Flair Magazin: Gedruckte Verwirrung

Irren ist menschlich. Und manchmal hockt da auch ein kleines, aber umso bösartigeres Teufelchen auf der Lauer.

Dass aber das berühmt berüchtigte Druckfehlerteufelchen im letzten Flair Magazin gleich zwei Mal die Bildredaktion verwirrte, stimmt mich schon ein bisschen nachdenklich.

So verwechselte Flair (Juli/August  2011) ein Laufstegbild der Marni-Kollektion mit Isabel Marant und ein anderes Photo, das eines von Marc Jacobs‚ Keypieces zeigt, wurde dafür Marni zugeordnet.

Solche Fehlinformationen können natürlich passieren, stören mich aber als Leserin sehr, vor allem bei einem – laut Eigendefinition – internationalen Modemagazin, das eigentlich recht gut begonnen hat.

 

Abgesehen von der doch ziemlich unterschiedlichen Mode hätte übrigens auch ein Blick auf den Bildhintergrund gereicht  – geniale Spiegeleffekte bei Marc Jacobs und die typische, geometrische Musterwelt bei Marni –  um Aufschluss über die Herkunft zu erhalten.

Wieviele Modemagazine sind genug?

Die österreichischen Modemagazine peng!, Indie, Vernis

Neben Schuhen kann man nie genug Modehefte haben, finde ich. Und da tut sich ja auf dem österreichischen Markt seit einiger Zeit viel. Die letzten Ausgaben von peng!, Indie, Vernis, flair und 1st liegen gerade bei mir zu Hause, und ich stelle mir die Frage: Wie (lange) werden sie es schaffen, zu überleben? Wenn ich mir den Anteil an Inseraten pro Heft so ansehe, schaut die Lage wie folgt aus:

Am besten steht aktuell flair da. Die Juli/August Doppelnummer mit diesmal gelungenem Mix aus Internationalem und Österreich-Bezug  bringt es auf 15% Inseratanteil. Das quartalsweise publizierte Indie, das ebenfalls international, jedoch mehr in Richtung modischer und musikalischer Avantgarde unterwegs ist, hat 13% Inserate. Es folgt das ebenfalls vierteljährliche, inhaltlich wie visuell recht ambitionierte – Siemensstern als Cover! – Magazin peng! mit 12,7%.

Überraschenderweise kommt erst danach mit 12,5% der Mode- und Gesellschaftstitel der News-Gruppe 1st. Das edel wirkende Großformat mit gleich vier erstklassigen, zielgruppenrelevanten Covermodells aus dem Wiener Gesellschaftsleben glänzt mit Placements im redaktionellen Umfeld ganz besonders (ebenfalls Sommerdoppelausgabe), steht damit aber keineswegs alleine da.

Gleich dahinter schafft es die Sommernummer des zwei Mal pro Jahr herausgegebenen Kunst-/Musik-/Modehefts Vernis immerhin noch 12 Prozent. Diesmal übrigens mit einer ausgesprochen hübsch gecasteten Tecktonik Geschichte.

Zum Vergleich: Die deutsche Vogue, Ausgabe August kommt auf 33,3% Inserate, ihre amerikanische Schwester oft auf über 60%. Aber das ist auch die Hohe Schule der gelungenen „Abstimmung“ zwischen Redaktion und Anzeigenabteilung. Gezählt habe ich in allen Ausgaben ausschließlich ganzseitige Inserate im Verhältnis zur Gesamtseitenanzahl inklusive Umschlag, keine kleineren Annoncen wie auch keine redaktionellen Platzierungen.

Die genannten österreichischen Beispiele liegen also verdammt nahe beisammen, und an heimischer und erst recht grenzüberschreitender Konkurrenz herrscht kein Mangel. Man darf also gespannt sein, wie es weitergeht.

Immerhin gibt’s jede Menge zum Schauen und Blättern in bislang ungewohnter Vielfalt und hoffentlich Jobs für viele AuthorInnen, StylistInnen, Modells, FotografInnen, die auch ein fruchtbares Umfeld für innovatives österreichisches Modedesign schaffen.

Edit (5.8.08): Das Magazin peng! erscheint nicht halbjährlich, sondern vierteljährlich, wurde auch oben korrigiert. Danke an Roman für den Hinweis!

Brigitte Winkler bloggt nicht

Wie schade, dass die österreichische Mode-Doyenne Brigitte R. Winkler nicht bloggt.  Beiträge wie das Insider Mode-ABC Italien in der aktuellen flair-Ausgabe wären prädestiniert dafür. Was sie zu jedem Buchstaben locker aus dem Ärmel schüttelt, lehrt uns mit wenigen Worten und viel Vergnügen jede Menge Modegeschichte, und das auch noch mit persönlichen Fotos illustriert.

Donatella Versace mit Brigitte Winkler, flair Ausgabe Juli/August 2008 Brigitte Winkler mit Gianni Versace 1982, flair Ausgabe Juli/August 2008

Bilder: flair Ausgabe Juli/August 2008, Verlag Ahead Media

Mischt sich am Beginn des achtseitigen Beitrags ein aktuelles Bild von Winkler mit Donatella Versace in den erlesenen Kreis der Designerfotos, so schließt sich der Kreis mit einer Aufnahme aus 1982, die ihr erstes Interview mit einem internationalen Modeschöpfer zeigt: Gianni Versace. Herrlich, wenn sich das jetzt auch noch Buchstaben-weise verlinken ließe!

Flair Österreich kommt

Ab 27. 3. freuen wir uns über noch mehr Modemagazine: Flair Österreich kommt. Alexander Geringer – oft umstrittener – wie auch immer visionärer Magazingründer und Verleger (Ahead, Wallpaper, IQ, Diva, Home, Anyway…) bringt die seit 4 Jahren in Italien recht erfolgreiche Modezeitschrift auf Elle/Vogue Niveau nach Österreich. Im Team ist viel Diva-Erfahrung versammelt. Was wird jetzt wohl aus ehemaligen Geringer-Baby werden?

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