The Vienna Fashion Observatory: Workshop mit Mary Scherpe

Workshop zum Thema Streetstyle mit Mary Scherpe @ The Vienna Fashion Observatory

„Es ist dein Foto. Nimm dir die Zeit, die du brauchst.“ Klingt simpel, ist es aber nicht. Denn um überhaupt erstmal so weit zu kommen, muß ja die größte Hürde überwunden werden: eine unbekannte Person auf der Straße anzusprechen, um ihr Einverständnis für ein Foto zu bekommen. Und dann beginnt die wirkliche Arbeit.

Die Berliner (Streetstyle)-Fotografin und Modebloggerin Mary Scherpe lud gestern ins Vienna Fashion Observatory zum Foto-Workshop. Und das lief so: Mit neun anderen Interessierten wie etwa Michaela/Cooloutfit schwärmte ich nach kurzer Vorstellungsrunde gleich mal im Areal aus. Der Auftrag lautete, innerhalb von 15 Minuten mit mindestens einem, aus individueller Sicht brauchbaren Bild zurückzukehren.

Und schon erteilte mir ein vermeintliches Modell die erste Lektion: Es hatte nämlich keine Lust. „Nicht persönlich nehmen, einen schönen Tag wünschen und weiterschauen,“ so in etwa hatte Mary vorher gemeint. Der zweite Versuch mit einem Studenten aus Bulgarien gelang zumindest bis zu diesem Punkt ganz gut.

Eine verdammt kurze Viertelstunde später wurden dann anhand der Fotos verschiedene Aspekte der Bildkomposition und der jeweiligen Situation besprochen und Mary teilte mit scharfem Auge und viel Einfühlungsvermögen ihren reichen Erfahrungsschatz mit uns. Die besten Hinweise waren für mich dabei die einfachsten, denn genau darauf vergisst man so leicht in der Aufregung.

Dass der Hintergrund nicht zu sehr ablenken sollte, war ja noch klar. Dass man jemanden auch bitten könnte, ein paar Meter weit mitzukommen, um eine ruhigere Umgebung zu erzielen, kann schon wieder zur Mutprobe werden. Dass grelles Sonnenlicht ziemlich unvorteilhafte Schatten auf Gesicht und Körper erzeugen kann, ist auch nicht wirklich neu, wenn ich so an diverse, eher unfreiwillge Urlaubsverewigungen denke. Dass man das Modell zur Vermeidung derselben auch in den Schatten stellen könnte, hey, ja, das geht!

So gab’s im zweiten Durchgang viel an Fortschritten und neuen Erkenntnissen zu besprechen. Drei – ja wir haben überzogen – lehrreiche und unterhaltsame Stunden, die meiner Fotowand für The Vienna Fashion Observatory sicher gut tun werden.

Danke! Mary Scherpe ist noch bis Donnerstag zu Gast in Wien.

Blogs von Mary Scherpe:

7 thoughts on “The Vienna Fashion Observatory: Workshop mit Mary Scherpe

  1. Für Streetstyle bin ich eigentlich zu schüchtern (oder will ich einfach nicht?) finde es aber eine gute Übung mal die comfort zone zu verlassen.

    Ich frage mich oft, ob es für Frauen nicht einfacher ist, weil Männer und Mädels („Darf ich ein Foto von dir machen?“) oft komisch rüberkommt.

  2. schön, daß du dabei bist! wäre ich auch gerne.

    ich habe letztes wochenende in haslach ordentlich mut gesammelt und die leute nach der reihe gefragt, ob ich ein foto von ihnen machen könnte. da hat keineR gekniffen.
    aber es stimmt schon, models mitnehmen und in eine schönere umgebung, in den schatten stellen und nicht in die pralle sonne….das hat alles funktioniert.
    jetzt bräucht ich noch eine bessere kamera…..

    wer war denn noch dabei beim workshop?

  3. @ Mia, yep, ich seh’s als spannendes Projekt, viel zu Lernen. Und mir ist einmal mehr klar geworden, dass gute Fotografie oft auch ein Frage der Kommunikation ist.

    Ob’s für Männer schwieriger ist? Ich glaube im Rahmen des Workshops war das nicht so. Wäre jetzt interessant zu wissen, wie das Verhältnis weibliche zu männliche Modells war, hab ich leider nicht mitgezählt.

    @ Fr.Jona&son, deine Bilder sind mir gestern auch gleich aufgefallen, finde ich sehr interessant. Das mag ich am liebsten.

    Denke, es geht nicht nur um die die Qualität der Kamera, sondern um den Blick, ein geschultes Auge, die Überlegung, was will ich überhaupt zeigen mit dem Bild und wie erreiche ich das.

  4. Oh danke, daß Du was von den Bildern magst. Ja, das eine war ein unbewußter Treffer- die rote Wand, die Leute im Hintergrund- die KLeiderpuppe am Eck…
    Die Standlerin war verblüfft, daß ich sie und nicht ihren Stand fotografieren wollte. Das Lachen war also ein spontanes, überraschtes.

  5. haach, schade, dass ich nicht dabei war:-(( Hab den Termin verpasst, wird es so was ähnlichen noch geben?
    Ich zerbreche mir den Kopf darüber wie es mit dem veröffentlichen solcher Fotos im i-net ist….theoretisch darf man ja doch keine fotos fremder menschen ohne die eigene einwilligung veröffentlichen oder?

  6. @kunstwerkstattwien: deswegen sollte man ja auch fragen. heimlich fotografieren gilt als no-no.
    @Phillipp: habe beim workshop aufgrund von kompatibilitätsproblemen (ich sage nur sony) mit mary’s kamera geknippst, wo die bilder auch geblieben sind (usb stick hatte ich leider vergessen)…
    mehr schnappschnüsse gibt’s aber demnächst hier http://theviennafashionobservatory.com/?cat=251

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