Archiv des Tags ‘Männer’

Gloria tschilpt

MännerMode – MännerBeine

28. Februar 2008 15:11, by Gloria

Vorige Woche U-Bahn fahren: Station Westbahnhof U3. Vor mir die graue Masse, die in den Zug drängt. Einer fällt besonders auf. Seine miselsüchtige Miene drückt genau das aus, was ich mir auch oft denke: Warum bin ich hier? Und warum müsst ihr alle hier sein!?

Ich setze mich ihm schräg gegenüber. Etwas aufgelockert konservativ und teuer gekleidet, den Timer in der Hand samt Papieren, Plänen wirkt er wie ein erfolgreicher, gutsituierter Architekt. Ganz sicher Architekt! Unter der sündteueren, schäbigen grünen Allwetterjacke trägt er ein dezent kariertes Wollsakko mit Hemd, ohne Krawatte. Mein Blick schweift nach unten und ich bin bass erstaunt! Echt scharfe Schuhe trägt dieser Mittfünfziger. Die braunen Boots mit runden Kappen erinnern mich stark an Rosa Mosa. Der Mann gefällt mir immer besser!

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Unauffällig krame ich nach der Kamera und versuche sie, die Schuhe selbstverständlich, abzulichten. Da fragt er: “Finden Sie dort unten was Schönes?” Ich flüchte mich in eine Fragestellung, die mir schon lange am Herzen liegt: “Nein, aber vielleicht können Sie mir erklären, warum Männer immer beim Sitzen die Beine spreizen? Und so viel mehr Platz brauchen als wir Frauen? Und überhaupt?”

Das kann er nicht: Meint es läge an der Evolution usw. Meinen Verdacht zu äußern habe ich mir verkniffen. Nämlich dass Männer – von Potenzängsten geplagt – derart versuchen, für eine gute Belüftung zu sorgen. Der rechte Sitznachbar hört eifrig zu und lächelt und macht weiterhin die Beine breit. Daß er dabei immer wieder mal mein linkes Knie berührt stört nicht weiter. Zugegebenermaßen zwar etwas eingeengt schätze ich doch die nette Konversation mit dem Architekten. Und der hat inzwischen auch ein Lächeln aufgesetzt.

Trotzdem, immer noch will ich es wissen: Warum müssen Männer beim Sitzen die Beine spreizen? Postskriptum: Leider war ich zu feige, ihn nach der Intention seiner Schuhwahl zu befragen. Noch so ein intimes Thema wäre zuviel des Guten gewesen!

Gloria tschilpt

Über Vierzig sein ist schwer … (Teil zwei)

12. November 2007 12:32, by Gloria

Sicher im Café Prückl gelandet – ohne Wolfgang – resümierte ich meine letzten Männer-Begegnungen. Vorige Woche ein Mittagessen mit einem Kommerzialrat, seines Zeichens Entwickler und Kunde von mir. Ich war eh recht misstrauisch, warum wir uns ohne konkreten Anlass unbedingt kennen lernen mußten. Der Mann, älter als mein Vater, konservativer als mein Großvater, war überdies ein Revisionist!!! Ich flüchtete nach dreißig Minuten Konversation mit dem Holocaustleugner. Der allerdings hat nix geschnallt und mich noch auf dem Weg ins Büro telefonisch gestellt: Wollte er doch unbedingt nach dieser Diskussion mit einer “gebildeten Dame” mein Buch zur Mode in der Nazizeit lesen! Kalt habe ich ihn an Bibliotheken verwiesen und bin seitdem nicht mehr erreichbar für ihn.

Der nächste Kontakt, ebenfalls vorige Woche, ebenfalls ein beruflicher, war jener mit einem Rechtsanwalt anläßlich einer Hausbesichtigung. Beim Abschied ließ der nette Herr, über 65 Jahre alt und gut und trittsicher ausgestattet im steirischen Jägerlook mit dünnem Oberlippenbärtchen á la Clark Gable, meine Hand nicht mehr los. Die hatte er dann die folgenden 20 Minuten lang fest im Griff. Nachdem ich mich schon gedanklich von ihr samt Arm verabschiedet hatte, zeigte er doch noch ein Einsehen und ließ mich gehen.

Die Konklusion davon: Männer, die zu haben sind, weisen ein fast schon biblisches Alter auf und lassen sich mit dem Weltbild nicht vereinbaren. Oder sie sind in unserem Alter und versoffen oder beziehungsgeschädigt oder eben vergeben oder ich treffe einfach nicht auf sie. Doch ein Silberstreifen zeigte sich am Horizont des Prückl’s. Zwei gut und nett aussehende Männer am Nebentisch ließen uns den Abend lang nicht aus den Augen. Überdies nicht über vierzig und intelligent wirkend! Daraufhin verließen Doris und ich frühzeitig die Lokalität. Hab ich es schon erwähnt? Wir sind beide extrem schüchtern und flirten ist anstrengend für Übervierzigjährige!

Gloria tschilpt

Über Vierzig sein ist schwer … (Teil eins)

7. November 2007 12:31, by Gloria

Gestern mit Freundin Doris second-hand-shoppen bei Bocca Lupo. Die Glückliche durfte einen grauen Prada Pullover mit nach Hause nehmen. (Eigentlich ein stinknormaler Shetland-Pulli, doch in der Mitte zweimal aufgeschnitten und wieder zusammengenäht und daher wie ein Westerl zu tragen. Cool, eben Prada, irgendwie.) Ich konnte mich aufgrund des Zeitmangels nicht entscheiden. Eine Stunde stöbern ist für Bocca Lupo mit seinen Kellergewölben viel zu kurz. Der nächste Besuch folgt noch diese Woche!

Neben Schnäppchen war das Thema Mann wieder mal am Tisch. Doris ist ja wie auch ich schon seit geraumer Zeit Single. Wir schauten vor unserem üblichen geliebten Kaffehausbesuch noch auf einen Sprung und auf ein Süppchen ins Alt Wien. Dort trafen wir auf einen Bekannten von Doris. Gut aussehend war der Mann! Und Künstler und Schriftsteller dazu, also eigentlich genau meine Kragenweite… Die Freundin allerdings wollte die Örtlichkeit gleich wieder verlassen, doch der liebe Wolfgang hatte sie Draculalike geortet und sich flugs zu uns an den Tisch gesetzt.

Im Gesprächsverlauf und der darauffolgenden Diskussion mit dem Kellner durfte auch ich erkennen, warum Doris sich unbemerkt rausschleichen wollte. Wolfi hatte Lokalverbot, und das will hier viel heißen, nämlich ein massives Alkoholproblem. Also entpuppte sich der Prinz als einer von denen, die dir die Energie wegsaugen wie nix!

Gloria tschilpt

Mann oh Mann!

15. Oktober 2007 14:54, by Gloria

Letztens traf ich mal wieder – endlich – einen Mann, bei dem ich Lust verspürte, ihn wiederzusehen. Und schon stellt sich das bekannte Unsicherheitsgefühl ein. Wie mache ich es diesmal, dass es nicht wieder in die Hose geht? In meiner “Leider nix geworden”-Schublade ist ja kaum noch Platz…

Soll ich auftrumpfen und mich im Kleid oder Mini quasi ins Schaufenster stellen? Oder ist es besser, in Jeans, Leiberl und ganz zwanglos und entspannt und ungeschminkt aufzutauchen? Immer wieder steh ich zwischen diesen beiden Stühlen und die Erfahrung lehrt: Wenn ich unvorbereitet und eher desinteressiert bei den ersten Kontakten bin, ist der Betreffende meist recht angetan. Kaum schreitet die Bekanntschaft fort, wendet sich das Blatt und ich zeige Gefühle einer leichten Verliebtheit, werde in der Folge unsicher und zickig, und der Mann zieht sich schnell zurück.

Das läßt sich eben auch an meiner Kleidung wiederspiegeln. Kein oder kaum Interesse und mit Jeans beinbekleidet ergibt sich spannende Konversation ganz mühelos. Präsentiere ich mich dagegen aufgemascherlt und engagiert und daher uncool, enstehen plötzlich und scheinbar ebenso mühelos Kommunikationsfehlinterpretationen die in Streitgesprächen münden. Und vorbei ist es mit dem Traum, einen Mann für alle Fälle an meiner Seite zu haben!

Zwei Treffen hab ich bisher mit Karl geschafft! Beide Male hab ich keinen Gedanken an meine Kleidung verschwendet. Das dritte Treffen hätte gestern stattfinden sollen. Und ich stand eine geschlagene Stunde vor dem Spiegel und hab Kleider probiert. Entschieden hab ich mich für das nette sexy Diesel-Jeanskleid mit flachen, schwarzen Stiefelletten (Ich hasse Stöckelschuhe!). Nach einer gerade überstandenen Grippe und noch leicht angeschlagen hab ich dann dank der dünnen Strumpfhose den ganzen Tag gefroren. Abends hat schließlich das Objekt der Begierde unser Treffen abgesagt. Und ich habe ihm schreiend per Telefon geraten, er solle sich das doch gut überlegen, ob er mich nochmal Treffen will! Falls es ein nächstes Mal gibt, komme ich sicher in ….

Gloria tschilpt

Chefs, Einkaufen und so weiter

13. September 2007 16:52, by Gloria

Vorige Woche durfte ich zweimal Franz beim Brillenkauf beraten. Typisch Mann, wollte mein geschätzter Chef rein ins Geschäft, schnell irgendein Gestell kaufen und dieses im Eilschritt wieder verlassen. (Möglichst ohne dabei gesehen zu werden!) Deshalb hat er mich an seine Seite gestellt und um Beratung und sonstige Hilfestellung gebeten.

Ich hab also bei unserem zweiten Versuch seine Vorstellung vom Einkaufen ein bisserl modifiziert und verhindert, dass er wie von Furien gehetzt gleich wieder rausläuft. Zudem konnte ich ihn zwingen, jede Menge Fassungen zu probieren.

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Allerdings ist es ihm gelungen, letztendlich auch mich zu verunsichern. So mußten wir drei Fassungen mitnehmen und diese den KollegInnen vorstellen. Für welche hättet ihr Euch entschieden?

(Die Lösung gibt es demnächst! Übrigens war das Urteil einstimmig.)