Kleider nähen und Schuhe machen

Handwerkliche Techniken lernen, Individuelles selber herstellen, Spass haben und vielleicht verwandte Seelen treffen, das kann man ganz wunderbar bei feinen Kleingruppen-Workshops tun. Zwei Anlaufstellen finde ich derzeit besonders spannend.

Da wären einmal die Stitching Sessions, die Modemeister Walter Lunzer wieder im Hosenlabor der Gebrüder Stitch leitet.

Und dann gibt es nun endlich auch Schuh-Workshops, und zwar von und mit Bernadette Hehenberger. Die De Montfort-Absolventin und erfolgreiche Schuhdesignerin (Clarks, Waldviertler) ist nach Wanderjahren in London, Paris, New York und Tokio ins Mostviertel zurückgekehrt. Dort hat sie mit CraftWerk ein sozial enagiertes Schuh-Label gegründet und erarbeitet mit ihren KursteilnehmerInnen „Freilandschuhe von glücklichen Menschen“.

Fotos: Gebrüder Stitch, CraftWerk

Harte Zeiten verlangen kräftige Schultern

Das Modeblog der New York Times twitterte live, Myspace Laufsteg stellte sie zur Diskussion, und auch Wikipedia wurde bereits um einen Hinweis auf die aktuelle Mode ergänzt. Spätestens seit der letzten Paris Fashion Week redet man wieder über Schulterpolster.

Schulterpolsterauswahl, Hartinger, Spiegelgasse 13, 1010 Wien

Wer sich in harten Zeiten nach der Sicherheit der (eigenen) breiten Schultern sehnt, kann sich jedenfalls bei Hartinger Nähzubehör in der Wiener Spiegelgasse Nummer 13 Unterstützung holen.

In dem wohl in den 60ern zuletzt renovierten, schmuddeligen und vielleicht gerade deswegen schönen Fachgeschäft könnte die Zeit still stehen. Schwer zu sagen, ob die Auslage schon seit mehr als 30 Jahren so aussieht oder brandneu gestaltet wurde.

Für’s Schnittmuster empfehle ich Flohmarktrecherchen oder das Antiquariat des Vertrauens.

Favorit Moden Album, 1938 Favorit Moden Album, 1938

Illustrationen aus: Favorit Moden Album, 1938

Do-It! Yourself!

Über die neue Do-It-Yourself Bewegung wird noch viel zu berichten sein. Teils von der Globalisierungskritik und der Frage, welchen Brands man „gehört“ her motiviert, oder mehr allgemein aus dem Wunsch nach individuellem Outfit entstehen verschiedenste Plattformen wie etsy.com, DYI-Channels auf Joost oder Wardrobe Remix auf Flickr mit bald 5.000 Members.

Und hier kommt die lange erwartete Anleitung, wie man aus dem Barcamp Männerschnitt-T-Shirt mit engem Halsausschnitt ohne Nähkenntnisse mit wenig Zeitaufwand ein fetziges Teil zaubert (bitte in die Fotos klicken zum Vergrößern):

1. T-Shirt flach auflegen 2. Unteren Saum abschneiden

1. T-Shirt flach auf einen großen Tisch oder den Boden und scharfe Schere bereit legen.
2. Unteren Saum des Shirts in leichtem Bogen von den Seitennähten zur Mitte hin abschneiden. In der Mitte den bereits abgeschnittenen Teil seitenverkehrt auflegen und daran entlang schneiden, um einigermassen symmetrisch zu bleiben. Vorder- und Rückenteil können dabei in einem geschnitten werden.

3. Hals einschneiden 4. Erst hinten dann vorne 3. In der Mitte erste Hälfte als Hilfslinie umlegen
3. Jetzt geht’s an den Kragen. Ich habe gute Erfahrungen damit gemacht, den Halsausschnitt am Rücken so zu belassen wie er ist. Deswegen hinten neben der Schulternaht Halsausschnitt bis zur Saumnaht erstmal einschneiden (meistens ca 1-2 cm).

Alles klar? fertig Vorbild Saatchi Gallery London - ok, das Motiv macht auch was aus
4. Dann nur an der Vorderseite Halsausschnitt nach Wunsch größer schneiden. Tipp: Erst klein anfangen, probieren und danach eventuell größer schneiden. Auch hier kann es helfen, in der Mitte den bereits abgeschnittenene Teil auf den anderen quasi als Hilfslinie aufzulegen.
5. Einmal waschen, damit das Ganze nicht so frisch aussieht – fertig. Hier am Beispiel eines meiner Lieblings T-Shirts von der Saatchi Gallery in London, wo es leider auch nur Männerschnitt gab.
6. Extra-Musik-Tipp zum Schnipseln: Skream, Dubstep vom Feinsten, letztens auch bei Icke Micke zu hören.