Hat Schönheit ihren Preis? Teil Eins

Ich bin ein wenig ratlos, weiß gar nicht wie ich anfangen soll… Alle meine Fragen haben sich beim Interview erübrigt. Sämtliche Klischees konnten der Realität nicht standhalten. Plötzlich ging es auch um mich und mein Leben. Ein gutes Gespräch unter Freundinnen vielleicht …

So fängt es an: P. will nicht einmal ihren Vornamen preisgeben. Also nehmen wir Katharina, ihren werten Taufnamen. Sie ist die Tochter der Besitzerin der Second-Hand Boutique Seconda im Sünnhof im Dritten Wiener Gemeindebezirk. Die sollte treuen Tschilp-Leserinnen und wie immer auch Lesern inzwischen (dank mir) ein Begriff sein. Ein bis zwei Mal wöchentlich treibt es mich dorthin. Katharina arbeitet hier und wir kamen ins Gespräch. 33 Jahre alt, stolze 1.80 Meter groß, mit dunkelblondem schulterlangen Haar kann sie 64 Kilogramm auf die Waage bringen. Sie ist Alleinerzieherin wie ich, auch sonst finden sich immer wieder Parallelen in unseren Lebensläufen.

Doch: Katharina ist schön. Und das ohne wenn und aber. Da findet man und auch frau keine häßlichen Züge wie dummes, schwatzhaftes Benehmen oder eitle Selbstverliebtheit, die das Gesamtbild stören könnten. Auch deswegen müßt ihr, liebe Leser und Innen, auf ein Foto verzichten. Tut mir sehr leid, ich habe darum gekämpft. Für euch natürlich und weil ich meine Erkenntnisse auch bildhaft demonstrieren wollte. Aber die Angst blöd dazustehen, war zu groß.

Selbstherapie „Casting“: Katharina hat eine herbe, starke und sinnliche Schönheit. Deshalb werdet ihr sie in der Modellagentur Andrea Weidler unter den „strong faces“ suchen müssen. Dorthin hat sie sich getraut, als sie Dreißig wurde und etwas für ihr Selbstbewußtsein tun wollte. Erkenntnis Nummer 1: Wir müssen davon ausgehen, dass Schönheit nicht mit Selbstbewußtsein gleich zu setzen ist.

Für Kleider und Kosmetika gibt unsere Beauty kaum Geld aus. Das Gewand wird natürlich Second-Hand erstanden. Und als Kosmetika genügen die Balea-Gesichtscreme vom DM und die Wimperntusche von Yves Saint Laurent. (Letztere empfindet sie schuldbewußt als eigentlich viel zu teuer, als Luxus.) Schuhe und Taschen interessieren sie kaum, kann und will sie sich nicht leisten. Wichtiger ist es, Geld für Bücher zu haben und für Wohnungsaccessoires. Gefragt habe ich sie das nicht, aber ich gehe davon aus, dass Katharina nicht übermäßig lange vor dem Spiegel steht. Ergo – Schönheit nimmt nicht unbedingt viel Styling-Zeit in Anspruch! Das ist meine Erkenntnis Nummer 2. Fortsetzung folgt!

Liska’s Herbstmodenschau

Das Pelzhaus Liska zeigte am Dienstag im Wiener MAK seine aktuelle Verkaufsschau. Einige 100 Gäste langweilten sich mehr oder weniger.

A-List oder nicht, das war wohl die fadeste Modenschau in Wien seit langem. Qualität in der Verarbeitung? Meinetwegen. Aber sonst? Ich find’s einfach unnötig, 17-jährige Models auf das Alter des Kaufpublikums zu stylen (ungefähr 50+) und sich mit Größe 34 in den viel zu großen Teilen über einen viel zu glatten Boden zu quälen.
Nun denn. Liska ist ein absolut angesehenes Wiener Pelzhaus und führt seit einigen Jahren auch Kleidung und Accessoires von stark nachgefragten Topmarken wie Fendi, Jimmy Choo, Lanvin, Dior und anderen. Wunderbar, dass es bei Liska die YSL Schuhe im Metallic-Look gibt und große Verbeugung für Martin Margiela. Liska ist auch der einizige Laden in Wien, der Wunderkind, die neue Eigenmarke von Wolfgang Joop, führt. Großes Lob gebührt hier dem Einkauf.

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Aber diese Modenschau hätte viel mehr als 100mal gesehene Pelzkreationen zeigen können: wenigstens die aktuelle Dior Jeans, die Kate Moss im Vogue Inserat trägt und die bei Liska ja immerhin in der Auslage zu sehen ist.

Summer Sale (2)

SummerSale
oder SSV, wie wir ja hier sagen, ist in vollem Gange. Wer’s eher fad will, ist bei Denkstein am Stefansplatz gut bedient. Aus unerfindlichen Gründen werden dort zwar gute Schuh-Labels (u.a. Prada, Miu Miu, Dolce & Gabbana, Hogan, Bruno Magli) aber jeweils die langweiligsten Modelle geführt. Vorteil: Auch am Saisonende noch ganz gute Auswahl. Spannender wird es schon bei Stiefelkönig (Brandstätte 6). Meine Favoriten: Marc Jacobs Holzschlapfen, Jil Sander Eintracht. Schuhe sind bei Liska am Graben nur ein Add-on, aber jedenfalls jetzt auch im Angebot. Mal sehen, ob die Yves Saint Laurent Plateaus noch da sind! Ja, und der Wunderl ist zu Ausverkaufszeiten allemal eine Reise aufs Land wert.