Summer of Love mit Manish Arora

 

Lang habe ich gebraucht, aber der Sommer hat sich hier ja auch eine lange Pause gegönnt, und in beiden Fällen soll nun gelten: besser spät als nie.

Besonders nachts funkelt und glitzert es schon seit Ende Juni besonders farbenprächtig auf der Wiener Kärtnerstraße gleich visavis eines demnächst zu eröffnenden Kaufhauses.

Denn Gerda Buxbaum, Modehistorikerin und langjährige Direktorin der Modeschule Hetzendorf, hat für die Auslage des Swarovski Flagship-Stores  den Summer of Love ausgerufen.

Dafür inszenierte sie Modelle des indischen Designers Manish Arora und meint dazu:

Die Hippies liebten in den 60er Jahren des vorigen Jahrhunderts Textilien, Muster und Schmuck aus Indien. Bei der Konzeption dieser Installation habe ich es als besonders reizvoll und spannend empfunden, dass gerade ein indischer Modeschöpfer diese westliche Hippieästhetik nun auf seine sehr moderne, „hippe“ Art interpretiert.

Stimmt.

Manish Arora zeigte unter seinem gleichnamigen Label zuletzt bei den Pariser Modewochen und wurde heuer zum Kreativdirektor für Paco Rabanne ernannt.

Seit Jahren beweist er sein Multitalent und seine sprichwörtliche Leuchtkraft  in Kollaborationen, wie Uhren für Swatch, Sportswear für Reebok, Special Editions für die Kosmetikmarken Nivea oder MAC und macht auch vor Tortendesign nicht halt. Mit Swarovski besteht natürlich auch eine Zusammenarbeit.

Ich kann mich erinnern vor längerer Zeit ein paar seiner unverschämt teuren, aber auch sehr aufwändigen Modelle in der Wiener Avantgarde Boutique Park gesehen zu haben.

Aber auch neuen Retailkonzepten dürfte Arora nicht abgeneigt sein, waren doch Teile seiner neuen Herbst/Winter Kollektion bereits Anfang April über die amerikanische Pre-Order Plattform Moda Operandi quasi direkt vom Laufsteg vorab zu bestellen. Onlineshop gibt es sowieso, der wirkt allerdings – so gar nicht zum Produkt passend – eher  wenig berauschend.

Fotos: Tschilp.com, Zitat: Pessetext

Neue Lieferung

Während sich der Sommerschlussverkauf in die Länge zieht, geht Park schon mal mit gutem Beispiel voran und verschickt erste Fotos der neuen Lieferung.

Aktuelle Kollektion von Awareness & Consciousness Aktuelle Kollektion von Awareness & Consciousness Aktuelle Kollektion von Awareness & Consciousness

Das Gelbe Kleid von Awareness & Consciousness

Die tellerartig geschnittenen, angenehm schwer fallenden Wolljersey-Kleider von Awareness & Consciousness haben mich schon vor Ort in ihren Bann gezogen. Vor allem wegen der neuen Farbe Gelb. Schwarz und leuchtendes Ultramarine waren irgendwie absehbar, aber dieses kalte, intensive Gelb ist auch nochmal einen Tick anders als das von Raf Simons in der heurigen Frühling-Sommer-Kollektion für Jil Sander.

Raf Simons Pullover bei Park, Wien
Raf Simons
, ebenfalls bei Park vertreten und mit seiner eigenen Kollektion stärkste Kraft der Männermode (Stephan Hilpold), beeindruckt mich neuerdings vor allem durch die Interpretationen eines scheinbar simplen Kleidungsstückes, des Pullovers. Denn so schnell die Bearbeitung des klassischen Herrenpullis in Fadesse resultieren kann (siehe z.B. John Malkovich’s Uncle Kimono), so peinlich kann das gute Stück werden, wie etwa bei Missoni in der Vergangenheit oft genug zu sehen war.

Manish Arora bei Park, Wien Manish Arora bei Park, Wien
Ganz neu bei Park gibts jetzt das indische Label Manish Arora, das letztes Jahr bei der Londoner Fashion Week Furore machte. Die Website ist zwar nicht ganz aktuell, aber eine ebenso ironisch-psychedelische Mixtur wie die Mode.