Mann oh Mann!

Letztens traf ich mal wieder – endlich – einen Mann, bei dem ich Lust verspürte, ihn wiederzusehen. Und schon stellt sich das bekannte Unsicherheitsgefühl ein. Wie mache ich es diesmal, dass es nicht wieder in die Hose geht? In meiner „Leider nix geworden“-Schublade ist ja kaum noch Platz…

Soll ich auftrumpfen und mich im Kleid oder Mini quasi ins Schaufenster stellen? Oder ist es besser, in Jeans, Leiberl und ganz zwanglos und entspannt und ungeschminkt aufzutauchen? Immer wieder steh ich zwischen diesen beiden Stühlen und die Erfahrung lehrt: Wenn ich unvorbereitet und eher desinteressiert bei den ersten Kontakten bin, ist der Betreffende meist recht angetan. Kaum schreitet die Bekanntschaft fort, wendet sich das Blatt und ich zeige Gefühle einer leichten Verliebtheit, werde in der Folge unsicher und zickig, und der Mann zieht sich schnell zurück.

Das läßt sich eben auch an meiner Kleidung wiederspiegeln. Kein oder kaum Interesse und mit Jeans beinbekleidet ergibt sich spannende Konversation ganz mühelos. Präsentiere ich mich dagegen aufgemascherlt und engagiert und daher uncool, enstehen plötzlich und scheinbar ebenso mühelos Kommunikationsfehlinterpretationen die in Streitgesprächen münden. Und vorbei ist es mit dem Traum, einen Mann für alle Fälle an meiner Seite zu haben!

Zwei Treffen hab ich bisher mit Karl geschafft! Beide Male hab ich keinen Gedanken an meine Kleidung verschwendet. Das dritte Treffen hätte gestern stattfinden sollen. Und ich stand eine geschlagene Stunde vor dem Spiegel und hab Kleider probiert. Entschieden hab ich mich für das nette sexy Diesel-Jeanskleid mit flachen, schwarzen Stiefelletten (Ich hasse Stöckelschuhe!). Nach einer gerade überstandenen Grippe und noch leicht angeschlagen hab ich dann dank der dünnen Strumpfhose den ganzen Tag gefroren. Abends hat schließlich das Objekt der Begierde unser Treffen abgesagt. Und ich habe ihm schreiend per Telefon geraten, er solle sich das doch gut überlegen, ob er mich nochmal Treffen will! Falls es ein nächstes Mal gibt, komme ich sicher in ….

Bernhard Willhelm!

Gestern Abend am Heimweg – na gut, ich gebe zu, es war ein kleiner Umweg – habe ich wieder einmal Bernhard Willhelm getroffen. Besser gesagt eines seiner wundersamen Kleider in der Auslage von Song.

Kleid aus der aktuellen Kollektion von Bernhard Wilhelm bei Song Outfit aktuelle Kollektion. Foto: Bernhard Wilhelm/Totemfashion

Der Name des sehr treffend als postmodernen Nachfolgers der Brüder Grimm bezeichneten deutschen Designers der Antwerpener Schule ist mir erstmals 2000 in Berlin aufgefallen. Und zwar in Form eines Rocks aus Riesenpepita-Wollstoff, der mit blitzblauen Dinosauriern und einem altmodischen roten Kreuzstich-Monogramm „BW“ bestickt ist. Daran hänge ich heute noch immer sehr.

Dinosaurier-Rock von Bernhard Wilhelm 2000 Saurier-Detail und Monogramm

Bis 27. 1. 2008 findet im Modemuseum Antwerpen, das seit 2006 im Besitz des vollständigen Archivs des Designteams Bernhard Willhelm und Jutta Kraus ist, die Ausstellung “Bernhard Willhelm: het totaal rappel? statt. Wieder ein Grund, um Antwerpen zu besuchen.

Mehr Infos und Fotos zu den Kollektionen von Bernhard Wilhelm gibt’s bei Totemfashion.

Liniert extended

Letzte Woche hab ich noch schnell das rosa Kleid umgetauscht. Ivon war supernett und wäre auch zu Anderem bereit gewesen. Doch ich wollt es mir nicht mit meiner derzeitigen Liebelingsdesignerin verscherzen und habe mich für petrolblau statt rosa entschieden. Der kritisierte Zipf hinten gehört zum Schnitt, also kein Fehler sondern Irritation. Und dafür bin ich immer zu haben! Übrigens, die Schuhe hab ich nur für die Fotos belassen. Da sie seit über 10 Jahren in meinem Besitz sind, werde ich sie demnächst wegschmeissen!

Ich denke die Fotos geben mir Recht und Ivon auch! Wann immer es euch in den Dritten verschlägt schaut zu Liniert! (Montags bitte nicht und auch nicht vor 10.00 Uhr!) Mich werdet Ihr dort allerdings nicht antreffen. Fast den ganzen August sitze ich in der Toskana am Swimmingpool, widme mich der Schönheitspflege und sinniere über Umänderungsmöglichkeiten meiner alten Kleider. Schönen Sommer für alle Daheimgebliebenen!

Kleid petrol ILiniert Kleid Petrol II

Liniert statt Kleinkariert!

Kennt ihr schon das neue Lieblingsgeschäft von mir? Liniert heisst die Boutique, sie ist wie ich im Dritten zuhause (Sechskrügelgasse 2). Die Besitzerin heisst Ivon und stammt aus Barcelona. Früher gab sie am gleichen Ort Keramikkurse für Kinder. Dann sattelte sie auf Kleidung um und entwift seitdem Mode-Kollektionen.

Ich hab von ihr einen Overall in schwarz. Mein Sohn meint, ich erinnere ihn darin an ein Baby im Strampler. Grund genug für mich, das gute Stück über Wochen nicht zu tragen. Und nun besitze ich noch ein rosa Kleid von Ivon. Natürlich lachsrosa und nicht pink. Aber ich bin auch nicht ganz glücklich damit.

rosa kleid liniert 1rosa kleid liniert 3rosa kleid liniert 4

Da stellt sich die Frage: Liegt das an mir oder an der Designerin, die frau nicht glücklich machen kann? Aber beurteilt selbst: Fettnäpfchen oder gelungenes originelles Kleidwerk?

Verführung oder Klartext

Übermorgen ist es wieder soweit. Ich treffe einen Mann, den ich nicht uninteressant finde. Und wieder weiss ich nicht, wie ich es angehen werde? Soll heissen, wie ich mich zu kleiden habe.

Mach ich auf understatement und wähle Jeans mit Boots samt extra langweiligen Durchschnittsleiberl. Oder darf ich es wagen, meine Rundungen ein bisserl ins Schaufenster zu stellen? Dann entscheide ich mich für einen kurzen Rock oder ein Kleid. Doch Frau will ja nicht nur wegen der optischen Reize begehrt werden! Und ein sichereres Gefühl geben mir die obligaten Hosen allemal. Aber wenn es plötzlich wieder heiss wird? Dann schwitze ich doch? Was wieder nicht super cool rüberkommt …

Frieren wär allerdings auch gut möglich. Wenn ich friere, kann ich nicht denken! Ist es also besser zu schwitzen als zitternd zu schweigen? Glattes Haar (dank des Haarglättgeräts, das ich immer noch nicht losgeworden bin) oder unbezähmbare Locken? Beides kann einen Mann abtörnen … Soll ich schüchtern sein oder andauernd reden? Wirke ich fad oder übertrieben selbstbewußt? Darf ich auch Komplimente machen oder ist es sinnvoller, überheblich-abwehrend dreinzuschauen?

Wenn ihr Tipps habt, wär ich dankbar. Ich schätze, ich werde es auf meine Stimmung ankommen lassen. Vielleicht bin ich mal endlich so mutig wie die Männer und erscheine ungeschminkt. Und bin einfach so wie mir grad zumute ist!