kein Widerspruch - und wunderbaren Jerseys. “Never get lost” ist der Titel der kommenden Frühjahr/Sommer Kollektion, die Anfang Oktober in Paris gezeigt wurde.
Awareness & Consciousness “Never get lost” SS08, Foto: Bettina Komenda Awareness & Consciousness “Never get lost” SS08, Foto: Bettina Komenda Awareness & Consciousness “Never get lost” SS08, Foto: Bettina Komenda Awareness & Consciousness “Never get lost” SS08, Foto: Bettina Komenda

Wer oder was ist Awareness & Consciousness?

Ein komplizierter Name zum Aussprechen.

Awareness & Consciousness bedeutet beides: Bewusstsein und Bewusstheit und steht für Accessoires & Clothes und um’s leichter zu machen, kurz einfach A&C.

Hinter dem Label steht Christiane Gruber, wobei die Accessoires der letzten Kollektionen in enger Zusammenarbeit mit der bildenden Künstlerin Anneliese Schrenk entstanden sind.

Wo kommen Sie her?

(Nun kann ich endlich jemandem eine Freude machen…)
aus Waldbach, einem winzigen Dorf in der grünen Oststeiermark

Wo möchten Sie hin?

Ich möchte ganz zufrieden und weise sein, wenn ich alt bin… Und ich habe ein gutes Gefühl, dass ich mal ganz alt werde… davor habe ich nämlich keine Angst,… was mir aber ein bisschen Angst macht ist der Weg dort hin, der Mittelteil… denn da frage ich mich schon oft, wie ich da durchkommen werde.

Was unterscheidet Awareness & Consciousness von anderen Labels?

Sehr, sehr weiche, angenehme, fliessende und zarte Jerseykollektionen. Die im Grunde auf sehr einfachen Schnitten aufgebaut werden, aber sehr aufwendig und mit viel Liebe zum Detail verarbeitet, zeitlos und edel sind und gute Qualität haben.

Wie finanzieren Sie Ihr Label und wie kann man sich z.B. eine Präsentation im Rahmen der Pariser Fashion Week leisten?

Durch Unterstützungen und viel Hilfe, durch (wahrscheinlich wieder) nebenbei Jobben und sparen wo’s geht, und natürlich durch viel “unbezahlte” Arbeit.

Wie sehen Sie die österreichische Modeförderung?

Es gibt sie und sie hilft… Aber am besten wäre es, wenn man so erfolgreich wäre, dass man auf eigenen Beinen stehen kann.

Was fällt Ihnen zu “Mode in Wien” ein?

Auf der einen Seite passiert immer mehr (sicherlich unterstützt und ermöglicht durch Förderungen.) Viele neue junge Designer und Labels, Plattformen, Guides, Shows, neue Konzeptstores, Messen und Veranstaltungen…

Aber auf der anderen Seite finde ich, es wird zwar schon besser, aber die, die sich diese Art der Mode kaufen oder leisten können, könnten manchmal mehr Modebewusstsein bzw. einen individuelleren Stil entwickeln. In Wien zählen generell doch meist nur die “großen Marken”.

Was sollte sonst noch unbedingt über Awareness & Consciousness gesagt werden?

www.awarenessandconsciousness.com

Bilder: Awareness & Consciousness, “Never get lost” Kollektion Spring/Summer 2008
Photos: Bettina Komenda, Photo-Assistance: Michael Strasser, Model: Babora H./Exit, Make-up&Hair: Dalila Riccetti/perfect props

Awareness & Consciousness gibt es in Wien bei Park.

Rechtzeitig vor Weihnachten findet erstmals findet ein Sample Sale von Ute Ploier Menswear & Awareness & Consciousness Womenswear statt!
Freitag 30.11., von 15 – 20 Uhr
Samstag 1.12., von 12 – 18Uhr
Studio Ute Ploier
Rüdigergasse 8/3a+b
1050 Wien

Michaela tschilpt

Interview: 8 Fragen an Eva Blut

26. Oktober 2007 12:44, by Michaela

Wer ist Eva Blut?

Eva Blut ist ein Label zur Entwicklung überraschender und funktionaler Raumgestalten. Und es ist eine fiktive Person die jene Kleider und Accessoires trägt.

Wo kommt Eva Blut her?

Made in Austria

Wo möchte Eva Blut hin?

In die Hände emanzipierter Menschen, die das Vokabular Mode nützen, um sich im Hier und Jetzt mit ihrer Persönlichkeit zu vermitteln und daheim zu fühlen.

Was unterscheidet Eva Blut von anderen Labels?

Jedes Label unterscheidet sich von einem anderen durch Handschrift und Herangehensweise.

Wie finanzierst Du dein Label und wie kann man sich z.B. eine Präsentation bei der Pariser Fashion Week leisten?

Allein die Fragestellung impliziert, daß in Ö nicht angenommen wird, daß man von Mode leben kann – bzw. ein Wirtschaften mit zeitgenössischen Gütern gewinnbringend sein kann. Das ist schade und zeigt sich auch im kaum Vorhandensein potenter heimischer Labels (bzw. deren Abwanderung) wie andere Länder sie sehr wohl hervorbringen.

Das Modebusiness ist nicht einfach, weil man ja eine Nische bedient und der Aufwand von Präsentation und Imageproduktion ein vergleichsweise hoher ist. Aber es geht, wenn man neben der eigenen Kreativentwicklung auch Vertriebswege, Produktionsweisen und Partnerschaften beizeiten kultiviert.

Zudem entdecke ich nach ca. 10 Jahren am Markt gerade, daß nicht ausschließlich Paris heilbringend ist, sondern es viele Wege gibt, um mit Ideen (gepaart mit Umsetzungskompetentz) zu wirtschaften. Das ist sehr befreiend und abwechslungsreich.
Und - solange man sich nicht im ausschließlich kommerziellen Raum bewegt - produziert man ein Kulturgut. Als solches ist es förderungswürdig.

Wie siehst Du die österreichische Modeförderung?

Sehr zentralistisch.

Was fällt Dir zu “Mode in Wien” ein?

Wien ist ein modisches Biotop abseits von großen Marktplätzen – mit allen vor- und Nachteilen die dieser Umstand birgt. Enorme vielfalt, die im Stadtbild noch wenig ablesbar ist.

Meine 8. Frage (Was sollte sonst noch unbedingt über Dich gesagt werden?) ließ Eva Blut unbeantwortet, deshalb sei hier nochmals auf ihre umfangreiche Website verwiesen. Danke für das Interview.

Eva Blut und Sonja Bischur am Freitag, den 9.11.07 von 18-21 Uhr und am Samstag, den 10.11.07 von 11-20 Uhr am Yppenplatz 5, Brunnenmarkt, 1160 Wien

Kleidung und Asseccoires von Eva Blut sowie Schmuck von Sonja Bischur kann man am Freitag, den 9.11.07 von 18-21 Uhr und am Samstag, den 10.11.07 von 11-20 Uhr am Yppenplatz 5, Brunnenmarkt, 1160 Wien erstehen.

Dieses Interview ist Teil einer Serie, in der ich jeweils die gleichen 8 Fragen an Designerinnen und Designer aus Österrreich stelle.

Michaela tschilpt

Interview: Carolin Lerch, Pelican Avenue

22. Oktober 2007 23:35, by Michaela

Für meine 8-Fragen-Email-Interview-Serie habe ich diesmal die in Antwerpen lebende Designerin Carolin Lerch aka Pelican Avenue eingeladen. Ihr Label beobachte ich schon seit einiger Zeit oder besser gesagt seit es bei Park erhältlich ist.

Die ersten Oberteile fand ich ziemlich retro, sie erinnerten mich aus irgend einem Grund an Pink Floyd Coverart und Jean Michel Jarre Sound. Beides hab ich dem Himmel sei dank schon lange hinter mir gelassen, aber neulich musste ich feststellen, dass ich John Waters’ Music from the Body doch tatsächlich wieder hören kann. Das ist wohl ein Effekt, der gemeinhin auf eine gewisse Zeitlosigkeit zurückgeführt wird.

Von ähnlicher Qualität - abgesehen von der erstklassigen Ausführung der Digitaldrucke und der Verarbeitung - ist die Mode von Pelican Avenue: Gleichzeitig ganz jetzt und trotzdem außerhalb der Zeit. Spannend!

Wer oder was ist Pelican Avenue?

EIN LABEL DAS NACH NEUEN AUSDRUCKSFORMEN/WEGEN IN MODE SUCHT

Wo kommen Sie her?

BREGENZ

Wo möchten Sie hin?

WELTBUERGERTUM

Was unterscheidet Pelican Avenue von anderen Labels?

VIELLEICHT EINE GEWISSE UNVORHERSEHBARKEIT; KEINE BASICS; VIDEOS

Wie finanzieren Sie Ihr Label und wie kann man sich z.B. eine Präsentation im Rahmen einer Fashion Week leisten?

LOW BUDGET LOESUNGEN

Wie sehen Sie die österreichische Modeförderung?

KANN EINE GROSSE HILFE SEIN; BEDEUTEND MEHR ALS IN ANDEREN LAENDERN

Was fällt Ihnen zu “Mode in Wien” ein?

DIE GROESSTE STAERKE IST DER OESTERREICHISCHE EIGENSINN; DIE WIENER MODESZENE ERLEBT IN DEN LETZTEN JAHREN EINEN UNGLAUBLICHEN AUFSCHWUNG (PARK, ANGEWANDTE, NEUE DESIGNER…);

Was sollte sonst noch unbedingt über Pelican Avenue gesagt werden?

www.pelicanavenue.com

Die folgenden Fotos zeigen die letzten 3 Kollektionen, die zusammen die Trilogie “cycle fiction” formen.

Pelican Avenue, Trilogie “cycle fiction”: “day-01″ - die Apokalypse, Photos: Bettina Komenda + Priska Morger Pelican Avenue, Trilogie “cycle fiction”: “day-01″ - die Apokalypse, Photos: Bettina Komenda + Priska Morger Pelican Avenue, Trilogie “cycle fiction”: “day-01″ - die Apokalypse, Photos: Bettina Komenda + Priska Morger

Pelican Avenue, Trilogie “cycle fiction”: “ousted” - der Tag danach, Photos: Tabassom Charaf und Pelican Video Pelican Avenue, Trilogie “cycle fiction”: “ousted” - der Tag danach, Photos: Tabassom Charaf und Pelican Video

Pelican Avenue, Trilogie “cycle fiction”: “drone” - the Rise of the Armies, Video still: Pelican Video

Credits:
“day-01″- die Apokalypse, Photos: Bettina Komenda und Priska Morger
“ousted”- der Tag danach, Photos: Tabassom Charaf und Pelican Video
“drone”- the Rise of the Armies, Video still: Pelican Video
Danke für das Interview.

Pelican Avenue gibt es in Wien bei Park.