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Michaela tschilpt

The Vienna Fashion Observatory: Interview mit Sabine Dreher und Christian Muhr aka Liquid Frontiers

5. Oktober 2009 16:21, by Michaela

TVFO Closing, 20. September 2009

Schon wieder zwei Wochen ist es her, als das Ausstellungsprojekt The Vienna Fashion Observatory seine Pforten schloss. Als Streetstyle-Neuling bedeutete die Mitarbeit eine echte Herausforderung für mich, aber sehr im positiven Sinne mit spannenden Erfahrungen, interessanten Gesprächen und viel Spass. Und dann war es natürlich einfach auch eine Ehre, in die illustre Runde eingeladen zu werden.

Konzept und Durchführung stammten von Sabine Dreher und Christian Muhr aka Liquid Frontiers. Und von den beiden wollte ich noch wissen, wie ihr Resümee aussieht:

Wie seid Ihr mit dem Projekt zufrieden?

Wir haben das Observatory vor einigen Tagen mit dem Gefühl zugesperrt, dass es eigentlich in jeder Hinsicht gut gelaufen ist.

In unsere Arbeit unterscheiden wir ja nicht wirklich zwischen “großen” und “kleinen” Projekten aber es ist natürlich sehr erfreulich, wenn es gelingt, mit minimalen Produktionsmitteln einem Thema, einem Konzept und der Arbeit der Beteiligten zu einer würdigen Präsenz zu verhelfen.

Der Erfolg dieses Projektes ist jedenfalls “organisch” und nicht mit Marketingmechanik oder kulturpolitischen Manövern erzwungen.

Abgesehen davon gibt es viele Details, die Anlass zur Freude geben: für mich persönlich etwa die Tatsache dass einzelne Beobachtungen aus dem Vienna Fashion Observatory via Blog um die halbe Welt gegangen sind, etwa die Aufnahmen der jungen israelischen Fotografin Yael Sloma, die sie in Wien gemacht hat, fast zeitgleich auch in Tel Aviv zu sehen waren und in Ivrit kommentiert werden.

Welche Überraschungen gab es?

Überraschung gehört zum Wesen dieses Projektes. Es war jeden Moment überraschend zu sehen, welche Beiträge von wem gepostet wurden.

Die Ausstellung und der Blog sind eigentlich Instrumente um das Unvorhersehbare festzuhalten und öffentlich zu machen. Überraschung ist in diesem Sinne das Prinzip dieses Projekts genauso wie es zum Wesen der Stadt und der Mode gehört.

Dort wo allzu vorhersehbar wird, wer wem unter welchen Umständen begegnet und vor allem auch wiederbegegnen wird, gibt es weder Mode noch ein urbanes Leben im eigentlichen Sinne. Wien ist – wie andere Städte in vergleichbarer Größe und Struktur in dieser Hinsicht natürlich ein Grenzfall- und so war es zusätzlich überraschend zu sehen, wie ähnlich oder unterschiedlich die Portraits derjenigen Personen ausgefallen sind, die den verschiedenen Fotografen/Bloggern im Laufe der Zeit immer wieder vor die Kamera gelaufen sind. Überraschend war auch die Tatsache, dass dieses Modell der Verbindung von Ausstellung und Blog, Stadt und Mode in dieser Form auch international noch nirgends vorher ausprobiert wurde – soweit wir jedenfalls wissen.

Was wird mit der Website passieren?

Wir haben ja immer auch ganz gerne den Untertitel verwendet, der da lautet:

“A portrait of a city in the here and now”. Gleichzeitig ist das Ergebnis sicherlich nicht nur im “here and now” interessant oder relevant, sondern auch im Rückblick bzw. im Vergleich mit zukünftigen Entwicklungen. Die Ausstellung und der Blog lassen sich ja auch als ein recht langer Film in Einzelbildern betrachten, der tatsächlich über das Leben in Wien im Sommer des Jahres 2009 berichtet, allerdings aus 25 unterschiedlichen Perspektiven.

Wir halten das Ergebnis für so reichhaltig und für künftige Vergleiche maßgeblich, dass es jedenfalls öffentlich sprich online bleiben soll. Eine spezifische Beschäftigung mit den Ergebnissen etwa für wissenschaftliche Arbeiten zu Teilaspekten zeichnet sich auch schon ab, wie Anfragen in diese Richtung belegen.

Was wird euer nächstes Projekt?

Wie immer gibt es verschiedene Projekte. Gemeinsam ist allen, dass sie nichts mit Mode zu tun haben. Dieser Tage geht ein Buch über das Porsche-Museum in Stuttgart in Druck, das wir im Auftrag der Wiener Architekten DMAA produziert haben.

Dann arbeiten wir an einem Beitrag für die Utrecht-Manifest, einer Design-Biennale, die in drei Wochen eröffnet und sich mit dem ominösen Thema “Social Design” beschäftigt. Aber um soziale Aspekte ging es ja auch beim Vienna Fashion Observatory, weshalb es immer einen Zusammenhang gibt zwischen den auf den ersten Blick recht unterschiedlichen Sachen, die wir machen.

Vielen Dank für das Interview!

Michaela tschilpt

In ehrenwerter Gesellschaft

10. September 2009 18:06, by Michaela

TVFO Plakate im Museumsquartier

Oh, große Ehre! Das hab ich ja noch gar nicht gesehen. Da hänge ich nun doch glatt neben den Streetstyle-Profis Caroline Blomst & Daniel Troyse sowie Yvan Rodic.

Die Kombination Schirm, rote Schuhe, roter Schal und die gute Laune, die sie mit jedem Schritt ausstrahlte, haben mich dazu gebracht, Tanya anzusprechen. Die bunten Tupfer auf dem Schirm sind übrigens kleine, stilisierte Taschen und Schuhe. Und das Knipsen hat großen Spass gemacht.

Tanya River

Bilder: oben TFVO Plakate, Foto: Max; unten Tanya River, Foto: Michaela Amort, Tschilp.com

The Vienna Fashion Observatory
Noch bis 20.09.2009, täglich 14 – 19 Uhr
Freiraum/quartier21, Museumsquartier, A 1070 Wien

Michaela tschilpt

Lecture: Streetstyle Blogs in Tel Aviv und Athen

19. August 2009 12:23, by Michaela

Foto: Yael Sloma, streetgeist.com Foto: Alkistis Tsitouri & Aris Karatarakis, streetgeist.com

Kommenden Freitag, den 21. August findet im Vienna Fashion Observatory eine Lecture über Streetstyle Blogs in Athen und Tel Aviv statt. Die derzeitigen “Bloggers in residence” Alkistis Tsitouri & Aris Karatarakis aus Athen and Yael Sloma aus Tel Aviv werden ab 19 Uhr im Freiraum über ihre Arbeit berichten. Wird sicher spannend, leider kann ich nicht dabei sein.

Fotos: Alkistis Tsitouri & Aris Karatarakis, Yael Sloma für The Vienna Fashion Observatory

Lecture mit Alkistis Tsitouri & Aris Karatarakis (Athen)
und Yael Sloma (Tel Aviv)

Freitag, 21. August, 19 Uhr
The Vienna Fashion Observatory im Freiraum
Museumsquartier, 1070 Wien


Michaela tschilpt

Stöckchen: Komische Blicke für’s Styling

5. August 2009 23:49, by Michaela

Oh, seit langem wieder einmal ein Stöckchen! Der Begriff wurde übrigens aus der deutschsprachigen Wikipedia gelöscht, die Diskussion dazu fand ich ganz witzig.

Dieses Stöckchen also habe ich von Michaela/Cooloutfit bekommen, und hier sind aufschlussreiche Antworten auf drei wahnsinnig spannende Fragen:

1. Für was erntest du komische Blicke auf der Straße?

Zur Zeit gaffe eher ich unschuldige Menschen auf der Straße an. Auch wenn mein Output bislang noch recht gering war, bin ich doch ständig auf der Suche nach geeigneten Exemplaren für meinen Beitrag zum Projekt The Vienna Fashion Observatory.

Meine Kriterien dabei: Sie sollten im 3. Bezirk unterwegs sein und nicht nach 0815-Streetstyle aussehen. Gar nicht so einfach.

2. Wie gehst du mit solchen Blicken um?

Während ich noch mit den Details der Hose/Tasche/Frisur beschäftigt bin, schauen meine “Opfer” meist schon zurück. Dann versuche ich es mit einem verunsicherten Lächeln.

3. Provozierst du gerne bzw. fällst du gerne auf?

Früher immer, inwzischen weiß ich auch die Vorzüge von Inkognito-Auftritten zu schätzen.

So, und jetzt interessiert mich, was Sonja/Frau Jona&Son und Marc/Dough and Fruit zu dem Thema zu sagen haben.

Michaela tschilpt

Sommer

2. August 2009 23:22, by Michaela

Foto: Daniel Gebhart de Koekkoek, The Vienna Fashion Observatory

Nachdem es im Job mal etwas ruhiger zu werden versprach, nutzte ich letzte Woche die Gelegenheit für ein paar sommerliche Ferientage. Von Wiens Badestränden läßt sich zwar modemäßig nichts Bemerkenswertes berichten – den besten Stil legen übrigens, wie hier am Foto von Daniel Gebhart de Koekkoek, eindeutig die älteren Damen hin – immerhin kann ich aber einen recht interessanten Artikel über Alexander Brenninkmeijer (Clemens en August) in brand eins empfehlen, der wohl mit Erscheinen der nächsten Printausgabe Ende August auch online verfügbar sein wird.

Foto: Daniel Gebhart de Koekkoek