FREITAG Flagship Store Wien

Wien hat seit gestern Abend einen Freitag Flagship Store. Und der ist ziemlich gut ausgefallen. In dem abgespachtelten, entkernten Geschäftslokal in der Neubaugasse wird nämlich erstmals ein eigens für Freitag entwickeltes Regalsystem konsequent eingesetzt. Aus recyceltem Material gefertigt – eh klar. Designer Colin Schaelli erhielt dafür 2009 den Design Preis Schweiz.

Wer glaubt, die Freitag Taschen zur Genüge zu kennen, wird bei 1600 Unikaten, die jeweils mit Foto versehen in Schubladen ihrer neuen BesitzerInnen harren, trotzdem überrascht sein. Kein Wunder, dass Markus und Daniel Freitag für ihr  faszinierendes Konzept vielfach Auszeichnungen erhalten haben.

Die Ideen gehen ihnen auch nicht aus, starten sie doch heuer mit zusätzlichen saisonalen Kollektionen. Meine Favoriten aus der irgendwie ganz anderen Linie namens Reference sind die Schuppentaschen Hind und Hale.

FREITAG Flagship Store
Neubaugasse 26, 1070 Wien

Fotos: Tschilp.com

 

Now open 24/7: Ozelot Onlineshop

Die Wiener Ladenöffungszeiten sind im Vergleich zu anderen Weltstädten – und Wien möchte das doch schon ein bisschen sein, oder? – immer noch ein Trauerspiel. Auch in Hochfrequenzlagen tun sich Kaufwillige nach 19 Uhr schwer und Sonntag geht sowieso gar nicht. Umso erfreulicher, dass sich nach und nach doch auch einige engagierte Läden abseits globaler Ketten an die Eröffnung eines Onlineshops wagen.

So bietet nun auch Ozelot, unser Liebling für individuelles, urbanes Taschendesign sein Sortiment online an. „Form follows function“ ist nicht nur bei den von Inhaber Günther Schöffmann fachmännisch ausgesuchten Produkten ein Hauptkriterium, auch der Shop präsentiert sich schlicht und funktionell.

Im gut sortierten Angebot an Taschen, Rucksäcken, Reisgepäck und Geldbörsen kann man sich sowohl anhand von Sub-Kategorien als auch nach Markennamen gut orientieren. Die Produkte sind ausführlich beschrieben, bei den Fotos würde ich mir allerdings eine bessere Zoomfunktion wünschen, die ein bisschen mehr Gefühl für das Material vermittelt.

Der Bestellvorgang ist klar und übersichtlich, geliefert wird nach Österreich sogar gratis und innerhalb der EU um faire 10 Euro. Auch das Rückgaberecht ist verständlich, wenn auch ein bisschen uncharmant formuliert.

Hier und da sollte noch ein bisschen gefeilt werden, ingesamt präsentiert sich der Ozelot Shop jedenfalls als vielversprechender Neuzugang in der Reihe der österreichischen Mode-Onlineshops.

Final Sale bei Ozelot

Dass ich ein Fan von Ozelot bin, ist hier ja sicher schon einigen aufgefallen. Der Laptop-Rucksack, den ich dort erworben habe, begleitet mich seit bald vier Jahren durchs tägliche Arbeitsleben und ich mag ihn noch immer.

Das Geschäft mit der besten Auswahl an funktionalen, schönen und individuellen Taschen für den vielfältigen Einsatz im urbanen Nomadentum lädt nun zum Final Sale. Bis zu 50 Prozent gib es auf folgende Labels: KleinbaselVive la difference, Liebeskind, Property of, Catherine Parra.

Endlich! Ozelot Sale

Ozelot Sale

Der siebente Wiener Gemeindebezirk ist ja längst kein Geheimtipp mehr, wenn es individuelle Mode und Accessoires abseits ausgetretener Pfade geht (siehe auch das 7tm Verzeichnis). Seit rund zwei Jahren trägt Günther Schöffmann aka Ozelot mit seiner feinen Nase für internationales, urbanes Taschendesign dazu bei.

Um bis zu 50 Prozent reduziert sind jetzt superweiche Taschen von Catherine Parra, veganes Design von Matt & Natt, klassische Messengerbags von airbag craftworks sowie einzelne Modelle diverser Labels (Überblick auf der Ozelot Webite).

8 Fragen an Karin Maislinger, kontiki

kontiki, Modell "rotor", Foto: kontiki kontiki, Modell "rotor", Foto: kontiki

Am 17. Juni werden in New York zum dritten Mal die Independent Handbag Designer Awards vergeben. Karin Maislinger hat mit ihrem Label kontiki, das für seine funktionellen Taschen aus recycelten Fahrradschläuchen bekannt ist, die Nominierung in der Kategorie „Best Green Handbag“ geschafft. Ein guter Grund, um sie zum 8 Fragen Interview zu einzuladen.

Wer ist kontiki?

Gründerin und Designerin von kontiki ist Karin Maislinger.

Woher kommt kontiki?

Karin Maislinger/ geboren in Salzburg, anschließend Kindsein in Wels inmitten zahlreicher Hochhausneubauten am Stadtrand nebst Schottergrube und Bauernhausrelikten, Pubertät im idyllischen Senioren-Kurort Bad Wimsbach-Neydharting, Dorfleben, Feuerwehrfeste, Firmunterricht, Satellitendasein während des Besuches der Modeschule Linz.

Dann nach Wien, um Landschaftsplanung zu studieren. Später Ateliergründung und dort bildhauerische Arbeit, viel später wieder Kontakt zu Mode und Design.
2003 Gründung von kontiki.

Wo will kontiki hin?

kontiki / Karin Maislinger lebt und arbeitet in Wien. Dort ist auch die eigene Werkstatt, die in den nächsten Jahren weiter ausgebaut werden soll.kontiki will noch stärker in Richtung „Green Design“ gehen und als experimentelles Designstudio in diesem Bereich auch für externe AuftraggeberInnen arbeiten. Auf jeden Fall wird sich das Tätigkeitsfeld stark erweitern.

Was unterscheidet kontiki von anderen Labels?

kontiki versteht sich nicht als klassisches Modelabel. Es arbeitet genreübergreifend und experimentell, spielt mit Oberflächen, Materialien und Strukturen. kontiki verknüpft ökologische Überlegungen mit progressivem Design, recycelt und entwickelt Strategien für lokale Kooperationen.

Wie finanziert sich das Label, leisten Sie sich z.b. auch internationale Präsentationen?

Das Label finanziert sich ausschließlich über Verkäufe der kontiki-Kollektionen und arbeitete bisher ohne Förderungen und Subventionen. Für die nächsten Schritte in Richtung Internationalisierung werden aber sicher finanzielle Unterstützungen in irgendeiner Form notwendig werden.

Wie sehen Sie die österreichische Modeförderung?

Ich habe die Förderlandschaft bisher eher aus der Ferne betrachtet.

Was fällt Ihnen zu Mode in Wien ein?

Mode aus Wien ist lokal und auch international stärker sichtbar geworden. Es gibt aber nach wie vor starke Berührungsängste zwischen „High-Fashion-Labels“ und Labels, die anderen Genres angehören. Ich hoffe das entwickelt sich noch.

Was sollte sonst noch unbedingt über kontiki gesagt werden?

kontiki würde gerne viel freier arbeiten, viel experimenteller und braucht mehr Raum und Zeit. Wenn Sie einen schönen Ort für die neue Werkstatt von kontiki haben oder wissen, teilen Sie es uns mit!

Wir brauchen 60-100 m2, gut wäre ein Gassenlokal mit Werkstatt/Büro/Loft nach hinten oder darüber, gerne mit grünem Innenhof :-) und günstig / Bezirke 7/8/9/15/16.
Email an: buero (at) kontiki.or.at

Danke für das Interview. Wir halten schon mal alle Daumen!

Dieser Beitrag ist Teil einer Serie von Emailinterviews mit österreichischen Designerinnen und Designern.

Die Bilder zeigen das nominierte Modell „rotor“, Fotos: kontiki