Archiv des Tags ‘Marketing’

Michaela tschilpt

Startschwierigkeiten: Cavalli bei H & M online

9. November 2007 01:00, by Michaela

Cavalli bei H&M online

Pünktlich am 8.11. um 23.59 Uhr war der Onlineshop nicht mehr erreichbar. Da hat sich die künstliche Verknappung wohl verselbständigt…

Cavalli im H & M Onlineshop Freitag 00.13 Uhr Cavalli im H & M Onlineshop Freitag 00.29 Uhr Cavalli im H & M Onlineshop Freitag 00.42 Uhr

Michaela tschilpt

Lokalaugenschein: Cavalli bei H & M

8. November 2007 23:56, by Michaela

Die künstliche Verknappung hat heute abend um 19 Uhr in Wien am Graben so ausgesehen:

Cavalli bei H&M am Graben

Wenige Minuten später waren beim Lokalaugenschein in der Kärntnerstraße nur 2 armselige Kleiderständerchen - 1 für Damen und 1 für Herren - mit hauptsächlich Unterwäsche zu sehen:

Cavalli bei H&M Kärntnerstraße 8.11.

Und jetzt bin ich gespannt, wie das in wenigen Minuten online laufen wird.

Cavalli bei H&M online

Michaela tschilpt

Jedes T-Shirt hat das Zeug zum Star! Es braucht nur eine Geschichte. Die von Re-Shirt.

31. Oktober 2007 01:09, by Michaela

Neulich hab ich die Geschichte von meinem Regenschirm erzählt. Und auch jetzt geht’s um Geschichten. Warum wertvolle Resourcen verschwenden, damit sich neue T-Shirts endlich so anfühlen, als ob man schon 20x in ihnen geschlafen hätte? Warum teure Imagekampagnen riskieren, die ein Label mit Emotion aufladen? Warum per limited Edition oder künstlicher Verknappung Individualität vorgaukeln? Es war doch immer schon alles da, nur haben wir es übersehen. Denn jedes T-Shirt hat das Zeug zum Star! Es braucht nur eine Geschichte.

Für den Onlineshop Re-Shirt kann man gebrauchte T-Shirts spenden. Aber nicht einfach so. Man muss auch seine Geschichte weitergeben. Und sehr speziell muss die gar nicht sein, es reicht z.B. sowas:

Toni Polster is a very famous Austrian football player. He is a real character, he is retired from football now, but he has a new passion for singing and dancing. He became one of the Austrian Dancing…

Die Geschichte wird gemeinsam mit dem Shirt mittels Formular, das ganz nebenbei noch schnell mal auf ökologische Awareness pocht, eingereicht. Wenn alles für ok befunden ist, startet der Nobilitierungsprozess: Das Shirt bekommt seinen “Re-shirt”-Code aufgedruckt, ein Label mit seiner Geschichte und einen Platz im Onlineshop. Für 25 Euro wartet es auf einen guten Platz und neues “Leben” sprich Geschichten.

Irgendwie ein schönes und auch weitgehend glaubwürdig kommuniziertes Konzept. Dennoch wirft es einige Fragen auf:

  • Worin kann die Motivation liegen, Zeit und Geld für die Spende zu investieren (Formular offline ausfüllen, Shirt verpacken und verschicken) anstatt das Shirt z.B. gratis zur Altkleidersammlung oder zu Humana zu geben vielleicht sogar noch Gewinn bringend zu versteigern? Oder schlicht und einfach wegzuwerfen?
  • Werden hier nicht Zielgruppen angesprochen, für die bewusstes Kaufen oder Nachhaltigkeit ohnehin schon Themen sind?
  • Was passiert eigentlich mit jenen Shirts, die nicht die Qualitätskontrolle schaffen? Werden diese retourniert? Entsorgt? Gespendet?
  • Wieso haben die beiden mit Foto abgebildeten Shopmanagerinnen nur Vornamen? Existieren sie überhaupt?
  • Und last not least: Wer profitiert vom Verkaufserlös? Nichts gegen das gescheite Projekt, hinter dem Erich Pöttschachers Shapeshifters Information Management GmbH steht, aber es deklariert sich schließlich nicht als Non-Profit-Angelegenheit.

Interessant dazu ist auch das Konsumguerilla Blog mit Alter Schweiß zu neuem Preis…

Michaela tschilpt

Gucci TV-Spot von David Lynch

14. Oktober 2007 10:27, by Michaela

Für den weltweit ersten Gucci Werbespot hat sich Kreativdirektorin Frida Giannini David Lynch ausgesucht. Der Spot soll Gianninis erstes Parfum für das Haus namens Gucci by Gucci verkaufen und wird auf der Website und im TV gezeigt. Für Lynch ist es bei weitem nicht das erste Parfum-Commercial.


Spannender als den Spot selbst, in dem sich 3 Modells ziemlich künstlich selbstvergessen im Retro-Cocktail-Outfit von - nona - Gucci zu Musik von Blondie bewegen, finde ich eigentlich das Making-of, das es - nona - auch schon im Netz gibt:


Via: 10 Advertising and Marketing Journal

Michaela tschilpt

Seltsame Passion bei Benetton

13. Oktober 2007 19:59, by Michaela

Gar nicht so schlecht, der Mantel, dachte ich mir heute bei Benetton. Was mich stutzig machte, war der seltsame Text am Preisschildchen:

“Passion for Quality”. Dies ist eines der 110 Millionen Kleidungsstücke, die Benetton jährlich produziert und weltweit in 120 Ländern verkauft.

Mantel von Benetton made in Asien “Passion for Quality”

Und ich dachte immer, in der Werbung geht’s um Differenzierung und in der Mode um das gefühlsmäßige Vermitteln von Individualität. Die Art wie hier Massenproduktion als Argument für Qualität eingesetzt wird, erinnert mich eher an Zeiten, wo Fließbandarbeit noch als heilbringender Fortschritt kommuniziert wurde. Kann so eine “Passion for Quality” glaubwürdig sein?

Gekauft habe ich den Mantel übrigens nicht.