Mark & Julia beim Ringstrassen-Galerien Designer Award

Das Wiener Label mit oberösterreichischen Wurzeln Mark & Julia hat letzte Woche den Ringstrassen-Galerien Designer Award gewonnen. Hier gibt’s noch schnell einen kurzen Rückblick auf die Laufsteg-Präsentation im Rahmen der Veranstaltung. Zu sehen sind Teile der Kollektion Hybrid (Herbst/Winter 2012/13) sowie – ganz am Schluss – das siegreiche Kleid.


„Schuld“ sind die Jurymitglieder Ingrid Geringer (Modechefin Flair), Stephan Hilpold (der Standard), Ali Rabbani (Stylist), Oliver Gast (Fotograf), Gabriele Sulzgruber-Schartl (stellv. Direktorin Modeschule Herbststraße), Birgit Nemec (österr. Textilzeitung) und Kamilla Richter (Vorjahresgewinnerin).

Tschilp gratuliert!

Marc Thomas Merz: „Königin der Kelche“ 1992

Per Zufall habe ich heute in einem alten Karton etwas gefunden: Ein kleines Steinchen im imaginären Puzzle über die Wiener Mode der jüngeren Vergangenheit.

Die bald 20 Jahre alte Postkarte verweist auf eine eher schlecht bis gar nicht bearbeitete Phase der heimischen Modegeschichte. Edwina Hörl hatte gerade den allerersten Modepreis des Bundesministeriums für Unterricht und Kunst erhalten (1990 ging das noch ganz ohne Förderverein) und konnte damit bei Yohji Yamamoto lernen. Marc Thomas Merz gewann den zweiten und eröffnete seinen legendären Salon.

„Königin der Kelche“ aus der Tarot-Kollektion 1992
von Marc Thomas Merz

Haare: Salon Abschnitt
Schönheit: Ildiko
Maquillage: Martin Berg
Fotografie: Bela Borsodi

Angaben laut Original, Bild: abfotografierte Postkarte

Jetzt neu: Evoque Fashion Award

Bewirb dich mit deiner Kollektion und gewinne die Produktion deiner Kollektion als Ready-to-wear-Kollektion im Wert von über 25.000 Euro!

Zitat: Presseaussendung, garmz & Range Rover

Ab 15. März läuft die Bewerbungsfrist für einen neuen, unkonventionellen Modepreis, den Evoque Fashion Award.

Für den Collection Contest können sich Studierende im Abschlussjahrgang oder Absolventen und Absolventinnen einer Modeschule oder -universität um nichts weniger als die Serienproduktion ihrer Musterkollektion bewerben. Produktion und Vertrieb der Kollektion (maximal zehn Outfits) erfolgen durch die kürzlich von Wien nach London übersiedelte Modeplattform garmz.

Modeaffine Zeichentalente, die ihre Ideen einfach einmal realisiert sehen wollen, können dagegen beim Sketch Contest mitmachen und Ausführung und Vertrieb immerhin eines Entwurfs gewinnen.

Drum herum gibt es noch Reisen nach London zum garmz Workshop, nach Paris zum Photoshooting für das Magazin QVEST sowie Showpräsentationen inklusive Dokumentation und natürlich Party. Zwei hübsche Pakete, die da geschnürt wurden. Der Wettbewerb läuft bis 10. April.

10 festival for fashion and photography

Das jährlich vom Verein Unit F organisierte festival for fashion and photography hat heuer die Ziffer 10 vorangestellt, findet zum 5. Mal in dieser Form statt  – es muss ja nicht immer alles logisch sein – und zwar von 7.-17. Juni 2010 an verschiedenen Locations in Wien.

Von anderen Unternehmungen in Sachen Modewoche meint man sich offenbar klar distanzieren zu müssen. So heißt es auf der Veranstaltungs-Website, das Festival sei

ein Format, das sich nicht an internationalen Fashion Weeks orientiert, sondern völlig eigenständig auf die Stadtstruktur und deren Kreative reagiert. So versuchen wir sukzessive, Wien als eigenständige Modestadt zu positionieren, nicht in Konkurrenz zu den Businesszentren wie Paris, Mailand oder London […]

Zynische Menschen könnten das jetzt als den Versuch interpretieren, eine Not als Tugend zu verkaufen.

Umso wichtiger scheint es – wenn es denn schon kein Business gibt (!) – halbwegs hochwertige Preise zu etablieren. Dem soll durch die als Austria Fashion Awards (AFA) zusammengefassten, aus öffentlichen Geldern finanzierten Modepreise Rechnung getragen werden. So weit so gut.

Ein bisschen zu denken gibt allerdings die Beteiligung. 2009 reichten beispielsweise ganze acht BewerberInnen für den im Rahmen der AFA verliehenen Modepreis des BMUKK ein, dagegen aber 70 für den Förderpreis für künstlerische Fotografie oder 211 für bildende Kunst (nachzulesen hier).

Die Dotierung ist übrigens mit 13.200 bis 18.000 Euro (zweckgebunden für ein Arbeitsstipendium) sogar höher als bei den anderen Sparten, das Verfahren an Unit F ausgelagert.

Hier noch ein anderer Vergleich: Über 200 Einreichungen langten laut Veranstalter beim diesjährigen Ringstrassen Galerien Designer Award ein  – bei einem Preisgeld von „nur“ 3.000 Euro.

Das lass ich jetzt mal so stehen.

Achja, die Arbeiten der diesjährigen PreisträgerInnen werden wir wohl auch heuer wieder nicht am Laufsteg zu sehen bekommen, denn anlässlich des 10. Geburtstages von Unit F zeigen Ulrike Tschabitzer-Handler und Andreas Oberkanins lieber Shows herausragender früherer AFA-PreisträgerInnen (nur mit Einladung).

Trotz mitunter seltsamen Beigeschmacks bietet das Festival natürlich wieder etliche spannende Veranstaltungen, von denen ich mich fast mehr auf die kleineren wie Christina Bergers Ausstellung oder die Präsentation der in Hyères gezeigten Kollektion von Kathrin Lugbauer und Nora Berger oder auch die Diskussionsrunde The shift from still image to moving image mit Imran Ahmed (wer auch immer da jetzt noch an internationaler Besetzung kommen mag) freue.

10 festival for fashion and photography
7. bs 17. Juni 2010, Wien
Programm

Slow Fashion Award 2010

Der Slow Fashion Award 2010 beschäftigt sich mit dem Thema Recycling Fashion. Afrikanische Textilien sollen dabei in Kooperation mit der Initiative MUU* zu neuen Produkten werden.

DesignerInnen aus Österreich, der Schweiz und Deutschland, die im Rahmen des Bewerbs nachhaltige Accessoires entwickeln wollen, können die detaillierten Ausschreibungsunterlagen auf der Website von Slowfashion anfordern.

Die Gewinnerin oder der Gewinner werden in einem mehrstufigen Juryverfahren ermittelt. Es winken ein Geldpreis sowie ein ganzes Paket an Präsentationen und Kommunikationsmaßnahmen.

Den beiden Veranstalterinnen Barbara Irma Denk und Lisa Niedermayr ist es gelungen, eine kompetente Jury – u.a. mit Barbara van Melle oder Kirsten Brodde – zusammenzustellen.

Slow Fashion Award 2010
Einreichschluss: 10. Februar 2010