Archiv des Tags ‘Marketing’

Michaela tschilpt

Jedes T-Shirt hat das Zeug zum Star! Es braucht nur eine Geschichte. Die von Re-Shirt.

31. Oktober 2007 01:09, by Michaela

Neulich hab ich die Geschichte von meinem Regenschirm erzählt. Und auch jetzt geht’s um Geschichten. Warum wertvolle Resourcen verschwenden, damit sich neue T-Shirts endlich so anfühlen, als ob man schon 20x in ihnen geschlafen hätte? Warum teure Imagekampagnen riskieren, die ein Label mit Emotion aufladen? Warum per limited Edition oder künstlicher Verknappung Individualität vorgaukeln? Es war doch immer schon alles da, nur haben wir es übersehen. Denn jedes T-Shirt hat das Zeug zum Star! Es braucht nur eine Geschichte.

Für den Onlineshop Re-Shirt kann man gebrauchte T-Shirts spenden. Aber nicht einfach so. Man muss auch seine Geschichte weitergeben. Und sehr speziell muss die gar nicht sein, es reicht z.B. sowas:

Toni Polster is a very famous Austrian football player. He is a real character, he is retired from football now, but he has a new passion for singing and dancing. He became one of the Austrian Dancing…

Die Geschichte wird gemeinsam mit dem Shirt mittels Formular, das ganz nebenbei noch schnell mal auf ökologische Awareness pocht, eingereicht. Wenn alles für ok befunden ist, startet der Nobilitierungsprozess: Das Shirt bekommt seinen “Re-shirt”-Code aufgedruckt, ein Label mit seiner Geschichte und einen Platz im Onlineshop. Für 25 Euro wartet es auf einen guten Platz und neues “Leben” sprich Geschichten.

Irgendwie ein schönes und auch weitgehend glaubwürdig kommuniziertes Konzept. Dennoch wirft es einige Fragen auf:

  • Worin kann die Motivation liegen, Zeit und Geld für die Spende zu investieren (Formular offline ausfüllen, Shirt verpacken und verschicken) anstatt das Shirt z.B. gratis zur Altkleidersammlung oder zu Humana zu geben vielleicht sogar noch Gewinn bringend zu versteigern? Oder schlicht und einfach wegzuwerfen?
  • Werden hier nicht Zielgruppen angesprochen, für die bewusstes Kaufen oder Nachhaltigkeit ohnehin schon Themen sind?
  • Was passiert eigentlich mit jenen Shirts, die nicht die Qualitätskontrolle schaffen? Werden diese retourniert? Entsorgt? Gespendet?
  • Wieso haben die beiden mit Foto abgebildeten Shopmanagerinnen nur Vornamen? Existieren sie überhaupt?
  • Und last not least: Wer profitiert vom Verkaufserlös? Nichts gegen das gescheite Projekt, hinter dem Erich Pöttschachers Shapeshifters Information Management GmbH steht, aber es deklariert sich schließlich nicht als Non-Profit-Angelegenheit.

Interessant dazu ist auch das Konsumguerilla Blog mit Alter Schweiß zu neuem Preis…

Michaela tschilpt

Gucci TV-Spot von David Lynch

14. Oktober 2007 10:27, by Michaela

Für den weltweit ersten Gucci Werbespot hat sich Kreativdirektorin Frida Giannini David Lynch ausgesucht. Der Spot soll Gianninis erstes Parfum für das Haus namens Gucci by Gucci verkaufen und wird auf der Website und im TV gezeigt. Für Lynch ist es bei weitem nicht das erste Parfum-Commercial.


YouTube Direkt

Spannender als den Spot selbst, in dem sich 3 Modells ziemlich künstlich selbstvergessen im Retro-Cocktail-Outfit von - nona - Gucci zu Musik von Blondie bewegen, finde ich eigentlich das Making-of, das es - nona - auch schon im Netz gibt:


YouTube Direkt

Via: 10 Advertising and Marketing Journal

Michaela tschilpt

Seltsame Passion bei Benetton

13. Oktober 2007 19:59, by Michaela

Gar nicht so schlecht, der Mantel, dachte ich mir heute bei Benetton. Was mich stutzig machte, war der seltsame Text am Preisschildchen:

“Passion for Quality”. Dies ist eines der 110 Millionen Kleidungsstücke, die Benetton jährlich produziert und weltweit in 120 Ländern verkauft.

Mantel von Benetton made in Asien “Passion for Quality”

Und ich dachte immer, in der Werbung geht’s um Differenzierung und in der Mode um das gefühlsmäßige Vermitteln von Individualität. Die Art wie hier Massenproduktion als Argument für Qualität eingesetzt wird, erinnert mich eher an Zeiten, wo Fließbandarbeit noch als heilbringender Fortschritt kommuniziert wurde. Kann so eine “Passion for Quality” glaubwürdig sein?

Gekauft habe ich den Mantel übrigens nicht.

Michaela tschilpt

Der Wiener Modehandel und das Internet

29. August 2007 19:20, by Michaela

Es macht zwar grossen Spass, einfach so auf “modische” Eigenheiten und Neues in der Stadt zu stossen, aber ab und an ein kleiner Hinweis koennte nicht schaden. Dachte ich mir. Und verschickte eben diesen Text mit der höflichen Bitte um Aufnahme in den Info/Presseverteiler per Email an 11 der meiner Ansicht nach interessantesten Designer-Shops. Hier das Ergebnis:

Danke für Ihr E-Mail. Dieses kann jedoch derzeit nicht bearbeitet werden, da unser Büro bis 24. August geschlossen ist. Sie können jedoch gerne im Geschäft unter 01- xxx xx xx anrufen, falls Sie eine dringende Auskunft benötigen. Besten Dank!

Gestern war zwar schon der 28. August, aber egal, ist mir auch schon mal passiert, dass ich den Out-of-office-Assistenten aus Versehen nicht ausgeschalten habe. Besten Dank.

Durchaus nett aber auch sehr bezeichnend finde ich diese Antwort:

Vielen Dank für Ihre email, blöde Frage aber ich weiß leider nicht, was ein Blog ist?

Da es bekanntlich nur blöde Antworten gibt, habe ich kurz erklärt, was ein Blog ungefähr ist und worum es mir geht und auch meine komplette Postanschrift hinterlassen, da mir dieser Informationsweg in dem Falle doch passender scheint, und? Nichts. Keine weitere Reaktion.

Eine einzige professionelle und gleichermassen sympathische Reaktion erreichte mich, und das sogar trotz Weiterleitung schon nach 1 halben Stunde. Diese kam von der für Presse Zuständigen bei Mühlbauer. Das passt perfekt zur neuen, fortschrittlichen Mühlbauer-Generation und ihren Flagschiffen in der Seilergasse. Hut ab!

Mühlbauer Kollektion Herbst/Winter 2008, Foto: Mühlbauer

Der Rest der Adressaten glänzt bislang durch noble Zurückhaltung. Trotz Visitenkartenwebsites tut sich der hiesige Modehandel mit wenigen Ausnahmen offensichtlich mehr als schwer mit Web 1.0, Emailkommunikation, Internet zeitgemäßer Kommunikation. Schade, damit wird wieder einmal deutlich, dass Wien in Sachen Mode (noch) Provinz bleibt.

Michaela tschilpt

Schlaues T-Shirt-Merchandising by Justice: D.A.N.C.E.

16. August 2007 14:36, by Michaela

Old News, aber trotzdem ein nettes Konzept: Die T-Shirts aus dem Video D.A.N.C.E. der französischen Disco-House-Rock-Band Justice gibt’s - oder vielmehr gab’s - auch real zu kaufen. Leider konnte ich nirgends einen vollständigen Katalog der limitierten Edition finden, was vermutlich ebenso Teil der schlauen Merchandising-Strategie ist. Die Stücke allerdings, die jetzt auf Ebay mit wenigen Ausnahmen gehandelt werden, finde ich nach dem optisch recht gelungenen Video von der Gestaltung her eher enttäuschend.


YouTube Direkt

Ein ähnlich konzipiertes Video, das die Vocals aus dem Track mittels bedruckter T-Shirts der DarstellerInnen abspult, gab’s übrigens schon mal. Und zwar bei Do Your Thing von Basement Jaxx, dessen Maxi-Version 2002 erschienen ist. Uriger, deeper, britischer irgendwie.


YouTube Direkt

Dank an coicoi und dessen Comment am De-Bug Blog.