Ute Ploier Interview via A Shaded View on Fashion


Diane Pernet hat die Swiss Textile Award Finalistin Ute Ploier in ihrem Wiener Atelier besucht. Ebendort findet demnächst ein Sample Sale gemeinsam mit Awareness & Consciousness statt. Eine Vorschau auf die Herrenkollektion für Frühjahr/Sommer 2008 gibt’s auf der Website.

Sample Sale:
Freitag 30.11., von 15 – 20 Uhr
Samstag 1.12., von 12 – 18 Uhr
Studio Ute Ploier
Rüdigergasse 8/3a+b
1050 Wien

Video Interview by Diane Pernet’s A Shaded View on Fashion
Siehe auch ashadedview auf Youtube.

Swiss Textile Award an Marios Schwab

Der in London lebende Designer mit griechisch-österreichischen Wurzeln, Marios Schwab (im Juni beim death-of-taste-Symposion zu Gast) hat den mit 100.000 Euro dotierten Swiss Textile Award gewonnen.

Marios Schwab bei der Preisverleihung. Foto: Diane Pernet

Im Rahmen der Stella Fashion Night 07 am Freitag vergeben, zählt der Modeförderpreis zu den wichtigsten überhaupt. Unter die FinalistInnen zu gelangen ist an sich schon eine Auszeichnung, denn um überhaupt in den mehrstufigen Auswahlprozess nominiert zu werden, gelten folgende Richtlinen:

  1. Ein Designer muss seit mindestens vier Saisons auf dem Modemarkt tätig sein.
  2. Die eigenen Kollektionen müssen bereits an internationalen offiziellen Modeschauen präsentiert worden sein. (Paris, London, New York oder Mailand)
  3. Die Designer müssen bereits über Verkaufskanäle verfügen.
  4. Ihr Label muss in der Fashion-Presse bereits besprochen worden sein.

Die 100.000 Euro werden übrigens in Form von Sachleistungen zur Verfügung gestellt (Schweizer Stoffe, Finanzierung der Produktion, Unterstützung bei Schauen, Pressearbeit).

Als österreichische Finalistin zeigte Ute Ploier ihre großartige Männermode. Und nochmals österreichische Wurzeln waren mit der in Frankreich lebenden Desiree Heiss, die zusammen mit der Deutschen Ines Kaag für das Label Bless verantwortlich zeichnet, vertreten. Die komplette Finalrunde hat Diane Pernet dokumentiert.

Viele Fotos zum Event gibt’s bei Diane Pernet.

Interview: Panos Destanis, Initiator der Internet Fashion Week

Über seine Nachrichtenagentur für Avantgarde Mode modabot hat der Berliner Unternehmer Panos Destanis vor kurzem eine Presseaussendung in eigener Sache ausgesendet. Von nichts Geringerem als dem Launch einer Internet Fashion Week ist die Rede.

Tolle Idee, dachte ich mir, und wie sieht das Konzept dahinter aus? Also fragte ich per Email nach und erhielt freundlich und prompt Feedback (hier erkennt man den Internet Entrepreneur), wenngleich einige der interessantesten Aspekte leider im Dunkeln bleiben. Bis zum richtigen Start zu Jahresbeginn 2008 ist ja auch noch ein bisschen Zeit. Ein global wirkendes Erscheinungsbild gibt sich die Website in 8 Sprachen jetzt schon.

Screenshot internetfashionweek.net

Welche Designerinnen und Designer sollen gezeigt werden? Wie werden
diese ausgewählt?

kann leider noch keine informationen geben…

Welche Voraussetzungen sind notwendig? Welche Einschränkungen gibt es?

kann leider noch keine informationen geben…

Wie sehen die technischen Rahmenbedingungen aus? Inwieweit können die Präsentationsformen von den Designern und Designerinnen selbst definiert und online gestellt werden (steht z.B. ein CMS zur Verfügung)?

Der Stand der Dinge ist: Die Designer haben künstlerische Freiheit, aber Bedingung ist Dynamik, also keine statische Präsentation. Wir entwickeln technische Vorgaben, die eine Präsentation auf unserer Plattform, sowie als embedded object erlauben.

Inwieweit wird die Internet Fashion Week Live bzw. Event Charakter haben (oder eher eine permanente Sammlung darstellen)?

Die IFW ist wie ein „Startschuss“ gedacht, in dem zu einem bestimmten Zeitpunkt neue Mode präsentiert wird. Darüberhinaus ist es in Zeiten des Internet selbstverständlich, dass die IFW auch eine permanente Sammlung haben wird.

Wie unterscheidet sich die Internet Fashion Week von online Modeplattformen wie Iqons oder Diane Pernets You wear it well?

Der Hauptunterschied zu „You Wear it Well“ ist, dass die IFW erstens eine Online Plattform ist, die sich zweitens konkret an neuer Mode und Kollektionen orientiert.

IQONS ist als Kommunikationsforum eher ein Kontinuum und hat nicht diesen „Höhepunkt“ eines Events wie es Fashion Weeks üblicherweise sind.

Was sind generell die Ziele einer Internet Fashion Week?

Antwort am Schluss

Welchen Part übernimmt unit-f?

Wir haben unit-f gebeten, uns aufgrund ihrer Expertise bei der Auswahl von einem Teil der Designer zu unterstützen.

Können Sie etwas zum Geschäftsmodell bzw. zur Finanzierung sagen?

Wir denken an eine Mischung von Dienstleistungen, Sponsoring und Werbung.

Was sollte sonst noch unbedingt ueber das Projekt Internet Fashion Week gesagt werden?

Das Wichtigste, was zu diesem Zeitpunkt über die INTERNET FASHION WEEK gesagt werden kann, ist, dass sie aus verschiedenen Gründen eine immense konzeptionelle Herausforderung darstellt.

Diese Herausforderung kann nicht gemeistert werden, indem man die IFW als fertiges Produkt sieht, vielmehr wird sie eine „Work in Progress“ sein. Dabei ist die Mode nur ein Teil der Gleichung, eine ebenso grosse Rolle wird das technologische, ästhetische und konzeptionelle Potential der Neuen Medien spielen. Wir möchten die INTERNET FASHION WEEK zum wichtigsten künstlerisch-medialen Experimentierfeld im Bereich der Mode machen.

Ich bin gespannt wie es weitergeht und bedanke mich für das Interview.

Christian Lacroix vom Schwimmbad ins Semper Depot

Dank eines wie üblich nett und uninspiriert oberflächlich dahinplätschernden Beitrags im ORF Kulturmagazin lebens.art bin ich immerhin wieder an eine Ausstellung erinnert worden, die ich in der Hitzwelle beinhahe noch vergessen hätte: die Christian Lacroix-Retrospektive im Wiener Semper Depot (19. Juli bis 6. August).

Couturier Christian Lacroix im ORF Interview Couturier Christian Lacroix im ORF Interview

Retrospektive? Was David Dubois, mit dem Lacroix auch für seine neuen Shop-Designs arbeitet, und Fashion-Designer, Musiker sowie Choreograph Christian Rizzo hier wieder zusammenbauen, ist wohl eher als Installation denn als Retrospektive zu sehen.

Lacroix Ausstellung in Hyeres, Foto: Diane Pernet Dubois und Rizzo in der Lacroix Ausstellung Hyeres, Foto: Diane Pernet

Bereits im Frühling konnten die beiden die Schau im Auftrag von Lacroix im Rahmen des Modefestivals in Hyeres für die Räumlichkeiten des Schwimmbades der Villa Noailles konzipieren. Völlig frei übrigens – Christian Lacroix hat sie angeblich dort selber das erste Mal gesehen.

Preview: Christian Lacroix Ausstellung im Semper Depot Preview: Christian Lacroix vom Schwimmbad ins Semper Depot
Ich bin gespannt, wie die Umsetzung in den Räumlichkeiten des Semper Depots aussehen wird. Am 21. Juli findet dort übrigens auch Rizzos Performance „…/…(b)“ Duett with Bruno Chevillon statt.

Christian Lacroix Ausstellung
Atelierhaus der Akademie der bildenden Künste, Semper-Depot
Lehargasse 6-8, 1060 Wien
Vernissage am 18. Juli, 18 Uhr
feat. Anne Juren & Kroot Juurak (F/A) – „look look“, 19.30 Uhr
Finissage am 6. August, 18 Uhr
feat. Anne Juren & Kroot Juurak (F/A) – „look look“, 19.30 Uhr

Lack und Mieder

Während ich grade überlege, ob wohl alle Luxusmarken (siehe Fotos: Prada Store Wien, Cavalli via Showawa) beim selben Erzeuger ihre Schuhe produzieren lassen und was dabei zuerst da ist: das neue Material oder der neue Entwurf – da flattert ein richtiger Brief in meinen RSS-Reader.

Cavalli Highheels aus irisierendem Lackleder

Herrenschuhe aus changierendem Lackleder bei Prada

Mark Pullin, besser bekannt unter dem Namen Mr. Pearl, beantwortete Diane Pernet einige Fragen. Und zwar in einem 4-seitigen handgeschriebenen Brief! Mr. Pearl kreiert nicht nur Korsetts – unter anderen für Kundinnen wie Victoria Beckham, Kylie Minogue, Jerry Hall oder Dita von Teese – sondern trägt seit über 10 Jahren selbst Tag und Nacht ein Mieder: „Corsetry is a fulltime occupation if waist reduction is he focus.? Seine Wespentaille umfasst 45,7 cm (18 Inch). Das ist wahre Passion.

Mr. PearlMr. Pearl

Fotos via Verbal Abuse Magazine