Kaufen direkt vom Laufsteg: Moda Operandi

Woanders gehen halt die Uhren anders. Hier haben wir grade im dritten Jahr für eine Woche ein “Fashion-Tent” vor’s Museumsquartier gestellt bekommen. Top-Labels, die zur gleichen Zeit in New York gezeigt haben, verkaufen ihre neuen Looks schon jetzt online.

Die im Februar dieses Jahres gegründete US-amerikanische Pre-Order-Plattform Moda Operandi scheint jetzt (nach einer zweiten erfolgreichen Investment-Runde von 10 Millionen US-Dollar) voll durchzustarten. PrivatkundInnen können eine Auswahl an Looks von Luxusbrands wie Marc Jacobs, Diane von Fürstenberg, Matthew Williamson, Proenza Schouler, Philip Lim, Thakoon und anderen mehr  bereits 48 Stunden nach der Show vorbestellen.

Die Hälfte des Verkaufspreises muss vorab bezahlt werden, geliefert wird je nach Produktion bis zu sechs Monate später, und das Ganze ist wohl kaum günstiger als im herkömmlichen Handel. Das Rücktrittsrecht ist übrigens auch mit Vorsicht zu genießen.

Und trotzdem. Mir würde es großen Spaß machen, gleich nach der – live gestreamten! – Show Look Nummer 25 aus der Marc Jacobs Kollektion für Frühjahr/Sommer 2012 einzukaufen. Auch wenn ich IRL sehr gerne gut kuratierte Konzeptstores besuche, so fühle ich mich doch kompetent genug, um aus der vollen Palette wählen zu können. Theoretisch. Budgetmäßig bin ich da ja leider nicht ganz die Zielgruppe.

Die existiert aber, das steht fest. Und diese potenten Trendsetter geben wiederum durch ihr Kaufverhalten eine Fokusgruppe ab, die (aus Sicht der jeweiligen Brands) nicht nur unbezahlbar ist, sondern sich das ganz im Gegenteil auch noch etwas kosten läßt.

By providing early direct feedback between designers and their customers, Moda Operandi helps designers flourish and members sparkle.

Spannend!

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4 Responses to Kaufen direkt vom Laufsteg: Moda Operandi

  1. Daniel sagt:

    find ich auch sehr interessant. burberry hat’s vorgemacht, glaub ich?

    mir stellt sich bloß die frage, wenn ich ds eh erst bekomm, wenn’s in die stores kommt, warum sollt ich mir das dann “blind” vorbestellen. just for the fun of it?

    ungleich einem wholesale-buyer kann ja der/die endkundIn nicht mal eben so durch den showroom huschen (und dort die kollektion vor dem ordern beschnuppern) …

  2. Michaela sagt:

    Ja, gute frage, ob man’s dann ein bisschen früher kriegt oder eh nicht. Ich denke das beschnuppern ist recht gut gelöst durch sehr gute fotos und videos und – da es ja bekannte labels sind, weiss die kundschaft schon worauf sich einlässt.

  3. Michaela sagt:

    Und dann: “it’s not the having, it’s the getting”

  4. Daniel sagt:

    ja, viva la “shopping experience”, möchte ich meinen. weil am ende, wenn die lieferung eh zeitgleich mit der b2b auslieferung passiert, dann ist es ja “bloß” eine art antizipiertes net-a-porter. also hat online-shopping mit vorlauf. was dann, wenn das modell kopiert wird und schule macht, endgültig dazu führt, dass die mode sich selbst überholt. wenn alle kunden nur mehr sechs monate im vorhinein einkaufen und keiner mehr was “braucht”, wenn die ware ins geschäft kommt…

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