Yamamoto und Murkudis beim Gallery Weekend in Berlin

„Cutting Age“ Show Berlin 2013, Yohji Yamamoto, Photo:  Ornella Orlandini „Cutting Age“ Show Berlin 2013, Yohji Yamamoto, Photo:  Ornella Orlandini

Fashion-related action during Gallery Weekend Berlin – wie WWD das so treffend nennt, das bedeutet, dass niemand geringerer als Yohji Yamamoto die deutsche Hauptstadt gleich für mehrere Tage beehrt.

Installation mit historischen Yamamoto Modellen von Masao Nihei bei Andreas Murkudis, Berlin 2013, Foto: Tschilp

Installation mit historischen Yamamoto Modellen von Masao Nihei bei Andreas Murkudis, Berlin 2013, Foto: Tschilp Installation mit historischen Yamamoto Modellen von Masao Nihei bei Andreas Murkudis, Berlin 2013, Foto: Tschilp

Da wird hier ein fantastischer, neuer Art-Space mit einer Best-Of Yamamoto Show eingeweiht, dort ein aufwändiges Yamamoto Videoporträt vorgestellt, im exklusiven Club eine entspannte Gesprächsrunde über Architektur für geladenes Publikum gegeben und schließlich im Konzeptstore eine Installation mit Yamamoto Mode verschiedener Schaffensperioden gefeiert. Als fördernde Kraft tritt eine große deutsche Automobil-Marke und Konkurrentin des Fashionweek-Sponsors auf.

Skywalk, Closed Capsule Collection by Kostas Murkudis, 2013, Photo: Tschilp

Skywalk, Closed Capsule Collection by Kostas Murkudis, 2013, Photo: Tschilp

Quasi ums Eck gewährt Kostas Murkudis, seit kurzem Creative Director beim deutschen Jeans-Label Closed Einblicke in seine Menswear Arbeit: Unter dem Titel „Skywalk“ zeigt Carsten Nicolai eine Videoarbeit zum Thema Wolken während nebenan die Murkudis/Closed Capsule Collection mit einem Aviator-Wende-Trench als Glanzstück aufwartet.

Berlin meint das wirklich ernst mit der Modestadt.

Show-Photos: Ornella Orlandini, restliche Photos: Tschilp.com

London: 30 Years of Japanese Fashion

Nach ein paar Tagen in London bin ich wieder einmal schwer begeistert vom Ausstellungsangebot dieser Stadt.  Die Relevanz der Themen und Exponate, brillante Inszenierungen und eine ganz selbstverständliche Wissenschaftlichkeit zusammen mit einfallsreichen Begleit-Events machen einfach Freude und Vergnügen.

Mein persönliches Highlight aus gerade mal vier (!) parallelen Modeausstellungen war Future Beauty: 30 Years of Japanese Fashion.

Die Schau widmet sich erstmals in Europa der japanischen Mode-Avantgarde seit den frühen Achzigern, als Visionäre wie Rei Kawakubo, Issey Miyake oder Yohji Yamamoto die Pariser Modewelt sprichwörtlich aufmischten.

Asymmetrien, Dekonstruktion, ein radikal anderer Zugang zu Schnitt und Körper, der weibliche Formen oft eher verfremdet als betont, waren damals und sind noch immer ungewöhnlich und faszinierend.

Mittels perfekt präsentierter Originalmodelle, Showvideos, Interviews, Fotos, Magazinen entwickelt die Ausstellung sowohl thematische als auch biografische Stränge über die letzten 30 Jahre bis in die Gegenwart. Absolute Empfehlung für alle, die vor dem 6. Februar in London sind!

Ausserdem ist ein exzellenter Katalog (Merrell Publishers) erschienen. Die Beiträge kommen u.a. vom Kurator und Direktor des Kyoto Costume Institute Akiko Fukai oder auch der wunderbaren Literaturwissenschaftlerin Barbara Vinken, die vor nicht allzu langer Zeit beim Symposium Fashionable Queens in Wien zu Gast war.

Der eigens produzierte Soundtrack von Janek Schaefer mit dem Titel Unfolding, der die Inszenierung in der Barbican Art  Gallery akustisch abrundet, steht übrigens hier zum Download bereit.

Future Beauty: 30 Years of Japanese Fashion
Barbican Art Gallery, London
Noch bis 6. Februar 2011

Liebe österreichische Museen und AusstellungsmacherInnen! Kann man diese Schau bitte nach Wien holen?