„departure“ Fashion Night

Superated, Mangelware, House of the… und Ute Ploier zeigten heute im Rahmen der departure Fashion Night (und in dieser Reihenfolge) im Wiener Semper Depot ihre aktuellen Herbst-/Winterkollektionen. Und stehen damit stellvertretend für eine recht ansehnliche Reihe geförderter Modelabels.

Superated, departure Fashion Night, 5.6.09 Superated, departure Fashion Night, 5.6.09


Mangelware, departure Fashion Night, 5.6.09 Mangelware, departure Fashion Night, 5.6.09


House of the.. , departure Fashion Night, 5.6.09 House of the... , departure Fashion Night, 5.6.09


Ute Ploier, departure Fashion Night, 5.6.09 Ute Ploier, departure Fashion Night, 5.6.09


Die Auswahl der jährlich anlässlich des festival für fashion and photography veranstalteten Schau ergab heuer erfrischender Weise viel Männermode – meiner Meinung nach in den letzten Jahren international sowieso der spannendere Bereich.

Sehr klassische, fein taillierte Schneidersakkos bei superated und Pullover mit riesigen schmuckartigen Kragen bei Ute Ploier waren nebst tänzerischer Showeinlage bei House of the… meine Highlights.

Mann-oh-Mann

Alexander hat mich mit dem Kommentar zu meinen „Hosen mit Geschichte“ dazu gebracht, hier wieder mal meine Verwunderung auszudrücken: Männer und Mode, das ist etwas, was oft nicht gut zusammenfindet. Ich verstehe also die Männer nicht.

In den ersten sechs Monaten Liebestaumel ist die Kleiderfrage noch nicht wirklich relevant geworden. Trafen mein (Lauf)Freund und ich doch nur im Trainingsgewand, Hauskleid oder Pyjama aufeinander. Heute allerdings, spüre ich Erleichterung darüber, dass er auch angezogen sehr gut aussehen kann. Und immer noch, halte ich ihn im Anzug nicht gut aus. Was ich noch weniger aushalte ist, dass der Mann mit zwei Anzügen und zwei Paar Schuhen im Berufsleben sein Auslangen findet.

Ich weiß, das ist ein alter Hut! Auch mein Ex hat erst Neues akzeptiert, wenn das Bewährte bereits definitiv in Auflösung begriffen war. Ich erinnere mich gut daran, wie ich oft ratlos und mit durchlöcherter Unterhose bewaffnet bei H & M herum irrte und Bundweiten verglich! Dagegen hat der Sportsfreund mehrere Dutzend Unterhosen und mindestens dreißig Shirts vorzuweisen. Von Hemden, Socken, Krawatten und Schuhwerk will ich gar nicht reden. Alles exklusive Marken, angefangen mit Hugo Boss bis D & G etc. Nur heutzutage, wo er an mich gekommen ist, übt er sich in Konsumverweigerung. Nicht einmal für den Job will er investieren…

Und weil das Gegenüber und ich uneinig sind, wer von uns schlank(er) sei, habe ich ihn gestern gezwungen, sich in meine engste Röhrenjeans zu zwängen. Leider ist es ihm, trotzdem er zwanzig (!) Kilo mehr auf die Waage bringt, gelungen. Und ich will euch sagen – er hat wirklich sexy ausgesehen! Wir Frauen haben’s doch auch sehr gern, wenn ein Mann herzeigt, was er hat! Überhaupt, warum sollen immer nur wir weibliche Wesen als Sexsymbol herhalten und uns demgemäß stylen? Mein alter Freund, seines Zeichens Ungar und Philosoph, hat mal gesagt: Eine Frau in Stöckelschuhen, ist für einen Mann ein Sonnenstrahl im Nebel. Also, wo sind unsere Sonnenstrahlen, wenn es schon um fünfzehn Uhr dunkel wird? Männer traut euch! Mut zur Mode!

Ecotrend Messe & Design Award: 5.-7. September Wien

Fotos: Fr. Jonas&Son, kontiki

Im Wiener WUK findet kommendes Wochenende die Messe ecotrend 08 statt. Sie

wendet sich an modebewusste KonsumentInnen die gesunde, nachhaltig produzierte Textilien bevorzugen.

Zitat: Website ecotrend 08

Im Rahmen der Messe wird auch ein Design-Preis verliehen, und dank Fr. Jonas&Son, die mit ihrer Luxus-Recycling-Mode ebenfalls in die Endauswahl kam, wissen wir auch schon, an wen.

Die Gewinnerin ist Karin Maislinger aka kontiki. Vor allem ihre Taschen aus Fahrradschläuchen erfreuen sich einer treuen Anhängerschaft (gibt es unter anderem bei unserem Lieblingstaschengschäft Ozelot).

ecotrend 08
5. – 7. Sept. 2008  WUK
Währinger Straße 59, 1090 Wien
Öffnungszeiten: täglich 10-18 Uhr
Performative Modeschauen am Freitag um 17 Uhr, Samstag um 16.30 Uhr
Eintritt frei

Mein wunderbarer Waschsalon

Also, jetzt kennen wir einander seit fast zwei Monaten. Und am Samstag brachte mir dieses unglaubliche Exemplar seine Wäsche! (Ja, ja, er hat keinen Kühlschrank – hat er doch, aber der ist dauernd ausgesteckt – und keine Waschmaschine.) Die vorerst noch schüchterne Anfrage, ob er bei mir ein paar Unterhosen waschen darf, habe ich selbstverständlich und blauäugiger weise mit Ja gerne! beantwortet. Er kam mit einem Rucksack voll, besser gesagt, der gesamten Wäsche seit Jahresbeginn! Ich wusste gar nicht, dass es Männer gibt, die so viele Unterhosen und Socken besitzen. (Immerhin weiss ich jetzt, dass er Boss, D&G und nicht zuletzt Bruno Banani als Unterhosenfabrizierer schätzt!)

So wurden es zwei Maschinen und die letztere durfte ich schon allein erledigen… Dieser Mann hat mir allerdings die zusätzliche Hausarbeit mit Charme verkauft: Es sei ja auch ein Vertrauensbeweis, mir die Wäsche zu überlassen. Da musste ich das zweite Mal schlucken! Sicher, ich bin schon sehr interessiert an seiner Unterwäsche, aber sie zu waschen, war ziemlich das Letzte, was ich mir erträumt hatte. Also, was ist eigentlich los mit mir?

Aufgewachsen mit und erzogen von quasi zwei Müttern ohne jegliche väterliche Autoritätsperson denke ich doch, dass ich einige Markpfeiler des Feminismus mit der Muttermilch mitbekommen habe. Trotzdem tappe ich immer wieder in diese chauvinistischen Fallen. Ich bekoche den Mann meiner Träume, wasche seine Wäsche und versuche auch in anderen Belangen gefällig zu sein… Da drängt sich die leidige Frage auf: Ist mir das Hirn in die Hose gerutscht? In der letzten, längeren Beziehung ist es bis zur Geburt unseres Sohnes gelungen, dem Partner zumindest annähernd die Hälfte der Hausarbeit zuzuschieben. Einkaufen, Wäsche und Kochen blieb sowieso sehr schnell an mir hängen. Doch als dann die Karenzzeit begann, war es klar: Die Mutter bleibt zuhause, verzichtet auf die Karriere und widmet sich gefälligst der Hausarbeit.

Naja, ich will nicht zu laut klagen, der Anzugträger bringt viel Wunderbares in mein Leben. Und selbst dieses eminente Verliebtheitsgefühl schafft es nicht, sämtliche Warnsignale ausser Kraft setzen: Der Traum von Gleichberechtigung ist für mich noch lange nicht ausgeträumt! Vielleicht darf er ja demnächst meine Wäsche besorgen…

Laufend Oberflächlich

Jetzt habe ich ihn gefunden – meinen Freund, pardon Lauffreund! Seitdem mich vor über fünf Jahren die sportlich Gleichgesinnte verlassen hatte, musste ich meine Runden im Prater alleine absolvieren. (Die Freundschaft zu meinem Exmann wog für sie wohl schwerer als unserer wöchentlicher Lauftreff.)

Inzwischen haben wir bereits viermal gemeinsam gesportelt. Ich in modifizierter, will heissen coolerer, er in klassischer Laufkleidung, sogar mit Stirnband. Nach dem ersten Treffen konnte ich mir auch deshalb keine Intensivierung unserer Beziehung vorstellen. Danach allerdings – vielleicht aufgrund der endlich frühlingshaften Temperaturen – blieb das Band zuhause und meine Vorstellungskraft wuchs.

Als wir dann unsere Verabredungen auf weitere Aktivitäten ausweiten wollten, bekam ich erneut Bauchweh: Wie wird dieser Mann wohl gekleidet sein? Ich kannte ihn ja bis dahin nur halb nackt! Werde ich es schaffen, über diverse Unaussprechlichkeiten hinwegzusehen? Oder wird diese kleinliche Oberflächlichkeit, die mich schon so oft daran gehindert hat, in Beziehung zu treten, wieder mal Oberhand gewinnen?

Naja, es fiel mir nicht schwer, weitere Begegnungen zu bejahen. Der Mann trug kein (Bauch-)Tascherl, keinen Anzug, keine eckigen Schuhe und keinen Schmuck. Dazu sind mir weder Piercings noch Tatoos unangenehm ins Auge gestochen und auch keine sonstigen Scheusslichkeiten, die ich an Männern unsexy finde. Klingt gut nicht wahr! Daraus soll Frau lernen, es darf niemals am Stirnband scheitern!