Unter dem Motto “We love Fashion” stellen Studierende der Modeklasse der Universität für angewandte Kunst im März ihre Arbeiten in zwei Wiener Galerien aus.
Bernhard Willhelm, der seine eigenen Kollektionspräsentationen ebenfalls in künstlerischem Kontext inszeniert, hat seit Herbst die vierjährige Professur inne. Es wird sicher spannend zu sehen, welche neuen Ansätze Willhelm nach Wien bringt.
Präsentation 1.-4. Jahrgang: “OUI! Hereux d’en être!“
Eröffnung: 13. März 2010, 19:00
Ausstellung: 14. bis 23. März 2010 Galerie COCO, Bauernmarkt 9, 1010 Wien
Präsentation Diplomjahrgang: “Georgette in Wien“
Eröffnung: 18. März 2010, 19:00
Ausstellung: 19. bis 31. März 2010 Galerie Layr Wuestenhagen Contemporary, An der Hülben 2, 1010 Wien
Von einem digital calendar wie bei der letzten London Fashion Week kann man bei den gerade in Paris stattfindenden Prêt-à-porter Schauen nur träumen. Beim Mitgliedsverzeichnis auf der Website der Chambre syndicale du prêt-à-porter des couturiers et des créateurs de mode kommt es schonmal vor, dass der entsprechende Link – EDIT: nicht zum Livestream! Nein, zur “normalen” Standardwebsite der Labels - fehlt oder nicht funktioniert.
Wie schön, dass es auch anders geht: Die Damenkollektion für Herbst/Winter 2010/11 von Bernhard Wilhelm gibt es morgen Freitag, den 5. März um 13 Uhr live zu sehen. Und zwar auf der funkelnagelneuen, auf das Allerwesentlichste reduzierten Website.
Unter den internationalen Jurygästen befand sich nämlich schon ihr Nachfolger – mein deutscher Liebling mit Antwerpener Vergangenheit – Bernhard Willhelm, der am gleichen Tag auch seinen Vertrag unterzeichnet hat.
Nach bewährtem Konzept starteten die ersten Jahrgänge mit “Meisterstücken” zum Thema Experimenteller Rock, Ärmelstudie, Experimentelles Kleid sowie historischen Fingerübungen und ersten individuellen Silhouetten.
Ich merke mir aus dieser Runde mal Aya Nonogaki und Wol Hee Lee, beide mit unverkennbarem Showtalent – Kopftasche und Riesenschirm – zur weiteren Beobachtung vor. Aya Nonogaki erhielt denn auch den Preis des Schweizer Textilverbandes.
Weiwei Xu: “BODYSONG”
George Bezhanishvili: “Jheronymus”
Und weil wir schon dabei sind: An Taro Ohmae (2. Jahrgang) ging gestern der Swarovski Crystallized Preis, die Adlmüller Stipendiatin 2007 und heurige Diplomandin Weiwei Xu erhielt den Rondo Vöslauer Modepreis, Bernhard Gruber (3. Jahrgang) wurde mit dem aktuellen Adlmüller Stipendium ausgezeichnet, und ShootingstarGeorge Bezhanishvili erhielt den erstmals vom Peng! Magazin vergebenen Editorial Award.
Von den vierten und den Diplom-Jahrgängen fand ich Bezhanishvili, der sich mit seiner Kollektion Jheronymus auf ein Tryptichon des frühen niederländischen Meisters Hieronymus Bosch bezieht mit seinen satten, bunt gemusterten und recht nobel wirkenden Materialien wiedermal bemerkenswert.
Aus Franziska Fürpass‘ sehr klarer, sachlich-eleganter Kollektion mo(nu)ment hätte ich bitte gerne das violette Seidenkleid, das ich leider nicht schaffte zu fotografieren.
Christina Steiner: “RORA”
Ba Toan Nguyen: “1020″
Veronique Branquinho ist es gelungen keine Adepten auszubilden, sondern indivduelle Persönlichkeiten, die ihre Sprache entwickeln. Ich bin schon sehr gespannt, was sich mit Bernhard Willhelm verändern wird.
Im ehemaligen Acne Studio, das nach nebenan ins Stammhaus Song verlegt wurde, befindet sich noch bis 6. April der Check Out Room Extreme. Was bislang noch niemanden so recht zum Kauf animieren wollte, erweist sich möglicherweise um 70 Prozent reduziert als begehrtes Schnäppchen.