Azubis 10: Eine kollektive Kollektion

Ein alter Hadern begleitete musikalisch das junge Gewand, als letzen Freitag der Bachelorlehrgang Mode im Wiener Wittgensteinhaus seine erste eigene Show präsentierte.

Unter der neuen künstlerischen Leitung – seit Herbst letzten Jahres stehen dem Studiengang Wally Sallner und Johannes Schweiger aka fabrics interseason vor – untermalten nämlich Mike Oldfields unsägliche Tubular Bells – was war ich damals froh, als diese endlosen, psychedelischen Konzeptalbenauswüchse endlich von knackigen 2 Minuten Punknummern abgelöst wurden – ein hochprofessionell vorgetragenes Defilee, das in ungewohnter Weise das Gemeinsame in den Vordergrund rückte.

Anstatt hierarchisch mit den Arbeiten der “Kleinen” zu beginnen und als krönenden Abschluss die “Fertigen” zu zeigen, stellten Samuel Drira und Sybille Walter (encens Magazine, Paris) einzelne Teile der StudentInnen zu stimmigen Outfits zusammen, sodass man den letztendlich Eindruck erhielt, es handle sich um ein Kollektiv, das an einem gemeinsamen Label arbeitet.

In einer Zeit der Ich-AGs vielleicht nicht der schlechteste, womöglich sogar ein revolutionärer Ansatz. Jedenfalls aber ein sehr valider und absolut gelungener Versuch, das Studium, das erst seit dem Wintersemester 2006/07 als Kooperation der Modeschule Wien in Schloss Hetzendorf mit der Universität für künstlerische und industrielle Gestaltung Linz durchgeführt wird, mit einem starken Statement zu positionieren.

Dass das Anlass zu Kritik gibt, war natürlich absehbar, siehe z.B. bei Blica oder Stylekingdom, ist aber eigentlich auch wieder Qualitätsmerkmal.


Hier noch für alle, die ohne die ausführlich betexteten Plakatfolder nach Hause gegangen sind, die Namen der beteiligten StudentInnen:

BAKK 2:

  • Pia Bauernberger
  • Leopold Bossert
  • Alice Frey
  • Lena Marie Fuhrmann
  • Elvira Greblic
  • Laura Haberkorn
  • Julia Harsanyi
  • Isbael Helf
  • Alice Kim
  • Aleksandra Kuleska
  • Luba Liebendörfer
  • Isolde Mayer
  • Natalie Ofenböck
  • Katharina Perzl
  • Maximilian Rittler
  • Simone Sassmann
  • Leonie Soyel
  • Claudia Stanek
  • Teresa Toth
  • Katahrina Triltsch
  • Christoph Tsetinis
  • Daria Vdovitchenko
  • Katrin Wallner
  • Louise Witt-Döring
  • Katharina Zanon


BAKK 4:

  • Olivia Altmann
  • Stefanie Dirninger
  • Johanna Diwold
  • Lisa Donhauser
  • Lisa-Marie Edi
  • Verena Huber
  • Juliane Hutterer
  • Daniela Karlinger
  • Diane Krusche
  • Christine Lang
  • Lida Marinkova
  • Katrin Mayer
  • Jennifer Milleder
  • Christina Nehrer
  • Inga Nemirovskaja
  • Carolina Neuhold
  • Madeleine Nostiz-Rieneck
  • Gabriel Schlesinger
  • Valentina Suvorova
  • Zsuzsanna Toth
  • Dominika Turociova
  • Romana Zöchling

BAKK 6:

  • Konstanze Baumgartner
  • Doris Bujatti
  • Madeleine Bujatti
  • Susanne Duit
  • Tanja Graf
  • Stefanie Hofer
  • Carolin Holzhuber
  • Alexandra Jeller
  • Lila John
  • Susanne Kössler
  • Anna Mang
  • Julia Mayer
  • Jennifer Mory
  • Anne Muller
  • Alice Müller
  • Iliana Natcheva
  • Katharina Perkhofer
  • Julia Scharl
  • Robert Schermann
  • Alexandra Surugiu
  • Elisa Thönen
  • Manuela Trinh
  • Katja Wegerer
  • Barbara Wimmer
  • Melanie Winkler

Und hier noch für jene, die noch nicht so lange erwachsen sind, vielleicht auf den Sound stehen und dafür optisch Handykameraqualität in Kauf nehmen wollen, der Link zu Max’ archiviertem Livestream.

Im Haus Wittgenstein, Parkgasse 18, 1030 Wien ist übrigens noch bis Montag 14. Juni (10 bis 17 Uhr) die Ausstellung Azubis 10 mit Arbeitsskizzen der StudentInnen zu sehen.

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12 Responses to Azubis 10: Eine kollektive Kollektion

  1. gesunde frische sagt:

    hi,
    weder gesund noch frisch.
    bin da ganz bei blica und stylekingdom.

    ich finde es absolut nicht in ordnung wenn man mit den arbeiten der studenten experimentiert, und damit promotion für die institution und deren neuer jungprofessoren und ihren stylingfreunden (hier kuratoren genannt ) betreibt.
    das bacc ist hier der abschluß einer ausbildung.
    die institution und ihre mitarbeiter müssen den abgängern was bieten und nicht umgekehrt!

    die namensliste hier ist erschreckend. hängen bleiben tut eine fabrics abklatsch show.

  2. Michaela sagt:

    also ich denke, das wäre jetzt echt der Zeitpunkt, wo Kommentare von Studierenden aufschlussreich wären! (Gibt es ja auch bei blica.)

    das sind 72 Personen, wenn ich mich nicht verzählt habe, die doch wohl auch schon im Vorfeld mit ihren Professoren über die Art der Präsentation geredet haben werden, das nehm ich doch schon stark an.

    @gesunde frische: was findest du denn erschreckend an der liste? Im gegensatz zu allen anderen blog-kollegInnen, hab ich die Namen wenigstens genannt.

  3. gesunde frische sagt:

    uch, sorry.
    erschreckend fand ich diese lange liste von menschen.
    dachte daß es sich beim bacc um höchstens 20 studenten handelt.

    glaubst du wirklich daß studenten sich öffentlich kritik zu üben trauen?
    daß sie im herbst was eigenes auf die beine stellen wollen, finde ich toll
    , und reicht mir als statement.

    ganz ehrlich: ich möchte jede einzelne kollektion der abgänger sehen, die 4 jahre hier studiert haben. mit den kollektionen der ersten jahrgänge hätte man das so vielleicht machen können.

  4. gesunde frische sagt:

    muß eine abschlußarbeit denn immer in einer kollektion mit großevent enden?

  5. BEGEISTERT! sagt:

    genial! stark! genau mein ding, find ich grossartig!

    1. ergibt das einen ansprechenden gesamtauftritt, bei der ersten präsentation einer “klasse” doch wünschenswert.
    2. ergibt das eine durch 4 (internationale) augen gefilterte gesamt-show.
    3. ist es eine art von jurierung für die studentinnen, ob ihr outfit auch ausgewählt wurde, mit dem sie ja konstruktiv umgehn können.
    4. sind immer stylisten diejenigen, welche schlussendlich bestimmen , was auf den laufsteg geschickt wird und wie! zumindest international funktioniert das so. bei uns eh nicht??!!
    5. find ich s total ok, den zuschauerinnen nicht JEDES kleidchen zuzumuten. ich finds für die zuschauerinnen fair und angenehm, dass sich da jemand die arbeit angetan hat und eine richtige SHOW-KOLLEKTION zusammen gestellt hat!
    6. dann doch halt herzeigen, wer was gemacht hat, wär ev. wichtig gewesen, wie man an den reaktionen sieht. zb in form von begleitenden visuals oder photo-ausstellung im foyer oder so.
    für mich aber nicht.

  6. Michaela sagt:

    nur noch zur info für die klickfaulen: die ersten absolventinnen des bacc haben letztes jahr gemeinsam mit den anderen schülerinnen von hetzendorf gezeigt, siehe zb hier.

    das sehe ich halt so als die herkömmliche art der präsentation, war auch sehr gut gemacht und vor allem die absolventinnen haben super arbeiten gezeigt, aber es ist halt mehr diese hierarchisch aufgebaute kraut und rüben schau.

    @gesunde frische: andere form, ja aber welche? und das publikum war dir vorhin doch wichtig??

    @BEGEISTERT: zu punkt 6, stimmt, das wäre eine gute möglichkeit gewesen.

  7. gesunde frische sagt:

    @ begeistert:
    ein guter gesamtauftritt hätte vorher vielelicht im jänner passieren müssen, damit die abgänger nun auch davon profitieren hätten können.

    punkt 2 – 4: sollte doch hoffentlich teil der ausbildung sein.
    punkt 5: stimme vollkommen zu. man muß nicht alles präsentieren. abschlußarbeiten reichen.

    die abschlußarbeit ist die arbeit, mit der man sich um jobs, praktika oder bei wettberwerben bewirbt.
    nach der bakk 6 liste gibts nun 25 absolventen ( durften überhaupt alle? ) mit denselben looks in der dokumentation, obwohl sie bestimmt unterschiedliche ansatzpunkte vertreten.

  8. löw sagt:

    stylisten gehen aber schon auf die idee des designers ein, die hinter seiner kollektion steht. das dies bei so vielen studenten nicht möglich ist klar, allerdings weiß ich nicht ob es von vorteil ist ein styling im stil von fabrics interseason zu präsentieren. das stinkt ein bisschen nach pr-gag!?

  9. kelleroffice sagt:

    @löw pr-gag? – das finde ich einbischen übertrieben…

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