Beide studieren an der Modeklasse der Universität für angewandte Kunst in Wien, und beide sind schon mit ihren Arbeiten aufgefallen. Jetzt zeigen George Bezhanishvili und Franziska Fürpass im Grazer kunstGarten ihre aktuellen Vorschläge für den kommenden Herbst.
Unter den internationalen Jurygästen befand sich nämlich schon ihr Nachfolger – mein deutscher Liebling mit Antwerpener Vergangenheit – Bernhard Willhelm, der am gleichen Tag auch seinen Vertrag unterzeichnet hat.
Nach bewährtem Konzept starteten die ersten Jahrgänge mit “Meisterstücken” zum Thema Experimenteller Rock, Ärmelstudie, Experimentelles Kleid sowie historischen Fingerübungen und ersten individuellen Silhouetten.
Ich merke mir aus dieser Runde mal Aya Nonogaki und Wol Hee Lee, beide mit unverkennbarem Showtalent – Kopftasche und Riesenschirm – zur weiteren Beobachtung vor. Aya Nonogaki erhielt denn auch den Preis des Schweizer Textilverbandes.
Weiwei Xu: “BODYSONG”
George Bezhanishvili: “Jheronymus”
Und weil wir schon dabei sind: An Taro Ohmae (2. Jahrgang) ging gestern der Swarovski Crystallized Preis, die Adlmüller Stipendiatin 2007 und heurige Diplomandin Weiwei Xu erhielt den Rondo Vöslauer Modepreis, Bernhard Gruber (3. Jahrgang) wurde mit dem aktuellen Adlmüller Stipendium ausgezeichnet, und ShootingstarGeorge Bezhanishvili erhielt den erstmals vom Peng! Magazin vergebenen Editorial Award.
Von den vierten und den Diplom-Jahrgängen fand ich Bezhanishvili, der sich mit seiner Kollektion Jheronymus auf ein Tryptichon des frühen niederländischen Meisters Hieronymus Bosch bezieht mit seinen satten, bunt gemusterten und recht nobel wirkenden Materialien wiedermal bemerkenswert.
Aus Franziska Fürpass‘ sehr klarer, sachlich-eleganter Kollektion mo(nu)ment hätte ich bitte gerne das violette Seidenkleid, das ich leider nicht schaffte zu fotografieren.
Christina Steiner: “RORA”
Ba Toan Nguyen: “1020″
Veronique Branquinho ist es gelungen keine Adepten auszubilden, sondern indivduelle Persönlichkeiten, die ihre Sprache entwickeln. Ich bin schon sehr gespannt, was sich mit Bernhard Willhelm verändern wird.
Er studiert in der Modeklasse der Universität für angewandte Kunst, und mit seiner Kollektion für den kommenden Herbst/Winter hat George Bezhanishvili im 3. Jahrgang gleich mal zwei Preise abgeräumt.
Wie finanziert sich das Label, leistest du dir z.B. auch internationale Präsentationen?
An internationalen Präsentationen ist im Moment finanziell überhaupt nicht zu denken. Meine bisherigen Arbeiten finanzierte ich mit Teilzeitjobs und ordentlich Hingabe.
Wie siehst die österreichische Modeförderung?
Es gibt viele Möglichkeiten im Österreich von allem in Hinsicht auf die Größe des Landes. Man wird als junger Kreativer gerne unterstüzt.
Was fällt dir zu Mode in Wien ein?
Wien ist eine stilvolle Stadt, in der sehr viel Wert auf Kultur gelegt wird. Vor allem ältere leute ziehen sich sehr gut an, und es ist auch eine Freude in der Stadt Geschäfte zu haben, die auf internationalem Niveau sehr spannende Labels einkaufen.
Anfang Juni hat George Bezhanishvili, Student der Modeklasse, für seine Kollektion “Long Haired Child” den Song Preis gewonnen. Neben 1000 Euro ist der Preis auch mit einer Präsentation in einer der Auslagen des fördernden Shops verbunden. Vorhin bin ich dort zufällig vorbeigekommen.
Nun steht fest, wer den Preis der Wiener Avantgarde-Boutique Song bekommen hat. Wie bereits am Donnerstag im Rahmen der Show Angewandte 08 von Rektor Gerald Bast angekündigt, wurde die Auszeichnung, die mit 1000 Euro sowie der Präsentation in einem Schaufenster bei Song dotiert ist, unter Ausschluß der Öffentlichkeit vergeben.
Bezhanishvili studiert derzeit im 3. Jahrgang der Modeklasse und hat am Donnerstag bereits den Preis des Schweizer Textilverbandes erhalten. Seine feinsinnige und unverkrampfte, Hippie-artige Männerkollektion nannte er in Anlehnung an amerikanischen Sänger Devendra Banhart “Long Haired Child”. Zum Defilee der schönen, bärtigen Männer spielte man allerdings die Rolling-Stones-Version von “Paint it black”.