Archiv des Tags ‘Gentlemen’

Michaela tschilpt

Shopping News: Wien, Linz

6. Oktober 2007 12:33, by Michaela

Der Reigen der Fashion-Weeks, die sich bereits mit den Frühjahr/Sommerkollektionen für Frauen beschäftigt haben, geht zu Ende. Wir haben uns gerade an den Herbst gewöhnt. Und die passenden Kleidungslieferungen scheinen inzwischen auch tatsächlich überall eingetroffen zu sein.

Raf Simons bei Park Stephan Schneider bei Park

Park hat sich zu einem der besten Männermodenläden entwickelt, die “Beweisstücke” dafür kamen neulich per Newsletter (siehe Bild). Ich empfehle Raf Simons, dessen Damenkollektion für Jil Sander gerade in Mailand extrem guten Eindruck gemacht hat. Ausserdem den ebenfalls belgischen Designer Stephan Schneider, der es irgenwie schafft, auf den ersten Blick komplett “unmodische” Kleidung zu produzieren, diese jedoch aus herrlich diffizilen Stoffen und mit Verarbeitungsdetails, die aus der hohen Schneiderkunst kommen

.Schuhe von Preen bei der Nachbarin

Ein Verdienst der Nachbarin ist es, dass wir hier Labels wie Preen oder Cathy Pill aber auch österreichische DesignerInnen kaufen können.

Preen Cathy Pill Cathy Pill

Und Linz fordert dazu auf, in die Farbwelt von Bluma einzutauchen. Das Geschäft ist noch eine richtige Boutique und führt eine immer wieder frische Mischung aus internationalen DesignerInnen und Eigenkreationen.

Stella Mc Cartney bei Bluma, Linz Missoni bei Bluma, Linz Bluma by Bluma, Linz

Happy Shopping!

Michaela tschilpt

Mode-Oscar: Pierre Cardin

6. Juni 2007 12:45, by Michaela

Die hohe Kunst des Lizensierens hat wohl wie kein anderer Pierre Cardin vollendet - so sehr, dass von seinem großen Talent bald vor lauter Logos nichts mehr zu sehen war. Pierre Cardin wurde gestern vom Council of Fashion Designers of America spät aber doch mit dem International Award ausgezeichnet. Zum 25. Mal wurden die Mode-Oscars in New York vergeben, den International Award (=Nicht-US-Designer) erhielten in den letzten Jahren die ebenso innovativen wie gut vermarktbaren Stars Olivier Theyskens (Rochas), Alber Elbaz (Lanvin), Miuccia Prada, Alexander McQueen, Hedi Slimane (damals noch Dior Homme), Nicolas Ghesquiere (Balenciaga).
Heisser Tipp für den neuen Dandy: Vintage Pierre Cardin Anzüge am Flohmarkt kaufen!

Jean tschilpt

Stil Manifest#1

25. Januar 2007 15:49, by Jean

Marken habe ich bereits angesprochen, ungern und mit Groll. Die leidige Lektüre der Tagespresse beschert mir da heute eine suffisantes Déjà vu: Burberry und wie unsere Populares auf den Verlust beinahe familiär empfundener Produkte reagieren! Erlaubt mir, meiner mürben Laune nachgebend, folgende Positionen. Ich mag keine Marken, so sie nicht Tradition besitzen und Produkte hervorragender Qualität offerieren - ergo, ich schätzt fast keine Marken. Sie sind nie Indiz guten Geschmacks, sondern zeugen lediglich von naivem Qualitätsbewußtseins oder Prahlerei. Der übliche Handel mit Markenzeichen ist verwerflich, zieren sie doch in Folge meist Produkte, die sich kaum als Markenware titulieren sollten. Mein Bespiel: Bally und die unter diesem Label vertriebenen Golfschuhe. Sie sind sehr ansehnlich, nicht ganz im Stream des antiquierten Golfergeschmacks, bequem und funktionieren. Aber halt, sie funktionieren leider nicht sehr lange. Drei solche Paare hat Euer, zugegeben nicht ganz lernfähiger, Jean besessen. Das erste: Innenfutter nach einem Monat an der Ferse durchgescheuert. Die Konsequenz, Rücknahme durch die süße Händlerin im Proshop. Das zweite: Halsnaht am Knöchel beidseitig nach einem Monat offen. Konsequenz, Umtausch, kann mich ja verständlich machen und die betroffenen Blicke der Verkäuferinnen deuten. Das Dritte, Sohle löst sich an der rechten Spitze (Belastungspunkt beim Golf) nach zwei Wochen und die Halsnaht… So, und jetzt war es vorbei mit der Kulanz (wir nehmen das Produkt eh nimmer in´s Sortiment, macht nur Probleme). Stark strapaziert war die Replik der Deutschen “Qualitätsproduzenten”! Nach 14 Tagen? Also, wer einen Sportschuh will, kauft einen solchen. Wer ein Markenprodukt will, vermeidet ein Lizenzprodukt. Letzteres erkennt man daran, dass es auf der Page des Markenhalters nicht auftaucht. Punktum, Euer Jean.

P.s. Ach ja, Michaela hat da auch ihre Erfahrungen: Reklamation teuflisch schicker Stiefel (ihre Meinung ;-)). Antwort: die haben sie aber auf der Straße getragen! Also, Michaela hat nicht sooo einen Job, bei dem man die Stiefel im Schlafzimmer trägt und ich gehe halt nicht mit Golfschuhen Zeitung holen.

P.p.s. Meinen extrem überteuerten, schlecht imprägnierten, langweiligen Trench - besser Bademantel, denn nass ist man darin garantiert, wie einst Rick zu Casablanca oder Bryan Ferry auf der Bühne, im März - werde ich trotzdem nicht verbrennen. Er hat noch historische Qualität (leider, meint Irene), hält seit 13 Jahren und tut´s noch mindestens ebenso lang.

Jean tschilpt

Stil Postille #7/1

21. Januar 2007 15:59, by Jean

Aha, geschätzte Michaela, hat die Saison der Damensmokings - die verwenden gerne die klassische dunkle Krawatte - begonnen?

Also, ganz einfach, der Four in hand ist der coolste, weil einfachste und gesichert immer “schiefe” Knoten, der die Symmetrie des Anzugs und des Hemds durchbricht.

Schau, ganz Jamie, und doppelt, wenn Du zweimal schlingst (bei flachen Kragenwinkel).

Funktioniert übrigens auch bei Halstüchern (aber da gibt es einen besseren, pardon, für Damen paradoxerweise schwierigen Knoten) und kleinen Shawls, ;-) Jean.

Jean tschilpt

Stil Postille #7

21. Januar 2007 12:32, by Jean

Harmonie und Elegance gründen auf Proportion und Form. Ein störendes Element genügt und das perfekte Ganze ist zerstört. Aber es braucht auch Regelbrüche, um das Schöne aufblühen zu lassen, denn die totale Symmetrie ist leblos und verstörend. Das lässt sich leicht mit dem betörenden Schönheitsfleck oder dem asymmetrischen Krawattenknoten verdeutlichen. Also bitte, einen lässigen, entspannten Four in hand, wenn es denn sein muss doppelt (wem das nicht gelingen will, gerne mich fragen) und nicht den verklemmten, nicht zu Unrecht in Deutschland so beliebten Windsor, womöglich mit hilfloser, instabiler Falte a´la Richard Selzer (Blackwell)!

Zurück zur Proportion. Man kann sagen, sie hat auch etwas mit Längen zu tun, jenseits aktueller Trends. Also, zuerst der Ärmel, ganz simpel (jetzt rede ich schon wie Jamie Oliver): am längsten ist der des Mantels, dann der des Hemds und dann der Jackenärmel und zwar in knappen Zentimeterschritten. Mantelarm nahe zum Daumenwurzelknochen, Sakkoarm zum Handansatz und der Hemdarm dazwischen - wie gesagt, maximal Zentimeterschritte. Und bitte, das Sakko - ideal mit Doppelschlitz - wippt nicht am Gesäß, es reicht deutlich darüber. Und nein, es ist nicht so easy wie Jamie meint, das belegen seine pubertären Rezepte und speziell der coole Knoten, aber es übt mit Euch, Euer Jean.