Natures Of Conflict: Tribal Life!

Fälschlicherweise im 10festival-Programmfolder bei freiem Eintritt angekündigt, „Presseliste? Hamma kane,“ (Security im O-Ton) fand am Dienstag in der Säulenhalle des Wiener MAK die eigens dafür konzipierte Präsentation von Natures Of Conflict statt.

Mit der Kollektion Tribal Life! schafften es Kathrin Lugbauer und Nora Berger heuer auf die Shortlist in Hyères. Gegensätze wie die hohe Kunst der Drapierung bei Madame Grès und die „Wildheit“ afrikanischer Stammesgewänder bilden den Hintergrund für die Arbeit, einer Art „Initiationsritus“ ihrer Designauffassung (Eigendefinition). Ich bin schon gespannt, was von den beiden noch kommen wird!

Anne schildert die Performance auf ihrem Blog Blica sehr treffend, finde ich, bitte dort weiterlesen.

Und ich habe ein bisschen mit Handy-Livestreaming herumexperimentiert…


10 festival for fashion and photography

Das jährlich vom Verein Unit F organisierte festival for fashion and photography hat heuer die Ziffer 10 vorangestellt, findet zum 5. Mal in dieser Form statt  – es muss ja nicht immer alles logisch sein – und zwar von 7.-17. Juni 2010 an verschiedenen Locations in Wien.

Von anderen Unternehmungen in Sachen Modewoche meint man sich offenbar klar distanzieren zu müssen. So heißt es auf der Veranstaltungs-Website, das Festival sei

ein Format, das sich nicht an internationalen Fashion Weeks orientiert, sondern völlig eigenständig auf die Stadtstruktur und deren Kreative reagiert. So versuchen wir sukzessive, Wien als eigenständige Modestadt zu positionieren, nicht in Konkurrenz zu den Businesszentren wie Paris, Mailand oder London […]

Zynische Menschen könnten das jetzt als den Versuch interpretieren, eine Not als Tugend zu verkaufen.

Umso wichtiger scheint es – wenn es denn schon kein Business gibt (!) – halbwegs hochwertige Preise zu etablieren. Dem soll durch die als Austria Fashion Awards (AFA) zusammengefassten, aus öffentlichen Geldern finanzierten Modepreise Rechnung getragen werden. So weit so gut.

Ein bisschen zu denken gibt allerdings die Beteiligung. 2009 reichten beispielsweise ganze acht BewerberInnen für den im Rahmen der AFA verliehenen Modepreis des BMUKK ein, dagegen aber 70 für den Förderpreis für künstlerische Fotografie oder 211 für bildende Kunst (nachzulesen hier).

Die Dotierung ist übrigens mit 13.200 bis 18.000 Euro (zweckgebunden für ein Arbeitsstipendium) sogar höher als bei den anderen Sparten, das Verfahren an Unit F ausgelagert.

Hier noch ein anderer Vergleich: Über 200 Einreichungen langten laut Veranstalter beim diesjährigen Ringstrassen Galerien Designer Award ein  – bei einem Preisgeld von „nur“ 3.000 Euro.

Das lass ich jetzt mal so stehen.

Achja, die Arbeiten der diesjährigen PreisträgerInnen werden wir wohl auch heuer wieder nicht am Laufsteg zu sehen bekommen, denn anlässlich des 10. Geburtstages von Unit F zeigen Ulrike Tschabitzer-Handler und Andreas Oberkanins lieber Shows herausragender früherer AFA-PreisträgerInnen (nur mit Einladung).

Trotz mitunter seltsamen Beigeschmacks bietet das Festival natürlich wieder etliche spannende Veranstaltungen, von denen ich mich fast mehr auf die kleineren wie Christina Bergers Ausstellung oder die Präsentation der in Hyères gezeigten Kollektion von Kathrin Lugbauer und Nora Berger oder auch die Diskussionsrunde The shift from still image to moving image mit Imran Ahmed (wer auch immer da jetzt noch an internationaler Besetzung kommen mag) freue.

10 festival for fashion and photography
7. bs 17. Juni 2010, Wien
Programm

Hyères 2010

Gleich zwei Preise, und zwar den mit 15.000 Euro dotierten Modepreis sowie den neuen, von Camper gesponserten Designpreis (der – wenn ich das richtig verstanden habe –  darin besteht, dass ein Schuhentwurf produziert wird) hat gestern die belgische Designerin Alexandra Verschueren in Hyères geholt.

Mit Ali Zedtwitz und Valérie Lange (Diptych) sowie Nora Berger und Kathrin Lugbauer (Natures of Conflict) befanden sich heuer sogar zwei Labels = vier Teilnehmerinnen aus Österreich auf der Shortlist.

Absolut sehenswerte Showfotos von Shoji Fujii (etwa hier oder hier) sowie jede Menge Dokumentation und Videos unter dem Motto „A Chat with…“ gibt es auf Diane Pernet’s A Shaded View on Fashion.

Weitere Berichte siehe auch Les Mads, Modabot, Filep Motwary.

Fotos: Shoji Fujii via ASV

Austrian Fashiondesigners @ Hyères

Das Rad dreht sich weiter: In Hyères haben es heuer gleich vier Österreicherinnen unter die 12 FinalistInnen geschafft, wie Stephan Hilpold in der aktuellen Ausgabe des Standard Rondo weiß:

Ali Zedtwitz und Valérie Lange vom Label Diptych sowie Nora Berger und Kathrin Lugbauer. Den Juryvorsitz hat in diesem Jahr Dries Van Noten inne. Wir halten mal fleißig Daumen!

Das Festival International de Mode et de Fotographie Villa Noailles Hyères findet heuer von 30. April bis 3. Mai statt.

Edit: Hier noch der  Link zu Natures of Conflict, dem Label von Nora Berger und Kathrin Lugbauer. Dank an Blica!

Show Angewandte 2007

Während draußen beinahe der Weltuntergang tobte, war drinnen Party angesagt. In der noch vom heissen Wetter aufgeheizten Halle E der Wiener Stadthalle präsentierte am Donnerstag die Modeklasse ihre Arbeiten. Die klare, kühle, moderne Atmosphäre des Vorjahres ist heuer geräuschvoller Diskostimmung inklusive Glitzerkugel gewichen. Rektor Gerald Bast moderierte selbst, Gerlinde Lang – beim letzten Mal Moderatorin – saß mit ihrem Ipod in der Frontrow.

Experimenteller Rock Ärmelstudien

Wie schon im Vorjahr zeigten die ersten beiden Jahrgänge wieder sehr präzise Designstudien aus Molino bestehend aus experimentellem Rock, Ärmelstudien am schwarzen Kleid und historischen Kostümen.

Andra Dumitrascu: Firn Astrid Deigner: Schattenspiel

Jeweils 6 Outfits erarbeiteten die Studenten und Studentinnen des 3. Jahrganges. Darunter Weiwei Xu, die auch das heurige Adlmüller Stipendium erhielt, Andra Dumitrascu mit einer wunderbar in sich geschlossenen Inszenierung mit dem Titel „Firn“ oder Astrid Deigner mit ihrem dekorativen „Schattenspiel“. Irgendwie finde ich die jüngeren Jahrgänge spannender, frischer und unbefangener.

Gerald Bast Kathrin Lugbauer: I love Beirut Malin Troll: Space Odyssey

Nach Pause und Preisverleihungen (Adlmüller Stipendium, RONDO-Swarovski-Modepreis, INDIE Magazine Award, Preis Textilverband Schweiz) fand ich am spannendsten:

  • Elizaveta Fateeva „Amphibian Man“ – das muss echt hart sein, Männermode zu kreieren,
  • Zeynep Mehre Mehmetli „+0“ – aufgemalte Stiefeletten!
  • Malin Troll „Space Odyssey“ – gratuliere zum Schuhsponsoring, und natürlich zum RONDO-Swarovski-Modepreis!
  • Kathrin Lugbauer: I love Beirut – wo kann ich das grüne Kleid kaufen?

Etwas befremdlich fand ich 15 Euro Eintrittspreis, wenn dann locker 50% der Sitze reserviert sind.

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