Archive der Kategorie ‘Empfehlung’

Michaela tschilpt

Vorschau: rosa mosa Herbst/Winter 2008

3. Juli 2008 07:12, by Michaela

rosa mosa: Schuhkollektion Herbst/Winter 2008, Foto: Martin Stöbich

Die feinsinnige, poetische Bodenständigkeit ihrer Schuhe in Worte zu fassen, gelingt wohl niemandem besser als rosa mosa selbst:

A witch who lives in a forest, has turned to be the color of autumn totally.

Dem Bild einer Märchenhexe entspringen also die Quellen der neuen Herbst/Winter-Kollektion von rosa mosa. Es ist untrennbar verbunden mit dem tiefen Wald, seinen fallende Blättern, einsamen Lichtungen aber auch den geheimnisvollen Gesteinen der Natur. Diese Ingredienzien formen Simone Springer und Yuji Mizobuchi aka rosa mosa um und bauen daraus ihre Hexenschuhe in neuer, innovativer Qualität.

The wonder is, those shoes turned to look very modern and sharp after through their hands. The idea it was based on witch’s shoes at the starting point, has metamorphosed into the sophisticated and profound feel perfectly.
The deepness of this profound feel would be synchronized with the deep of Austrian forests in the people’s imaginations who will wear the shoes on their feet really.

rosa mosa: Schuhkollektion Herbst/Winter 2008, Foto: Martin Stöbich rosa mosa: Schuhkollektion Herbst/Winter 2008, Foto: Martin Stöbich rosa mosa: Schuhkollektion Herbst/Winter 2008, Foto: Martin Stöbich

Ich denke an Zauberschuhe, Siebenmeilenstiefel etwa, und an Hexen als weise Frauen, Aussagen wie den Dingen auf den Grund zu GEHEN…

Und schließlich an ein rustikales Knusperhäuschen, in dem man es auch im tiefen Winter mit wohligen Pantoffeln bequem warm hat. rosa mosa haben nämlich in den österreichischen Bergen Maria gefunden, die Vertreterin einer aussterbenden, traditionellen Kunstfertigkeit. Sie fertigt nach alter Methode von Hand ganz besondere Hüttenschuhe:

Maria’s work starts on the point that she goes to a sheep farm, and buys wool. The next step is, she washes the wool by hands carefully, and drys it.

(…) These Maria shoes need 8 meters long spinned wool for a pair. So the manufacture starts from the making long and strong braids, with adding the wool little by little carefully. Then sewing the braid up along the each sizes of last. The thread which is for the sewing up, is made specialy strong, and also spinned by herself. Repeating those works, coiling round and sewing up… thousand times. at the end, attaching the soles, then a pair would be finished finally.

Da ist also auch wieder eine weise Frau im Spiel. Die Maria-Hausschuhe wird es ebenfalls in Kleinauflage für rosa mosa geben. Ich freu mich schon!

rosa mosa in Maria-Shoes, Foto: Martin Stöbich

Zitate: rosa mosa, Fotos: Martin Stöbich

rosa mosa ist online erhältlich und in Wien bei:

Michaela tschilpt

8 Fragen an paula.paul

18. Juni 2008 19:50, by Michaela

paula.paul: Kollektion SERAIL Birgit Paula Reiger und Bernd Stelzer

Bei der Shop-Präsentation der Kollektion SERAIL hatte ich das Vergnügen, die kreativen Persönlichkeiten, die hinter dem Schmucklabel paula.paul stehen, kennen zu lernen. Soeben wurde meine Neugierde, wie die beiden meine 8 Fragen beantworten würden,  gestillt. Und Hier kommt schon das Interview:

Wer ist paula.paul?

paula.paul sind Birgit Paula Reiger und Bernd Stelzer.

Woher kommt paula.paul?

Geografisch:
aus Tirol bzw. Oberösterreich.

Künstlerisch:
von Jus und Romanistik über Tapisserie zu Metall/Objekt und Produkt in Linz bzw. von Geologie und Jalousienmontage zu Automotive Design in Detroit.

Inhaltlich:
von Oberfläche und Material zu Skulptur und Konzept.

Wo will paula.paul hin?

Klein, fein und teuer bleiben.
International und bekannter als bloß ein Geheimtipp werden.

Was unterscheidet paula.paul von anderen Labels?

Der Schmuck unterwirft sich nicht der Kleidung sondern umgekehrt.

Gestalterisch sehr breiter Horizont und daher auch nicht leicht konsumierbar: eine Herausforderung für Trägerin und Träger.

Nichts für „Herdenspirit“.

Wie finanziert sich das Label, leistet ihr euch z.B. auch internationale Präsentationen?

Die Finanzierung erfolgt zum Teil aus dem Verkauf, zum Teil aus Lehraufträgen und Workshops.

Internationale Präsentationen sind zur Zeit nur im Rahmen von Galerien und Ausstellungshäusern leistbar.

Wie seht ihr die österreichische Modeförderung?

Gut dass es sie gibt … hat auch wesentlich dazu beigetragen, dass die Existenz österreichischen Modedesigns abseits von door-opener Helmut (Lang, Anm.d.A.) ins Bewußtsein von Modeinteressierten gedrungen ist.

Was zeitgenössisches Schmuckdesign betrifft, ist allerdings weder Bewußsein, noch Kenntnis geschweige denn Anerkennung vorhanden. Anmerkung: auf (kunst-)universitärer Ebene gibt es österreichweit keine spezifischen Ausbildungsmöglichkeiten mehr.

Was fällt euch zu „Mode in Wien ein“?

Erste Gedankenkette: hier tut sich was … viele engagierte kleine Labels … facettenreich.

Zweite Gedankenkette: von „offizieller“ Seite wird nur eine Handvoll davon gepusht … schade … macht die ganze Sache etwas eindimensional.

Fazit: Wien ist kein Nährboden für den großen modischen Erfolg. Dafür ist die Stadt cool und leistbar.

Was sollte sonst noch über paula.paul gesagt werden?

Keep watching … and dare buying!

Herzlichen Dank für das Interview!

  • Mehr Info unter www.paulapaul.at
  • Die Raum-Installation und natürlich die Stücke gibt es noch bis 21. Juni bei be a good girl.
  • Fotos: Andreas Peter Wall

Dieser Beitrag ist Teil einer Serie von Emailinterviews mit österreichischen Designerinnen und Designern.

Michaela tschilpt

Nächste Modenschau: Hetzendorf 2008

9. Juni 2008 23:22, by Michaela

Wenn das so weiter geht, wird Wien womöglich noch ein bisschen Modestadt. Die Modeschule Wien, besser bekannt unter dem Namen ihres Standortes Hetzendorf, zeigt heuer erstmals ihre traditionelle Abschluss-Show im Semper-Depot, und zwar gleich an drei Terminen.

Modeschule WienModeschule WienModeschule WienModeschule Wien

Modelle aus der Modeschule Wien, Fotos: Klaus Vyhnalek

Unter dem, vielleicht etwas zu biegsam geratenen Motto “Bewegung” werden insgesamt etwa 250 Modelle gezeigt. Einige Models werden sich mit ausgefallenen Hutkreationen unter das Publikum mischen. Auch mit gänzlich modefremdem Material wurde experimentiert. Aus einem resistenten Textil der Firma Glanzstoff Austria, das für die Innenseite von Autoreifen konzipiert ist, wurden Kleider und Hüte hergestellt.

Show 1: Donnerstag, 19. Juni 2008, 17.30 Uhr, Dauer ca. 1 Stunde
Einlass 17.00 Uhr
Vergabe der Stipendien der Stadt Wien durch Frau GR Sybille Straubinger
Award des Vereins der FörderInnen der Modeschule Wien
Show 2: Donnerstag, 19. Juni 2008, 21.00 Uhr, Dauer ca. 1 Stunde
Einlass 20.30 Uhr
Show 3: Freitag, 20. Juni 2008, 21.00 Uhr, Dauer ca. 1 Stunde
Einlass 20.30 Uhr

Laut Website sind nur mehr Stehplatzkarten (5 Euro, Tickethotline 01 804 27 95) zu haben, also beeilen!

Michaela tschilpt

Show Angewandte 2008

6. Juni 2008 16:16, by Michaela


YouTube Direkt

Eindeutiger Höhepunkt der unter dem Dach 8festival for fashion and photography zusammgefassten Aktivitäten war gestern die Präsentation der Modeklasse in der MAK-Ausstellungshalle. Die StudentInnen zeigten nicht nur, was sie drauf haben, sondern, wie eine professionelle Fashionshow in Bezug auf Setting und Dramaturgie zu sein hat, auch wenn die Models ab und an etwas ins Schwitzen gerieten (nein, ich meine jetzt nicht das Glanzmakeup bei Sarah Hyee).

Ärmelstudie Ärmelstudie Ärmelstudie

1. Jahrgang: Ärmelstudien

Wie in den letzten Jahren moderierte Rektor Gerald Bast und löste zu Beginn mit den Worten “expect the unexpected” gleich einmal den Feueralarm aus. Das unangenehme “Dü-dü-dü” ging aber rasch im Sound zu den Lehrstücken des ersten jahrgangs unter. Seit Veronique Branquinho die Klasse übernommen hat, gehören Ärmelstudie, experimenteller Rock und experimentelles Kleid - diesmal zum Thema “Save the Planet” - zum Repertoire.

Der zweite Jahrgang zeigte zunächst aufwendig gearbeitete Werke zur Aufgabenstellung “traditionelles europäisches Kostüm” und hernach je 4 Silhouetten, also Minikollektionen, beim dritten Jahrgang bereits aufgestockt auf 6 Modelle.

Luciano Raimondi \ TaTamara Julia Biricz \'sleepwalkers\' Takahiro Inomoto \

v.l.n.r.: Luciano Raimondi “a word less”, Tamara Julia Biricz “sleepwalkers”, Takahiro Inomoto “Peaceful Voyage”

Da hing teilweise wirklich etwas sehr viel dran: von unglaublich mühevollen und detailreichen Facetten bis zu Schlafsäcken und Decken (Tamara Julia Biricz). Merken werde ich mir Takahiro Inomoto, der unter dem Titel “Peaceful Voyage” wunderbar leichte, schwebende Figuren auf den Catwalk entsandte und pastellfarbene Transparenz interessant mit Babywolle kombinierte.

George Bezhanishili: Long Haired Child\ George Bezhanishili: Long Haired Child\ George Bezhanishili: Long Haired Child\

George Bezhanishvili: “Long Haired Child…”

George Bezhanishvili erhielt für das zur Rolling-Stones-Version von “Paint it black” Vorgetragene den Preis des Schweizer Textilverbandes. Seine feinen und unverkrampften, etwas Hippie-artigen Entwürfe nannte er “Long Haired Child”. Der Preis besteht aus Stoffen im Wert von 1000 Euro.

Astrid Deigner \ Christina Steiner \ Franziska Fürpass \

v.l.n.r.: Astrid Deigner “no more pigeon-hole”, Christina Steiner “HE(A)RTZ”, Franziska Fürpass “Things Are Queer Part II”

Reduzierter und schon mit viel eigener Handschrift setzten Astrid Deigner, Christina Steiner und Franziska Fürpass vom vierten Jahrgang ihre jeweils 8 Silhouetten in Szene, bevor zum Abschluss die 10 DiplomandInnen dran waren (mit je 10-12 Outfits).

Tanja Bradaric \ Tanja Bradaric \ Tanja Bradaric \

Tanja Bradaric “EQUILIBRIUM”

Aus ihrer Reihe kommt auch die Gewinnerin des Indie Magazine Awards, Tanja Bradaric, mit sehr zarten, floral beduckten - ab und an ein bisschen an die letzte Prada-Elfenkollektion erinnernde - aufwendig gearbeitete Modellen. Der Preis besteht in einem Lookbook für internationale Pressearbeit und einem Editorial in der Herbstausgabe von Indie.

Alexandra Zedwitz \ Alexandra Zedwitz \ Alexandra Zedwitz \

Alexandra Zedwitz “S/S 2009″

In der heutigen Ausgabe der Standardbeilage Rondo ist schon die nächste Preisträgerin mit ihren Arbeiten zu begutachten: Alexandra Zedtwitz. Ebenso klar und raffiniert einfach wie der Titel “S/S 2009″ sehen ihre geometrischen und konstruierten Kleider aus, nicht zu vergessen die Pyramidentaschen!

Elisabeth Mayr \ Elisabeth Mayr \ Elisabeth Mayr \

Elisabeth Mayr \ Elisabeth Mayr \ Elisabeth Mayr \

Elisabeth Mayr “OVER THE RAINBOW”

Mein persönliches Highlight war aber Elisabeth Mayr mit “Over the Rainbow”: klare Farben, intelligente Verspielheit, die ein kleinwenig in Richtung Bernhard Wilhelm weist, schöne Verarbeitung, da wöchte ich gerne reinschlüpfen…

Offen ist derzeit noch, wer den Song-Preis (dotiert mit 1000 Euro und einem Schaufenster) bekommt, die Bekanntgabe wurde für heute angekündigt.

Michaela tschilpt

8festival Shop-Präsentationen: Reinhard Plank

3. Juni 2008 21:39, by Michaela

Reinhard Plank

Hüte von Reinhard Plank bei Chegini Hüte von Reinhard Plank bei Chegini Hut: Reinhard Plank Reinhard Plank bei Chegini

Damenschuhe: Reinhard Plank Damenschuhe: Reinhard Plank

Reinhard Plank bei Chegini

Bei Chegini kann man schon seit einigen Saisonen Hüte des in Florenz lebenden Österreichers Reinhard Plank erstehen. Im Rahmen des 8festival-Shop-Rundgangs zeigte er mir letzten Samstag seine aktuelle Sommerkollektion nebst handgearbeiteten Schuhen.

Reinhard Plank bei Chegini, Kohlmarkt 7 (Innenhof), 1010 Wien.