Show Angewandte 14

Anlässlich seiner Berufung nach Wien sprach Bernhard Wilhelm vor fünf Jahren noch von einer Show,auf der nicht zwangsweise alle Studenten ihre Kollektionen zeigen“. Und startete wenig später gleich einmal mit recht interessanten, zwanglosen Präsentationen an verschiedenen Galerie-Locations der Stadt, mehr Installation und Performance denn Laufsteg. 

Von der großen Abschluss-Show hat man sich dennoch nicht verabschiedet, und das ist gut so. Die Show Angewandte, bei der die Studierenden einmal im Jahr ihre Arbeiten und Diplom-Kollektionen zeigen, ist inzwischen wohl eine der populärsten und größten Modenschauen Österreichs. Am 3. Juni ist es wieder so weit.

Show Angewandte 14
Dienstag, 3. Juni 2014
Marxhalle – Studio 2
Karl-Farkas-Gasse 19, 1030 Wien
Einlasse 19:30, Beginn 20:30
Tickets: Oeticket

Ivan Iveljic Ivan Iveljic Ivan Iveljic Kohei Nishi Kohei Nishi Louise Streissler Louise Streissler Melanie Zwifl Melanie Zwifl Melanie Zwifl Nora Krepart Nora Krepart
Mode von: 
  • Ivan Iveljic
  • Nora Krepart
  • Kohei Nishi
  • Louise Streissler
  • Melanie Zwifl

Ethical Fashion Diplomatique

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In den leicht abgenutzten und vielleicht gerade deshalb recht charmanten Salons des Palais Clam-Callas – sprich Institute Francais – in Wien zeigte heute Juliet Imbert unter der Obhut des französischen Botschafters nochmals ihre Arbeiten. Sie waren bereits bei der MQ Vienna Fashionweek zu sehen, Imbert hatte zuletzt als Artist in Residence ein Monat im Museumsquartier gewirkt.

Die Pariser Modedesignerin und Gewinnerin des Ethical Fashion Show Award – Carrousel du Louvre recycelte für ihre Kollektion Dyad unbenutzte Materialien, die von Pariser Couture Häusern stammen,  wie auch Vintage von Wiener Flohmärkten.


Und da die französische eine etwas intellektuellere Kulturnation ist – hierzulande erfreuen wir uns modemäßig ja am liebsten am reinen Spektakel – gab es vorab auch Programm: Cloed Baumgartner (Milch), Claudia Sprinz (Greenpeace), Julia Scharl (wandelbar) und Daniel Kalt (Die Presse) unterhielten sich über Mode und Nachhaltigkeit. Was eigentlich ein brennendes Thema sein könnte angesichts der Zustände unter denen Kleidung – und zwar durchaus auch im Luxus-Segment – erzeugt wird, verlief als nette Plauderei.

Da war von Entschleunigung die Rede, der Überflüssigkeit fünf Kollektionen pro Jahr zu produzieren (ein Umstand, der meines Wissens nach ohnehin auf kein österreichisches Label zutrifft), da wurde der Bedarf nach immer wieder neuer Kleidung in Frage gestellt und Swapping-Events und privater Kleidertausch als Alternative vorgeschlagen, der Mangel und die fehlende Transparenz von Öko- und Nachhaltigkeits-Gütesiegeln jedoch kaum gestreift, die Verantwortung von Industrie und Politik nicht erwähnt. Eh lieb, weil wir waren ja im diplomatischen Rahmen, aber irgendwie auch schade.

Das mit der Lust am Neuen hat im Übrigen recht wenig mit Kleidung zu tun, wer das glaubt, hat das System Mode nicht verstanden.

P.S. Am kommenden Wochenende (27.-29.9.2013) findet in Linz die WearFair statt.

Save the date: Show 2013 des Bachelorstudiums Mode der Universität für künstlerische und industrielle Gestaltung Linz in Kooperation mit der Modeschule der Stadt Wien

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Modeschau der Universität für künstlerische und industrielle Gestaltung Linz
in Kooperation mit  der Modeschule der Stadt Wien

Mittwoch, 12. Juni 2013, um 19:00 und 20:30 Uhr
Odeon Theater, Taborstraße 10, 1020 Wien

Künstlerische Leitung: Ute Ploier
Inszenierung: Jakob Lena Knebl und Barbara Rüdiger
Styling-, Hair- und Makeup: Adia Trischler und Wolfgang Lindenhofer
Editorial: Hanna Putz und Thomas Lohr

Mühlbauer Hauspräsentation Herbst/Winter 2012

Was sich globale Marken oft mit aufwändigen Brandingaktivitäten erkaufen müssen, macht der Mühlbauer auch nicht einfach so. Aber er macht es auf eine selbstverständliche Art, authentisch und – jawohl – liebevoll.

 

In den beiden Wiener Mühlbauer Läden – Hut und Mode – fand am 18. Oktober wieder die schon traditionelle Hauspräsentation der  aktuellen Herbst/Winter Kollektionen statt.  Pelz traf auf Strick und Preppy auf 80er, statt glatt-schöner Models fanden sich diesmal SchauspielerInnen ein um sich zu den Outfits aus der Boutique die passenden Kopfbedeckungen aufsetzen zu lassen.

 


Der rasante Soundmix hat mich übrigens stark an Girltalk erinnert. Und diese seltsam, wie ausgebleicht wirkenden Hüte muss ich mir nochmal genauer anschauen…

Fotos, Video: Tschilp.com

Fashionweek from home

Livestreams und Showvideos bringen die Modeschauen dieser Welt nicht nur überall dorthin, wo ein Computer mit Internetanschluss verfügbar ist, sondern ermöglichen neben ausgezeichneter Sicht auch noch Perspektiven, von der die Frontrow nur träumen kann. Zwei Highlights.

 

 

Paris Fashionweek, 2. Oktober 2012. Karl Lagerfeld treibt einmal mehr die große Kunst Mode mit einem Batzen Ironie stets neu zu erfinden auf die Spitze. Chanel bringt diesmal frischen Wind ins Geschehen. Und zwar sprichwörtlich. Ein ganzer Windpark auf einem überdimensionalen Laufsteg aus Solarzellen – überpowered im wahrsten Sinne des Wortes also – findet da Platz im Grand Palais, wo sonst. Green und Nachhaltigkeit als relevante Themen unserer Zeit? Ob sie auch in die Produktion einfließen, lassen wir mal beiseite. Die relevante Musik kommt live von den Chromatics.

 

 

Paris Fashionweek, 3. Oktober 2012. Rolltreppen heuer. Nach  Fahrstuhl, Dampflok und Ringelspiel ist Louis Vuitton im urbanen Getriebe angekommen. Wie auch schon davor spielt die Dramaturgie zur Musik von Philip Glass mit verschiedenen Tempi, Überlagerungen und Mustern. Daniel Buren – genau der mit den Säulen im Palais Royal – spielte auch mit. Die Choreographie geht schon mehr Richtung Tanzperformance denn Catwalk. Ein Vergnügen. Marc Jacobs freut sich auch.