Neue Kollektion?

Irgendwie scheint das heuer besonders lang zu dauern. Während etwa bei Fast-Fashion-Ketten wie Zara schon jede Menge sommerlicher Celine-Kopien hängen, muffeln viele edle Multibrand-Geschäfte immer noch im Winterschlußverkauf dahin. Ich finde, zwei Monate Sale sind genug.

Erfreuliche Ausnahmen gibt es aber auch, zum Beispiel Chegini, wo man schon viele neue Teile sowie Schuhe von Miu Miu oder Marni begutachten kann oder Park, wo sowohl Maison Martin Margiela als auch die leistbarere Variante Martin Margiela 6 für Männer wie Frauen ziemlich aufgestockt wurden.

Es stimmt schon: Die Modezyklen werden mit der zunehmenden Online-Öffentlichkeit immer mehr in Frage gestellt. Wer will denn schon ein halbes Jahr – zumindestens in Österreich, bedeutendere Märkte werden ja etwas rascher versorgt – auf das warten, was seit Herbst in Blogs und anderen Onlinemedien in Echtzeit zu sehen war?

Fast Fashion und Zwischenkollektionen tragen dem bereits Rechnung. Spannend verspricht es jetzt zu werden, wenn etwa das amerikanische Unternehmen Moda Operandi seine Luxus Crowdsourcing, oder besser Direct-Ordering Plattform startet. Launchtermin ist nächste Woche zur New York Fashion Week.

Mehr Info dazu u.a. auf modabot.

Alexander McQueen Nachlese

Inzwischen ist die Sonderausgabe der französischen L’Officiel zu Ehren des verstorbenen Alexander McQueen endlich auch hier in Österreich angekommen.

Und die New York Times hat online eine hübsch übersichtliche Timeline mit – zumindestens ab 2007 – etlichen weiterführenden Links produziert.

Zwei schnelle Lektürevorschläge, geeignet nicht nur für einen verregneten Feiertag.

Bild: Screenshot NYT

Lagerfeld Cover für Wallpaper Magazin

Love, UK, Ausgabe 2 2009, Cover mit AlexLove, UK, Ausgabe 2 2009, Cover mit Coco

Der Magazin-Multi-Cover-Marketing-Gag greift geschäftstüchtig in stetig steigender Konzentration um sich. Nachdem ich letztens schon beim Erwerb des wunderbaren, quasi ID-Spin-Offs Love Magazine – Ausgabe 2 gibt’s jetzt endlich auch im verträumten Österreich zu kaufen, nachdem wir ja den Start verpennt haben – ziemlich zwischen Coco und Alex hin- und hergerissen war – dreimal dürft ihr raten, wer dann den Zuschlag erhalten hat – und mir die deutsche Jubiläumsvogue dann gleich mit drei Versionen die Entscheidung schwer zu machen versuchte, wurde nun auch noch das mehr auf Interieur spezialisierte Wallpaper in zwei verschiedene Titelblätter eingekleidet.

Wallpaper Cover von Karl Lagerfeld Wallpaper Cover von Philippe Starck

Karl Lagerfeld – eben noch neben Peter Lindbergh und Bruce Weber für die 30 Jahre feiernde Vogue im Einsatz –  gestaltete dafür einen originellen Striptease mit Model Baptiste Giabiconi, und Philippe Starck bemühte sich um ebenso Grundsätzliches, nämlich Fragen der Evolution. Beides lädt zum Rumspielen ein wie man sieht. Wenn das keine Sammlerstücke werden…

Bilder: Love, Wallpaper

Die blaue Bluse…

Sample Sales haben eindeutig einen Nachteil: Fehlendes Modelmaß macht die Auswahl schon sehr gering. Und so konnte eine gewisse Bluse, um nicht zu sagen, DIE Bluse leider nicht mein werden. Dabei handelt es sich um die berühmte durchsichtige Bluse aus nachtblauem Seidenchiffon vom Cover von „Austrian Fashion #01“.

Die spanisch-österreichische Publikation in englischer Sprache entstand im Rahmen der hierzulande recht wenig beachteten Weltausstellung in Zaragoza. Ein Vorgeschmack auf das von Unit F geplante, neue Mode-Periodikum?

Wie auch immer – ich tröste mich jedenfalls damit, dass Blau ohnehin besser zu Blond passt (was ich ja hinter mir habe). Und ich mag eigentlich am liebsten Schwarz.

Bluse: Claudia Rosa Lukas
Hose: Elfenkleid
Foto: David Urbano

Austrian Fashion #01:
132 Seiten, englisch, 10 Euro, ISBN 978-84-612-6027-0, eine Kooperation von Unit F und B-Guided, gefördert von BMUKK, Wien Tourismus and EXPO Office Austria.

Designerschnäppchen à la Kurier

In der „Leben“-Redaktion der Boulevardzeitung Kurier muß es heiß hergehen. Da kann es dann schon mal vorkommen, dass man sich in der Hitze des Gefechts ein wenig in der Tastatur verhaspelt. Dann passiert’s halt, dass Superated zu Supearted mutiert oder aus dem Elfenkleid ein Elevenkleid wird.

Im folgenden Suchbild unterscheidet sich die rechte Spalte von der linken durch mindestens 3 Fehler:

Ausschnitt aus: Kurier, 29. November 2008

Der Beruf des Korrektors ist heute beinahe ausgestorben, vor allem im Zeitungsbereich (…)

Am Lektorat wird offensichtlich auch gespart. Einfach peinlich. Bei Werbekunden, die im Trendartikel auf der selben Seite mit ihren Pressebildern hübsch versammelt sind, könnte man sich das nicht erlauben.

Wer übrigens mit der Ortsangabe „Sala T“ nichts anfangen kann und rätselt, was der „Grashof“ ist, schaut zur Sicherheit nochmal hier nach.

Und wer sich ganz grundsätzlich für journalistische Feinheiten aus der Welt des Boulevards interessiert, sollte sich ab und zu die Medienschelte gönnen.