Sonntag im Herbst

Während sich andere wohl gerade vom Jetlag erholen, bietet sich der erste, so herbstlich-kühle Sonntag wunderbar dazu an, die liegengebliebene „Literatur“ abzuarbeiten.

Less is more

Das ist nicht nur der Name des Friseursalons mit dem coolen Online-Reservierungssystem, sondern das Motto liegt offenbar in der Familie. Zwei von Hannes‘ Schwestern – das hat er selber so formuliert, ich muss mal fragen, wieviele er hat – Sabine und Alexandra Trummer luden am Sonntag zur Kleiderlounge bei Less is more.

Im eher kleinen und angenehm unaufgeregten Kreis drehten die 2 Models zu Sounds aus dem Ipod (schicke Remakes aus den 70ern) ihre Runden durch das ausgeräumte Coiffeur-Lokal auf den Gehsteig und zurück. Sie trugen ausschließlich Kleider in elegant-sachlichen schmalen Linien aus feinen Jerseys und Crepes in weiß, rot, schwarz und wenig grün und blau.

Kleiderlounge bei Less is more Kleiderlounge bei Less is more Kleiderlounge bei Less is more

Unaufgeregt wie das Publikum, solide in der Schnitt-Technik, klar in der Silhouette, ab und zu vielleicht ein bisschen langweilig sind die Modelle, aber das mag man ja oft gerade am liebsten anziehen, mich eingeschlossen befürchte ich.

Kleiderlounge bei Less is more Kleiderlounge bei Less is more Kleiderlounge bei Less is more Kleiderlounge bei Less is more

Die Nachbarin war auch zu Gast.

Nachbarin beim Defilee

Nailart, Handytuning und Frederic

Für mich als Kurzfeilerin und glücklicher Weise mit recht robusten Fingernägeln Ausgestatteter war das Thema Nageldesign schon immer etwas Fernes und Seltsames. Aber echt bizarr wirkte auf mich die erste Entdeckung des heutigen Tages: Acrylnägel im 3D-Design. Praktiziert wird diese „hohe Schule der Maniküre“ (Eigendefinition) auf der Landstraßer Hauptstraße im Studio Creative. Bitte auf die Fotos klicken, zurücklehnen und die reiche Auswahl in ihrer vollen Pracht wirken lassen!

Nailart auf der Landstraße, Detail Nailart auf der Landstraße, noch mehr. Nailart auf der Landstraße. Mehr.

Irgendwie gruselts mich noch immer. Besonders originell finde ich auch die Kombination mit der Gestaltung von Handy-Covers, Handytuning genannt.

Nailart und Handytuning

So lassen sich dann sogar Fingernägel und Mobiltelefon harmonisch aufeinander abstimmen. Gar nicht auszudenken, was Frau Olga wohl aus meinem ordinären Laptop machen könnte.

Die zweite Entdeckung des heutigen Tages ist ein leider geschlossener Friseursalon in dem Gebäude am Parkring, wo sich auch das wunderschöne Gartenbaukino aus dem Jahr 1960 befindet. Der absolut schick ausgestattete Salon Frederic ist zu mieten und sollte doch unbedingt samt historischer Innenausstattung gerettet werden!

Der geschlossene Salon Frederic in der Liebenberggasse, 1010 Wien Interieur Salon Frederic Waschtische im Salon Frederic

In der Glockengasse

Der Sonntagsspaziergang in den Augarten und die damit unweigerlich verbundenen Stadterkundungsumwege – ich suche eine Wohnung und erforsche deshalb immer gerne die Gegend – brachten mich heute in die Glockengasse im 2. Bezirk.

Atelier Glockengasse 6/1, 1020 Wien

Seit Jahren schon gibt es in einem ehemaligen Wäschegeschäft Ecke Glockengasse/Rotensterngasse das Steinbrener’sche Gemeinschaftsatelier. Dort entstanden so feine Kunstprojekte wie etwa Delete. Und dort legt Karin Krank ihre schlichte, ein bisschen an Martin Margiela erinnernde Mode ins Schaufenster.

Bluse Karin Krank Auslage Karin Krank

Und Biene Janitschek hängt ebenda ihre äusserst denkwürdigen, auf T-Shirts und Schürzen gedruckten Zitate in die Auslage.

Bee Shirts Bee Shirts

Mein Favorit: „Man sollte die Dinge nicht so tragisch nehmen wie sie sind“ (Karl Valentin). In der Glockengasse stehen übrigens noch viele andere Geschäftlokale leer…

Viele, viele bunte…

Das hätte ich ja beinahe vergessen: Im Rahmen eines der letzten sonntäglichen Kulturprogramme, die mein wunderbarer Freund unermüdlich für mich zusammenstellt, führte uns der Weg Richtung Technisches Museum durch die äußere Mariahilferstraße. Üblicherweise dringe ich in das Stadtgebiet hinter dem Westbahnhof nicht weiter vor als bis zu Sport Eybl (und das auch nur wegen der Stella Mc Cartney Trainingssachen, die mir dann allerdings eh nie passen).

Crocs Flagshipstore Wien

Diesmal war also Sonntag und Ausnahme, und so entdeckte ich ein ganzes Geschäft – man möchte fast sagen einen Flagshipstore – voller bunter Crocs. Die hippen, orthopädischen Schuhe, die komplett aus rutschfestem, so richtig amerikanisch antibakteriellem Kunststoff gefertigt sind, gibt es also nun in voller Auswahl und in allen ihren möglichen und unmöglichen Farben und Formen.

Crocs Flagshipstore Wien Crocs Flagshipstore Wien

Ohne Socken getragen verursachen sie angeblich trotzdem nicht den gefürchteten Schweißfuß, und ihre Smarties-Farbpalette zusammen mit dem kindlich klobigen Design ließ sie rasch zum Kultobjekt praktischer und lustiger Antimode werden. Irgendwann gefallen sie mir womöglich auch noch.