Archive der Kategorie ‘Alltag’

Michaela tschilpt

Indie Magazin: fesch und ein bisserl schlampig

5. Dezember 2007 18:12, by Michaela

Schon als es sich noch Indie-Go nennen durfte (da gab es, wenn ich mich recht erinnere, rechtliche Namensstreitigkeiten), mochte ich Indie. Das vierteljährliche Lifestyle-Journal, das jetzt schon in 17. Nummer erschienen ist, gehört zweifellos zu den ambitioniertesten Fashion- Music- Culture- Printprodukten des Landes.

Und nicht nur das. Die internationale, englischsprachige Ausgabe wird laut Indie-Myspace in ziemlich allen wichtigen Anzeigenmärkten (England, Frankreich, Italien, Spanien, Schweden, der Türkei, den USA, Canada, Australien, Taiwan, Hong Kong and Japan) vertrieben.

Indie Cover, aktuelles Winterheft Indie, aktuelles Winterheft Indie, aktuelles Winterheft

Die Bild-Strecken sind ok bis sehr gut fotografiert, das Layout ist klar und großzügig ausgelegt, und der Druck auf glänzendem Offset-Papier vergleichsweise hoher Grammatur duftet schön fett. Irgendwie denkt man beinahe an das britische I-D, das wohl auch ein bisschen Pate gestanden haben dürfte.

Trotzdem ließ mir bei der Lektüre des aktuellen Heftes Manches keine Ruhe. Das Portrait über Jean Touitou, Gründerfigur des Modeunternehmens A.P.C. zum Beispiel: Dass die Autorin die Entwicklung des “Atelier de Production et de Création” seit 1987 von einem Studio mit stark reduzierten Entwürfen und politisch links orientiertem Umfeld zu einer Firma mit 40 Millionen Euro Jahresumsatz etwas platt als Konvertierung vom Kommunismus zum Kapitalismus interpretiert, ist schon seltsam genug. Dann noch die Frage, ob es “… am Ende nicht konsequent (wäre), sich der Mode komplett zu verweigern… ” - was soll man sich dazu bitte vorstellen? Revoluzzer haben gefälligst arm zu bleiben oder wie?

APC Story APC Story, rechte Spalte oben, man beachte den rechten Rand APC Story, rechte Spalte unten, Schluß des Artikels. Oder doch nicht?

Aber egal, denn die letzten Weisheiten werden uns ohnehin vorenthalten. Oder habe nur ich in meiner Ausgabe den Klassiker des Layout-Missgeschicks: Foto rutscht über Textspalte? Der Schluß des Artikels wirkt damit jedenfalls auch nicht wirklich erhellend.

Gloria tschilpt

Schuhnarrisch

26. November 2007 09:21, by Gloria

Ein mir bekannter Analytiker hat mal eine Analogie vom Schuh zum weiblichen Geschlechtsorgan hergestellt, genau passend sollten beide sein. In dem Zusammenhang gebe ich es ungern zu: Ich habe ein Problem mit Schuhen. Meist läuft das so ab, ich verliebe mich in ein Paar Schuhe oder Stiefel, vorzugsweise Stiefelletten. Und die ziehe ich dann ein bis zwei Jahre nicht mehr aus.

Das ist nicht nur für meinen Boss wegen der Makler-Kleidervorschriften ein Ding des Ärgers, sondern auch für mich selber. Manchmal ertappe ich mich dabei, dass ich beim Shopping verächtliche Blicke auf das eigene Schuhwerk werfe. Zu neuen Gewandungen wirken die uralt Boots eben noch schäbiger.

A propos zu Bocca Lupo: Dort konnte ich zwei Paar Stiefel von Freelance bewundern. Das war in den Achtzigern bei Wunderl in der Innenstadt meine bevorzugte Marke. Sie kommt aus Paris und sie gibt es leider nicht mehr in Wien. Ich besaß zwei Paar Schnürstiefelletten, eines in beige und eines in schwarz. Der sechs Zentimeter hohe Absatz war nicht so super zum Laufen, aber damals war ich aufgrund meiner Jugendlich- und Eitelkeit noch zu Kompromissen bereit. Ich hab als Reminiszenz und vor lauter Verzweiflung daraufhin auf ebay nach Freelance Wunderwerken gesucht und dort zwei allerdings recht mitgenomme Exemplare gefunden.

Also bin ich weiterhin auf der Suche nach schönen Stiefelletten in ganz Wien unterwegs. Und die werde ich hoffentlich noch vor dem ersten Schnee finden. Oder, ähm, hat vielleicht jemand von Euch ein Paar Freelance abzugeben, Größe 38 oder 39??

Stiefellette
Hilfiger shoewear

Postskriptum: Habe vor einiger Zeit - noch vor der Schneewarnung Stufe rot - verbilligte Tommy Hilfiger Shoewear, sprich Stiefel, in braunorange gekauft. Leider kein Vergleich zu meinen alten, geliebten, italienischen, an der Fessel schmal geschnittenen Tretern (vgl. Bilder!). Dazu sind sie recht weit und ich rutsche darin herum. Also kein Gedanke von genau passend!

Michaela tschilpt

Quelle est votre part de Fluo?

27. Oktober 2007 00:38, by Michaela

Fluo Schaut verdammt nach alten Aerobic-Leggins aus, ist aber neu Fluo Style Basic Shirt, gibt’s in unzähligen Farben und Texten

schön retro noch ein Fluo Teil

“Quelle est votre part de Fluo?” fragt Elle. Fluo oder Neon ist die aktuelle, französische Version der scheußlich-schicken Aerobic und New Wave Mode der 80er-Jahre des vergangenen Jahrhunderts. Zur Einstimmung hier ein super informatives Video, das ein Fluo-Fotoshooting für ein französisches Fancine zeigt:


YouTube Direkt

Und hier noch der passende Tanzstil “Tecktonik”:


YouTube Direkt

Wie immer wenn’s um Individualität geht, sind Flohmärkte und Secondhandshops die authentischen Fundgruben für den Look. Fiorucci und Memphis Design fällt mir dazu ein, wiedermal etwas, was ich eigentlich und glücklicher Weise hinter mir zu haben wähnte (obwohl ich am Flohmarkt nach wie vor sehr gerne historische Kleidung studiere und ab und zu kaufe). H&M war wie immer schnell und hat den bunten Stil aus Frankreich schon im Programm. Irgendwie hab ich mich da auch wieder hinreissen lassen.

Michaela tschilpt

Mit Lulu Guiness regnet’s Hunde

23. Oktober 2007 23:54, by Michaela

Das ist doch fein, wenn Dinge im Laufe der Zeit eine Geschichte bekommen. Es ladet sie mit Emotion auf, wie es in der Marketingsprache so schön heisst. Heute war ich - gezwungener Maßen - mit meinem Lieblingsschirm unterwegs. Hier ist seine Geschichte:

Es begab sich vor 3 Jahren, dass ich innerhalb dieses einen Jahres New York, London und Paris besuchte, und zwar nicht beruflich, sondern einfach so. Big Apple machte den Anfang, und wer nimmt dorthin schon einen Regenschirm mit, wo einem nur wenige Minuten nachdem es zu regnen begonnen hat, ohnehin an jeder Straßenecke chinesische Knirpse um 3 Dollar angeboten werden. Dachte ich. Kein 3-Dollar-Schirm bei Wolkenbruch in Uptown. Also flüchtete ich zu Bloomingdales.

Mein Lieblingsregenschirm Mein Lieblingsregenschirm Mein Lieblingsregenschirm

Wie sich das so gehört in einem ordentlichen Department-Store sind die Accessoires praktischer Weise zusammen mit der Parfumerieabteilung im Erdgeschoß situiert - übrigens das einzige, was das Steffl-Management in der Hinsicht verstanden zu haben scheint. So sah ich ihn also. Und der hinreissende rote Lulu Guiness Knirps mit den Scottish Terriern wurde - natürlich aus rein rationaler Motiven - meiner.

2 Monate später ging’s nach London. Nie nach London ohne Schirm! Das Wetter war herrlich. Sicherheitshalber nahm ich meinen neuen, lustig leichten Knirps beim Ausflug nach Kew Gardens trotzdem mit und ließ ihn prompt in der Ubahn liegen!

Lulu Guiness Shop London

Ewig schade, leider hab ich ihn auch nicht wieder bekommen. Das Exemplar, das ich jetzt (noch) besitze, war dann übrigens das allerletzte aus der Auslage des Londoner Shops von Lulu Guiness. Und nach Paris reiste ich ohne Schirm.

Gloria tschilpt

Mann oh Mann!

15. Oktober 2007 14:54, by Gloria

Letztens traf ich mal wieder - endlich - einen Mann, bei dem ich Lust verspürte, ihn wiederzusehen. Und schon stellt sich das bekannte Unsicherheitsgefühl ein. Wie mache ich es diesmal, dass es nicht wieder in die Hose geht? In meiner “Leider nix geworden”-Schublade ist ja kaum noch Platz…

Soll ich auftrumpfen und mich im Kleid oder Mini quasi ins Schaufenster stellen? Oder ist es besser, in Jeans, Leiberl und ganz zwanglos und entspannt und ungeschminkt aufzutauchen? Immer wieder steh ich zwischen diesen beiden Stühlen und die Erfahrung lehrt: Wenn ich unvorbereitet und eher desinteressiert bei den ersten Kontakten bin, ist der Betreffende meist recht angetan. Kaum schreitet die Bekanntschaft fort, wendet sich das Blatt und ich zeige Gefühle einer leichten Verliebtheit, werde in der Folge unsicher und zickig, und der Mann zieht sich schnell zurück.

Das läßt sich eben auch an meiner Kleidung wiederspiegeln. Kein oder kaum Interesse und mit Jeans beinbekleidet ergibt sich spannende Konversation ganz mühelos. Präsentiere ich mich dagegen aufgemascherlt und engagiert und daher uncool, enstehen plötzlich und scheinbar ebenso mühelos Kommunikationsfehlinterpretationen die in Streitgesprächen münden. Und vorbei ist es mit dem Traum, einen Mann für alle Fälle an meiner Seite zu haben!

Zwei Treffen hab ich bisher mit Karl geschafft! Beide Male hab ich keinen Gedanken an meine Kleidung verschwendet. Das dritte Treffen hätte gestern stattfinden sollen. Und ich stand eine geschlagene Stunde vor dem Spiegel und hab Kleider probiert. Entschieden hab ich mich für das nette sexy Diesel-Jeanskleid mit flachen, schwarzen Stiefelletten (Ich hasse Stöckelschuhe!). Nach einer gerade überstandenen Grippe und noch leicht angeschlagen hab ich dann dank der dünnen Strumpfhose den ganzen Tag gefroren. Abends hat schließlich das Objekt der Begierde unser Treffen abgesagt. Und ich habe ihm schreiend per Telefon geraten, er solle sich das doch gut überlegen, ob er mich nochmal Treffen will! Falls es ein nächstes Mal gibt, komme ich sicher in ….