Single sein ist schwer, besonders zu den Feiertagen …

Wieder steht Silvester vor der Tür. Und ich habe Dringlicheres auf der Seele, als die leidige Frage, was ziehe ich zu Silvester an. ich bin jetzt schon die dritte Silvesternacht ohne Mann. Das heißt genauer gesagt ohne Beziehung. Weihnachten konnte mich die Familie aus dem tiefen Loch der schleichenden Depression reißen: mein Bruder, meine Mutter und vor allem mein zehnjähriger Sohn. Meine kleine Familie, die ich bekochen durfte…

Freundinnen helfen da nicht wirklich. Mir schwirrt mir der Kopf vor lauter gutgemeinten Ratschlägen: Du darfst nicht suchen, lass dich finden! Du bist noch nicht bereit! Sei einfach offen, einen Mann findest du überall! Sei nicht so verkrampft, bleib locker! Anscheinend musst du erst lernen, alleine gut zu leben! Wenn sich eine Tür schließt, geht eine andere auf! Und am Schlimmsten, der Ausspruch meines Ex – der es immerhin 18 lange Jahre mit mir ausgehalten hat, bis ich mich wegen eines Anderen trennte -: Wenn ich gehe, findest du keinen mehr! (Den Nachfolger habe ich dann bereits nach zwei Jahren verabschiedet. Immerhin, der Sex war gut…)

Ohne Mann Silvester und Weihnachten und Ostern feiern zu müssen, ohne Partner durchs Leben zu gehen, das ist so wie alleine auf Urlaub fahren: Als ich sechzehn war, hab ich das gezwungenermaßen gemacht: Interrail, und in Portugal hab ich mich dann den zwei besten Freundinnen, mit denen ich unterwegs war, zerstritten. So bin ich weiter allein nach Barcelona, Südfrankreich, San Remo: Und all die tollen Eindrücke durfte ich mit niemanden teilen! Was hab ich mich einsam gefühlt ! (Obwohl, so viele Menschen wie damals hab ich in keinem Urlaub mehr kennen gelernt.)

Ich will nicht übermäßig klagen: Als ich den Mann meines „vorigen“ Lebens traf, war ich bereits einundzwanzig Jahre alt. Das wird schon auch an mir gelegen haben. Einige der besten Freundinnen meinen, ich leide am “König Drosselbart“—Syndrom. Na und, wenn schon! Immerhin hab ich mich dieses Jahr bereits zweimal verliebt. Da war einmal der einsame bildende Künstler, der seine gescheiterte Ehe auch nach zwei Jahren nicht verkraftet hat. Im Frühsommer begegnete ich dann Christian, ihr habt ihn ja schon kennen gelernt. Der ebenfalls der Exfrau und Mutter seiner beiden Söhne noch nach fünf Jahren nachtrauert. (Immerhin, Christian hat mir ein sehr nettes Weihnachts-SMS geschickt. Als Single erfreut man sich auch an solchen Kleinigkeiten, Nettigkeiten!) Und Robert, werdet ihr vielleicht einwenden, was ist mit Robert geschehen? Na ja, Robert hat sich nach dem verheissungsvollen zweiten Treffen nicht mehr gemeldet. Vielleicht wartet er auf die nächsten Tage, wenn mein Sohn mit seinem Papa schifahren geht, und hofft auf eine intimere dritte Begegnung ohne Söhne.

Ich gebe aber die Hoffnung nicht auf! Und die Kleiderfragen bleiben derweil hintangestellt, wichtiger als das outfit ist doch die Herzensbildung! Wie hat das Karoly, einer der wenigen männlichen Freunde, auf die ich zählen darf, ausgedrückt: Jetzt hast du noch mehr Chancen als früher, denn mit den Jahren bist du viel netter geworden! (Aber eine Kleinigkeit hab ich mir doch quasi zu Weihnachten geschenkt: Ihr werdet es nicht erraten, es ist wieder ein auberginefarbiges Diesel-Kleid. Wie das im Sommer erstandene Jeansteil sehr figurbetont geschnitten, mit langen Ärmeln in Größe Large – in die ich inzwischen fast nicht mehr hineinpasse. Das liebe Kind meinte: Das passt nicht zu dir, du schaust wie ein zu dick geratenes Model aus! Egal, jedenfalls werde ich es zum nächsten Date und zur Silvesterparty bei Michaela und Max anziehen.)

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