Fashion Blogger Day Videostream zum Nachsehen

Luca hat den Fashion Blogger Day vom 6. Juni (im Rahmen des 9festival) dankenswerter Weise aufgenommen und online gestellt. Wer also einen mäßig vorbereiteten Moderator Joachim Bessing mit Imran Amed (BOF), Julia Knolle (Glam Media, LesMads), Birgitt Kohl (Format), Susanna Lau aka Susie Bubble (Stylebubble), Diane Pernet (A Shaded View on Fashion) und Panos Destanis (Modabot) süffisant plaudern sehen will, kann das hier tun.

Mehr Mode, mehr Online

Mode und „Online“ werden langsam gute Freunde: Letztes Jahr wurde in den USA laut Forrester erstmals mehr Bekleidung (inklusive Schuhe und Accessoires) als Computer online verkauft.

US Apparel Sales 2006/07, Grafik: emarketer.com

Prada, Gucci oder Louis Vuitton haben ebenso wie H & M die Vorweihnachtszeit genutzt, um ihre Webshops zu ausführlich zu testen.

Louis Vuitton Onlineshop mit Personalisierungsoption Gucci Onlineangebot Prada, Weihnachtsgeschenke in online Verkauf

Chanel kümmert sich um seine Longtail-Beziehungen und lud als erstes der traditionellen großen Modehäuser vergangenen September die weltweit wichtigsten Mode-BloggerInnen nach Paris ein.

Die jeweils neuesten Kollektionsbilder und -videos der Fashion-Avantgarde finden sich längst schon nicht mehr in Printmagazinen, sondern online, und zwar in der Mode-Blogosphäre. In meinem Reader befinden sich im Moment zwar nur knapp 30, vor allem englischsprachige Fashion-Blogs – mehr lassen sich neben meinem Marketingjob auch gar nicht verkraften. Mindestens 5 x so viele habe ich aber als nicht relevant wieder entfernt und werde wohl eine Menge überhaupt nie finden.

Was fehlt da also noch? Richtig, den Fashionweek-Zirkus, dessen Zyklen zusammen mit allerlei Cruise- und Capsule-Collections ohnehin immer mehr verschwimmen, mal ein bisschen aufzumischen. Das aktuelle Debug Magazin sprach dazu mit Panos Destanis über sein Projekt Internet Fashion Week.

Panos Destanis in Debug 0102/08, Zeichnung: Jan Joswig

Das hat Tschilp schon letzten Oktober gemacht, und Neues wurde dazu inzwischen leider nicht offenbart. Schon neu war für mich immerhin, dass Destanis auch DJ-Vergangenheit hat und als Mediziner eine Doktorarbeit zum Thema Hals/Nackenbeschwerden schreibt. Das passt zufällig grad hervorragend zu meinem gepflegten Cervikalsyndrom ;-)

Interview: Panos Destanis, Initiator der Internet Fashion Week

Über seine Nachrichtenagentur für Avantgarde Mode modabot hat der Berliner Unternehmer Panos Destanis vor kurzem eine Presseaussendung in eigener Sache ausgesendet. Von nichts Geringerem als dem Launch einer Internet Fashion Week ist die Rede.

Tolle Idee, dachte ich mir, und wie sieht das Konzept dahinter aus? Also fragte ich per Email nach und erhielt freundlich und prompt Feedback (hier erkennt man den Internet Entrepreneur), wenngleich einige der interessantesten Aspekte leider im Dunkeln bleiben. Bis zum richtigen Start zu Jahresbeginn 2008 ist ja auch noch ein bisschen Zeit. Ein global wirkendes Erscheinungsbild gibt sich die Website in 8 Sprachen jetzt schon.

Screenshot internetfashionweek.net

Welche Designerinnen und Designer sollen gezeigt werden? Wie werden
diese ausgewählt?

kann leider noch keine informationen geben…

Welche Voraussetzungen sind notwendig? Welche Einschränkungen gibt es?

kann leider noch keine informationen geben…

Wie sehen die technischen Rahmenbedingungen aus? Inwieweit können die Präsentationsformen von den Designern und Designerinnen selbst definiert und online gestellt werden (steht z.B. ein CMS zur Verfügung)?

Der Stand der Dinge ist: Die Designer haben künstlerische Freiheit, aber Bedingung ist Dynamik, also keine statische Präsentation. Wir entwickeln technische Vorgaben, die eine Präsentation auf unserer Plattform, sowie als embedded object erlauben.

Inwieweit wird die Internet Fashion Week Live bzw. Event Charakter haben (oder eher eine permanente Sammlung darstellen)?

Die IFW ist wie ein „Startschuss“ gedacht, in dem zu einem bestimmten Zeitpunkt neue Mode präsentiert wird. Darüberhinaus ist es in Zeiten des Internet selbstverständlich, dass die IFW auch eine permanente Sammlung haben wird.

Wie unterscheidet sich die Internet Fashion Week von online Modeplattformen wie Iqons oder Diane Pernets You wear it well?

Der Hauptunterschied zu „You Wear it Well“ ist, dass die IFW erstens eine Online Plattform ist, die sich zweitens konkret an neuer Mode und Kollektionen orientiert.

IQONS ist als Kommunikationsforum eher ein Kontinuum und hat nicht diesen „Höhepunkt“ eines Events wie es Fashion Weeks üblicherweise sind.

Was sind generell die Ziele einer Internet Fashion Week?

Antwort am Schluss

Welchen Part übernimmt unit-f?

Wir haben unit-f gebeten, uns aufgrund ihrer Expertise bei der Auswahl von einem Teil der Designer zu unterstützen.

Können Sie etwas zum Geschäftsmodell bzw. zur Finanzierung sagen?

Wir denken an eine Mischung von Dienstleistungen, Sponsoring und Werbung.

Was sollte sonst noch unbedingt ueber das Projekt Internet Fashion Week gesagt werden?

Das Wichtigste, was zu diesem Zeitpunkt über die INTERNET FASHION WEEK gesagt werden kann, ist, dass sie aus verschiedenen Gründen eine immense konzeptionelle Herausforderung darstellt.

Diese Herausforderung kann nicht gemeistert werden, indem man die IFW als fertiges Produkt sieht, vielmehr wird sie eine „Work in Progress“ sein. Dabei ist die Mode nur ein Teil der Gleichung, eine ebenso grosse Rolle wird das technologische, ästhetische und konzeptionelle Potential der Neuen Medien spielen. Wir möchten die INTERNET FASHION WEEK zum wichtigsten künstlerisch-medialen Experimentierfeld im Bereich der Mode machen.

Ich bin gespannt wie es weitergeht und bedanke mich für das Interview.