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	<title>Tschilp &#187; Jean</title>
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	<description>Mode in Wien und andere Zustände von den Dächern gepfiffen. Seit 2006.</description>
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		<title>Stil Manifest#1</title>
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		<pubDate>Thu, 25 Jan 2007 14:49:03 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jean</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Bally]]></category>
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		<description><![CDATA[Marken habe ich bereits angesprochen, ungern und mit Groll. Die leidige Lekt&#252;re der Tagespresse beschert mir da heute eine suffisantes Déjà vu: Burberry und wie unsere Populares auf den Verlust beinahe famili&#228;r empfundener Produkte reagieren! Erlaubt mir, meiner m&#252;rben Laune &#8230; <a href="http://tschilp.com/2007/01/25/stil-manifest1/">Lesen fortsetzen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Marken habe ich bereits angesprochen, ungern und mit Groll. Die leidige Lekt&#252;re der Tagespresse beschert mir da heute eine suffisantes Déjà vu: <a href="http://www.burberry.com/HomeEurope.aspx" target="_blank">Burberry</a> und wie unsere Populares auf den Verlust beinahe famili&#228;r empfundener Produkte <a href="http://news.orf.at/070122-8389/index.html" target="_blank">reagieren</a>! Erlaubt mir, meiner m&#252;rben Laune nachgebend, folgende Positionen. Ich mag keine Marken, so sie nicht Tradition besitzen und Produkte hervorragender Qualit&#228;t offerieren &#8211; ergo, ich sch&#228;tzt fast keine Marken. Sie sind nie Indiz guten Geschmacks, sondern zeugen lediglich von naivem Qualit&#228;tsbewu&#223;tseins oder Prahlerei. Der &#252;bliche Handel mit Markenzeichen ist verwerflich, zieren sie doch in Folge meist Produkte, die sich kaum als Markenware titulieren sollten. Mein Bespiel: <a href="http://www.bally.com/" target="_blank">Bally</a> und die unter diesem Label vertriebenen Golfschuhe. Sie sind sehr ansehnlich, nicht ganz im Stream des antiquierten Golfergeschmacks, bequem und funktionieren. Aber halt, sie funktionieren leider nicht sehr lange. Drei solche Paare hat Euer, zugegeben nicht ganz lernf&#228;higer, Jean besessen. Das erste: Innenfutter nach einem Monat an der Ferse durchgescheuert. Die Konsequenz, R&#252;cknahme durch die s&#252;&#223;e H&#228;ndlerin im Proshop. Das zweite: Halsnaht am Kn&#246;chel beidseitig nach einem Monat offen. Konsequenz, Umtausch, kann mich ja verst&#228;ndlich machen und die betroffenen Blicke der Verk&#228;uferinnen deuten. Das Dritte, Sohle l&#246;st sich an der rechten Spitze (Belastungspunkt beim Golf) nach zwei Wochen und die Halsnaht&#8230; So, und jetzt war es vorbei mit der <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Kulanz" target="_blank" rel="nofollow">Kulanz</a> (wir nehmen das Produkt eh nimmer in´s Sortiment, macht nur Probleme). Stark strapaziert war die Replik der Deutschen &#8220;Qualit&#228;tsproduzenten&#8221;! Nach 14 Tagen? Also, wer einen Sportschuh will, kauft einen solchen. Wer ein Markenprodukt will, vermeidet ein Lizenzprodukt. Letzteres erkennt man  daran, dass  es auf der Page des Markenhalters nicht auftaucht. Punktum, Euer Jean.</p>
<p>P.s. Ach ja, Michaela hat da auch ihre Erfahrungen: Reklamation teuflisch schicker Stiefel (ihre Meinung ;-)). Antwort: die haben sie aber auf der Stra&#223;e getragen! Also, Michaela hat nicht sooo einen  Job, bei dem man die Stiefel im Schlafzimmer tr&#228;gt und ich gehe halt nicht mit Golfschuhen Zeitung holen.</p>
<p>P.p.s. Meinen extrem &#252;berteuerten, schlecht impr&#228;gnierten, langweiligen Trench &#8211; besser Bademantel, denn nass ist man darin garantiert, wie einst Rick zu Casablanca oder <a href="http://www.bryanferry.com/" target="_blank">Bryan Ferry</a> auf der B&#252;hne, im M&#228;rz &#8211;  werde ich trotzdem nicht verbrennen. Er hat noch historische Qualit&#228;t (leider, meint Irene), h&#228;lt seit 13 Jahren und tut´s noch mindestens ebenso lang.
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		<title>Stil Postille #7/1</title>
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		<pubDate>Sun, 21 Jan 2007 14:59:13 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jean</dc:creator>
				<category><![CDATA[Gentlemen]]></category>
		<category><![CDATA[Jean]]></category>
		<category><![CDATA[Kleidung]]></category>
		<category><![CDATA[Krawatte]]></category>

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		<description><![CDATA[Aha, gesch&#228;tzte Michaela, hat die Saison der Damensmokings &#8211; die verwenden gerne die klassische dunkle Krawatte &#8211; begonnen? Also, ganz einfach, der Four in hand ist der coolste, weil einfachste und gesichert immer &#8220;schiefe&#8221; Knoten, der die Symmetrie des Anzugs &#8230; <a href="http://tschilp.com/2007/01/21/stil-postille-71/">Lesen fortsetzen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Aha, gesch&#228;tzte Michaela, hat die Saison der Damensmokings &#8211; die verwenden gerne die klassische dunkle Krawatte &#8211; begonnen?</p>
<p>Also, ganz einfach, der <em>Four in hand</em> ist der coolste, weil einfachste und gesichert immer &#8220;schiefe&#8221; Knoten, der die Symmetrie des Anzugs und des Hemds durchbricht.</p>
<p><a href="http://www.tie-a-tie.net/fourinhand.html" target="_blank">Schau</a>, ganz <em>Jamie</em>, und doppelt, wenn Du zweimal schlingst (bei flachen Kragenwinkel).</p>
<p>Funktioniert &#252;brigens auch bei Halst&#252;chern (aber da gibt es einen besseren, pardon, f&#252;r Damen paradoxerweise schwierigen Knoten) und kleinen Shawls, ;-) Jean.
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		<title>Stil Postille #7</title>
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		<pubDate>Sun, 21 Jan 2007 11:32:50 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jean</dc:creator>
				<category><![CDATA[Gentlemen]]></category>
		<category><![CDATA[Jean]]></category>
		<category><![CDATA[Kleidung]]></category>
		<category><![CDATA[Krawatte]]></category>

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		<description><![CDATA[Harmonie und Elegance gr&#252;nden auf Proportion und Form. Ein st&#246;rendes Element gen&#252;gt und das perfekte Ganze ist zerst&#246;rt. Aber es braucht auch Regelbr&#252;che, um das Sch&#246;ne aufbl&#252;hen zu lassen, denn die totale Symmetrie ist leblos und verst&#246;rend. Das l&#228;sst sich &#8230; <a href="http://tschilp.com/2007/01/21/stil-postille-7-2/">Lesen fortsetzen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p align="left">Harmonie und Elegance gr&#252;nden auf Proportion und Form. Ein st&#246;rendes Element gen&#252;gt und das perfekte Ganze ist zerst&#246;rt. Aber es braucht auch Regelbr&#252;che, um das Sch&#246;ne aufbl&#252;hen zu lassen, denn die totale Symmetrie ist leblos und verst&#246;rend. Das l&#228;sst sich leicht mit dem bet&#246;renden Sch&#246;nheitsfleck oder dem asymmetrischen Krawattenknoten verdeutlichen. Also bitte, einen l&#228;ssigen, entspannten <em>Four in hand</em>, wenn es denn sein muss doppelt (wem das nicht gelingen will, gerne mich fragen) und nicht den verklemmten, nicht zu Unrecht in Deutschland so beliebten <em>Windsor</em>, wom&#246;glich mit hilfloser, instabiler Falte a´la <a href="http://archive.salon.com/people/feature/2000/01/11/blackwell/print.html" target="_blank">Richard Selzer</a> (Blackwell)!</p>
<p align="left">Zur&#252;ck zur Proportion. Man kann sagen, sie hat auch etwas mit L&#228;ngen zu tun, jenseits aktueller Trends. Also, zuerst der &#196;rmel, ganz simpel (jetzt rede ich schon wie <a href="http://www.jamieoliver.com/" target="_blank">Jamie Oliver</a>): am l&#228;ngsten ist der des Mantels, dann der des  Hemds und dann der Jacken&#228;rmel und zwar in knappen Zentimeterschritten. Mantelarm nahe zum Daumenwurzelknochen, Sakkoarm zum Handansatz und der Hemdarm dazwischen &#8211; wie gesagt, maximal Zentimeterschritte. Und bitte, das Sakko &#8211; ideal mit Doppelschlitz &#8211; wippt nicht am Ges&#228;&#223;, es reicht deutlich dar&#252;ber. Und nein, es ist nicht so <em>easy</em> wie Jamie meint, das belegen seine pubert&#228;ren Rezepte und speziell der coole Knoten, aber es &#252;bt mit Euch, Euer Jean.</p>
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			</a>
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		<title>Stil Postille #6</title>
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		<pubDate>Sat, 13 Jan 2007 07:52:17 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jean</dc:creator>
				<category><![CDATA[Gentlemen]]></category>
		<category><![CDATA[Frack]]></category>
		<category><![CDATA[Jean]]></category>
		<category><![CDATA[Johannes Hesters]]></category>
		<category><![CDATA[Kleidung]]></category>
		<category><![CDATA[Stil]]></category>

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		<description><![CDATA[Man kann der Meinung sein, dass sich kaum noch w&#252;rdige Anl&#228;sse jenseits von Trauung und Nobelpreisverleihung finden, zu denen es lohnt, sich mit Genuss und Contenance (die braucht man als Perfektionist) in einen Frack zu schalen. Die so genannte, freilich &#8230; <a href="http://tschilp.com/2007/01/13/stil-postille-6/">Lesen fortsetzen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://tschilp.com/wp-content/2007/01/images-1.jpg" id="image213" alt="frack" /></p>
<p>Man kann der Meinung sein, dass sich kaum noch w&#252;rdige Anl&#228;sse jenseits von Trauung und Nobelpreisverleihung finden, zu denen es lohnt, sich mit Genuss und Contenance (die braucht man als Perfektionist) in einen Frack zu schalen. Die so genannte, freilich selbst ernannte, gehobene Gesellschaft hat B&#228;lle und Redouten h&#246;chsten Niveaus mit medialer Effizienz gekapert und sie zu allem m&#246;glichen, nur nicht einer stil- und glanzvollen Nacht gem&#246;rtelt.</p>
<p>Der Bussi-Bussi-Kl&#252;ngel hat in der Wahl der „Events“ seiner Vandaleneinf&#228;lle fraglos Geschmack – gleichfalls der, welcher sie hinfort meidet. Damit kein falscher Eindruck entsteht, ich habe nichts und wieder nichts gegen pfirsichweiche, duftende Damenwangen, aber die reservierte K&#252;hle oder Ernsthaftigkeit des Anlasses, die Stresemann, Cut und Frack ausstrahlen, findet man im zeitgen&#246;ssischen Angebot nur h&#246;chst selten.</p>
<p><img src="http://tschilp.com/wp-content/2007/01/250px-the_ascot_gold_cup_1834_james_pollard.jpg" id="image214" alt="ascot" /></p>
<p>Der Gro&#223;e Gesellschaftsanzug also wird ausschlie&#223;lich zur Abendgesellschaft angelegt – der Cut(away) in grau auch bei Regen und Sonnenschein zu den wichtigsten Entscheidungen des M&#228;nnerlebens oder, wie banal, zu Pferderennen (f&#252;r die jedoch ebenfalls oben Gesagtes gilt). Ersterer ist schwarz, punktum, endet am R&#252;cken im Schwalbenschwanz und an den Hosenenden nie in einem Aufschlag. Zwei Galonborten entlang der Beinkleider, mehr nur an denen von Uniformmodifikationen der Milit&#228;rdiplomatie und wei&#223;es Piqué an Gilet (bitte kein Kummerbund, so wir nicht Philharmoniker oder S&#252;dstaatler sind) Hemd, Manschetten, Masche und Plastron verwendet, runden das Ensemble ab. Um Peinlichkeiten vermeintlicher Herrenschneider und Designer nicht ausbaden zu m&#252;ssen, nie Metallkn&#246;pfe, gerundete Revers, schwarze oder bunte Maschen, G&#252;rtelspangen, gemusterte Hosentr&#228;ger oder Schuhb&#228;nder. Der Vaterm&#246;rder ist obligé, ebenso Zur&#252;ckhaltung im Schmuck. Zu empfehlen ist die Taschenuhr, ein Erbst&#252;ck, das Safeluft atmet und kaum noch das funkelnde Abendlicht erblickt.</p>
<p>Lackpumps, darunter Kniestr&#252;mpfe, Seide – bei extra d&#252;nner Wade empfiehlt sich ein Paar Sockenhalter – schwarz, schwarz, schwarz, wei&#223;er Seidenschal und die gern zitierten, aber in Wahrheit fast ausgestorbenen Glaceehandschuhe – wir sind komplett. Kompliment entbietet Jean dem, der sich in dieser R&#252;stung mit Elegance und ganz ohne antiquierte Steifheit zu bewegen vermag.</p>
<p><img src="http://tschilp.com/wp-content/2007/01/zylinder.jpg" id="image216" alt="zylinder.jpg" /><br />
Ach ja, pardon <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Johannes_Heesters" target="_blank" rel="nofollow">Juppi</a>, wir sind nicht 100, drum habe ich den Chapeau claque vergessen! Und die Leistung operettenseeliger Kriegsgewinnler, ihn in´s Bordell – niedlich gelogen Maxim – gebracht zu haben, die erkenne ich nicht. Dergleichen Intimit&#228;ten verbieten sich dem Gentleman, sei es mit den Damen oder mit den Diktatoren.
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			</a>
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		<title>Stil-Postille#5</title>
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		<pubDate>Tue, 26 Dec 2006 19:16:51 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jean</dc:creator>
				<category><![CDATA[Gentlemen]]></category>
		<category><![CDATA[Bryan Ferry]]></category>
		<category><![CDATA[Jean]]></category>
		<category><![CDATA[Kleidung]]></category>
		<category><![CDATA[Smoking]]></category>
		<category><![CDATA[Stil]]></category>

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		<description><![CDATA[Angeblich gibt es so manche Indizien, an denen man im Laissez-faire der Beliebigkeiten einen Gentleman erkennt oder wie Sir Michael Caine tiefsinnig formulierte: Ein Gentleman ist, wer Akkordeon spielen kann, es aber nicht tut. Wir verstehen, die Qualit&#228;t liegt, man &#8230; <a href="http://tschilp.com/2006/12/26/stil-postille5/">Lesen fortsetzen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Angeblich gibt es so manche Indizien, an denen man im Laissez-faire der Beliebigkeiten einen Gentleman erkennt oder wie Sir Michael Caine tiefsinnig formulierte: <strong><em>Ein Gentleman ist, wer Akkordeon spielen kann, es aber nicht tut.</em></strong> Wir verstehen, die Qualit&#228;t liegt, man kann es nicht oft genug betonen, in der Reduktion, im Verzicht.</p>
<p>Der glitzernden Saison entsprechend nun Marginales zur feierlichen Abendkleidung des kultivierten Herrn. <strong><em>Never brown after six</em></strong> versteht sich zu jeder Jahreszeit f&#252;r formelle Umst&#228;nde von selbst! Ansonsten empfiehlt sich der kleine Gesellschaftsanzug, denn er passt fast immer, geht es um Unterhaltung und Damenbegleitung. (Der Frack, in seiner Anwendung weit diffiziler und ernster, folgt demn&#228;chst.) So wir uns nicht im fortgeschrittenen, noch guten, aber nicht mehr besten Alter befinden, tragen wir den Smoking einreihig mit gleichfarbigem Kummerbund, streng genommen empfehle ich schwarz (unter Protest dunkelblau), denn so st&#246;ren wir nie die Farbwahl der Dame. Und wir tragen zum Tanz – ausgenommen an der frischen Luft – kein (wei&#223;es oder noch peinlicher Tartan) Dinnerjacket, wir sind ja keine Matrosen oder Cafésiederballbesucher. Bei unkaschierbarer Molligkeit ist die zweireihige Jacke gern mit Gilet angebracht, in jedem Fall ein Smokinghemd, wei&#223; mit Doppelmanschette, dazu vierteiliges Kn&#246;pfset, verdeckter Knopfleiste (ansonsten Kn&#246;pfe im Stil der Manschettenkn&#246;pfe) und Plissee an der Brust und selbstredend keine R&#252;schen. Ein Stehkragen kann vermieden werden, ist unbequem und tendiert zu den Stilmitteln des Fracks. Die Hosen haben einen (! beim Cut zwei Streifen) nicht &#252;bertrieben breiten Galon.</p>
<p>Die Kn&#246;pfe – drei oder zwei an der Jacke, gerade am &#196;rmel – sind stoffbezogen und die Masche ist aus Seide, schwarz (dunkelblau), nie und nimmer wei&#223; wie zum Frack und mir zuliebe nicht bunt, wom&#246;glich noch mit naiv passendem Pochette. Wenn schon Stecktuch, dann wei&#223;, gefaltet und nicht drapiert und nein, wir trocknen uns nicht die verschwitzte Stirn damit. Ein Gentleman ist kein Walross und hopst nicht &#252;ber seine konditionellen Verh&#228;ltnisse, speziell nicht in Damenbegleitung. Dazu und deswegen w&#228;hle man bequeme Slipper, meinetwegen auch in Lack, allerdings wollen wir dann kein Klagen &#252;ber schmerzende Tanzbeine h&#246;ren&#8230;<br />
Dr&#252;ber empfiehlt sich in unseren Breiten ein sachlicher, nicht zu leichter Trench und ein ordentlicher Shawl, denn B&#228;lle verl&#228;sst man meist erhitzt und angenehm erregt. So wir also die Dame der Saison oder gar unseres Lebens gew&#228;hlt haben, erinnern wir uns, der Herr befindet sich immer an ihrer linken Seite, wo sonst wollen wir sein, wenn nicht am Herzen der Angebeteten. Eine prima Saison (Buchtipp) w&#252;nscht Euer Jean.</p>
<p>P.S.: Zur idealen Orientierung:<br />
<img src="http://tschilp.com/wp-content/2006/12/Bild%201.png" alt="black tie" /><br />
a) indoor, b) outdoor: Perfekt, bis auf den bordeaux-roten Kummerbund, aber den hatte ich, um der Wahrheit die Ehre zu geben, in den 80ern auch&#8230;<br />
P.P.S.: ad SP4: „M&#252;nzb&#246;rse“ = (irref&#252;hrend) Gigerl in Wien.
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			</a>
		</div>
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		<item>
		<title>Stil-Postille#4</title>
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		<pubDate>Tue, 05 Dec 2006 21:35:58 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jean</dc:creator>
				<category><![CDATA[Gentlemen]]></category>
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		<description><![CDATA[Angeblich bewegt das Geld die Welt, dreht sich alles nur um mamona und die Illusion das zu sein, was man besitzt – ein so fataler, wie vulg&#228;rer Irrtum. Stil kann man nicht kaufen, den muss man mit wachen Sinnen erlernen &#8230; <a href="http://tschilp.com/2006/12/05/stil-postille4/">Lesen fortsetzen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Angeblich bewegt das Geld die Welt, dreht sich alles nur um mamona und die Illusion das zu sein, was man besitzt – ein so fataler, wie vulg&#228;rer Irrtum. Stil kann man nicht kaufen, den muss man mit wachen Sinnen erlernen und weiterreichen. &#220;ber Geld spricht man nicht, man hat es oder nicht, egal, man zeigt es nicht. Also, wie signalisiert ein Gentleman, dass ihm Geld nichts bedeutet? Er tr&#228;gt die Brieftasche nie auf dem Herzen. Der gute Schneider gibt uns da einen Wink mit dem Knopf: nur die rechte Brusttasche des Sakkos hat einen solchen, der den Zaster sch&#252;tzt, nie die linke.<br />
Auch spart der Mann von Welt an Putz und Kinkerlitzchen. Kein keckes Stecktuch, schon gar nicht im selben Muster wie die Krawatte! Keine Kragenspange, kein Krawattenhalter, bitte, und keine protzigen Manschettenkn&#246;pfe. Letztere sollten nie gr&#246;&#223;er sein, als der Nagel des kleinen Fingers ihres Tr&#228;gers. Keinesfalls verwenden wir diese putzigen Zwirnknoten in vielerlei verspielten Farben. Sie sind ein Knicker(Schnorrer-)indiz ersten Ranges, &#228;hnlich der M&#252;nzb&#246;rse. Nur die Reversnadel ist erlaubt, so sie dezent ein Bekenntnis zeigt, f&#252;r das man sich nicht zu genieren hat. Ich wei&#223;, diese Hinweise kommen sp&#228;t, doch manchmal zwingt einen das Leben eine schwarze Krawatte zu tragen. Die verbietet jeden Schmuck und macht Herz und Schreiben schwer, Euer Jean.
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		<title>Stil-Postille#3</title>
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		<pubDate>Tue, 24 Oct 2006 18:00:57 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jean</dc:creator>
				<category><![CDATA[Gentlemen]]></category>
		<category><![CDATA[Jean]]></category>
		<category><![CDATA[Kleidung]]></category>
		<category><![CDATA[Krawatte]]></category>
		<category><![CDATA[Mode]]></category>
		<category><![CDATA[Stil]]></category>

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		<description><![CDATA[Angeblich soll die Frisur das Gesicht betonen, es zur Geltung bringen und nicht umgekehrt. Also, in aller K&#252;rze, keine skurilen Haarkreationen a´la der kommende, gesichert &#252;berparteiliche Winnetou-Darsteller von Bad Segeberg.© Jean Nun das eigentliche Thema: Krawattenknoten, analog der Haartracht, sollten &#8230; <a href="http://tschilp.com/2006/10/24/138/">Lesen fortsetzen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Angeblich soll die Frisur das Gesicht betonen, es zur Geltung bringen und nicht umgekehrt. Also, in aller K&#252;rze, keine skurilen Haarkreationen a´la <em>der kommende, gesichert &#252;berparteiliche Winnetou-Darsteller von Bad Segeberg.</em>© Jean</p>
<p>Nun das eigentliche Thema: Krawattenknoten, analog der Haartracht, sollten nicht gr&#246;&#223;er sein als der dar&#252;ber (bei ersterem hoffentlich darunter) angesiedelte Kopf (Ausnahme Clowns, welche man u.a. daran erkennt), nein, auch nicht im zugigen Karantanien. Der Schlips reicht an die G&#252;rtelschnalle beziehungsweise den Hosenbund, nicht ans Ende des Brustbeins, nicht &#252;ber den Hosenlatz hinab. Die Frage nach den Selbstbindern – gilt auch f&#252;r die Masche und die Shawlkrawatte – habe ich &#252;berh&#246;rt, wir wollen ja nicht unfreiwillig in einen Amerikanischen Collegefilm geraten! Entgegen der von dortigen, selbsternannten Stilp&#228;psten ge&#228;u&#223;erter Meinung, ist die kleine Falte kein Indiz binderischer K&#246;nnerschaft. Generell verbieten sich verklemmt symmetrische Knopfformen, contraire mildert die Krawatte allzu gro&#223;e Ebenm&#228;&#223;igkeit, &#228;hnlich dem nur selten zu verwendenden und eher f&#252;r Fortgeschrittene geeigneten Stecktuch.</p>
<p>Die englische, mehrheitlich auch die kontinentale Clubkrawatte ist vom Betrachter aus gesehen von rechts oben nach links unten dezent (kein Clownfish-Design) gestreift und m&#246;glicherweise mit Clubemblemen versehen. Bei den amerikanischen Modellen – surprise – verh&#228;lt es sich umgekehrt. Alle Muster transportieren die Stilkompetenz des Tr&#228;gers, punctum.</p>
<p>So, gesch&#228;tzter P: Die Beatles waren und sind, entgegen hartn&#228;ckig stabilen Ger&#252;chten (meist von Tauben, aber bedauerlicherweise nicht Stummen transportiert) in keinerlei Hinsicht stilistische Vorbilder: Nicht als Musiker (all das gab es schon bei dem von der Vogelweide und spannender bei ihren Zitgenossen), nicht als Dress- und Role Model, nicht als Pfarrer oder sonstig Spiritualisierte, nicht als Japanentdecker, nicht als Ehem&#228;nner usw.<br />
Verehrte Eva, Regeln ersparen, so sie verinnerlicht sind, auch dem Gentleman (um „M&#228;nner“ geht es hier dezidiert nicht) ablenkendes Denken – er kann sich ungest&#246;rt den Damen zuwenden, compri ;-)
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		<title>Stil-Postille#2</title>
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		<pubDate>Fri, 20 Oct 2006 08:45:51 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jean</dc:creator>
				<category><![CDATA[Gentlemen]]></category>
		<category><![CDATA[Jean]]></category>
		<category><![CDATA[Kleidung]]></category>
		<category><![CDATA[Mode]]></category>
		<category><![CDATA[Sakko]]></category>
		<category><![CDATA[Savile Row]]></category>

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		<description><![CDATA[Angeblich garantiert eine Marke Qualit&#228;t und Exklusivit&#228;t der unter ihr vertriebenen Produkte, wie gesagt angeblich und das erw&#228;hne ich auch nur, weil ich mich hier, nach reiflicher Recherche, dazu &#228;u&#223;ern werde – nur so viel, Gentleman oder auch nur elegant &#8230; <a href="http://tschilp.com/2006/10/20/stil-postille2/">Lesen fortsetzen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Angeblich garantiert eine Marke Qualit&#228;t und Exklusivit&#228;t der unter ihr vertriebenen Produkte, wie gesagt angeblich und das erw&#228;hne ich auch nur, weil ich mich hier, nach reiflicher Recherche, dazu &#228;u&#223;ern werde – nur so viel, Gentleman oder auch nur elegant ist keiner, der maximal viele Logos &#252;berteuerter Marken auf seiner faden H&#252;lle zu vereinen trachtet&#8230;</p>
<p>Nun aber eine Information, die zu logischem Denken Begabte nicht weiter verbl&#252;ffen wird: Sakkokn&#246;pfe bleiben sinnvoller weise teilweise au&#223;erhalb der &#8211; wenn geht handgen&#228;hten &#8211; Knopfl&#246;cher. Gut, aber welche? Beginnen wir in einer noch nicht erneut heraufd&#228;mmernden Vergangenheit. Ein- und Zweiknopfsakkos, nostalgisch, aber weit weg vom brauchbaren Alltag haben eine simple Regel: Alle offen und nur der oberste zu. Das Dreiknopfsakko hingegen regelt sich kategorisch und streng: ganz offen, speziell wenn der leichte Zwirn im Fr&#252;hjahr zwickt, wenn nicht (schluck!) nur der mittlere zu, nein nicht der obere auch, wir sind ja nicht TV-Moderator oder ansteigendes Management mit grob gesteppten Rechteckslatschen (sic! die hasse ich wirklich). Jacken mit mehr als drei Kn&#246;pfen an der Front verbieten sich – jenseits des Milit&#228;rs zumindest.</p>
<p>An den &#196;rmeln kann, so man unn&#246;tig deutlich trompeten will: &#8220;habe einen Ma&#223;anzug!&#8221;, der vorderste Knopf offen bleiben – das hilft zudem dem Hemd&#228;rmel &#252;ber die mollige Sportuhr in´s Freie. Und, weil schon angek&#252;ndigt: Ein Anzug (Jacke, Gilet und Hosen in einem Tuch) hat am &#196;rmel vier Kn&#246;pfe und keine an Taschenklappen (so man nicht als Herrenj&#228;ger einer anderen Epoche identifiziert werden m&#246;chte), ein Sportsakko zwei oder drei und &#252;ber Blazer und &#228;hnliche maritime, beziehungsweise kavalleristische Marotten und die z&#252;nftige Tracht reden wir ein andermal. Euer Jean.
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		<title>Stil-Postille#1</title>
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		<pubDate>Sat, 14 Oct 2006 18:05:05 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jean</dc:creator>
				<category><![CDATA[Gentlemen]]></category>
		<category><![CDATA[Jean]]></category>
		<category><![CDATA[Kleidung]]></category>
		<category><![CDATA[Krawatte]]></category>
		<category><![CDATA[Mode]]></category>
		<category><![CDATA[Sakko]]></category>
		<category><![CDATA[Stil]]></category>

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		<description><![CDATA[Angeblich hat jeder eine Botschaft auch ohne Nation, eine Mission ohne Suppe (hei&#223;t heute Grundsicherung und ist laut Freizeitlederhosenst&#228;nder b&#246;se) – manche haben sogar diverse Visionen, ganz ohne Illuminierung. Also habe ich auch eine, angeblich, sogar einige, die sich speziell &#8230; <a href="http://tschilp.com/2006/10/14/stil-postille1/">Lesen fortsetzen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Angeblich hat jeder eine Botschaft auch ohne Nation, eine Mission ohne Suppe (hei&#223;t heute Grundsicherung und ist laut Freizeitlederhosenst&#228;nder b&#246;se) – manche haben sogar diverse Visionen, ganz ohne Illuminierung. Also habe ich auch eine, angeblich, sogar einige, die sich speziell an die letztgenannte, traurige Gruppe richten. Richtig anziehen, richtig kosmetisieren, richtig rasieren, nix Mach3 &#8211; n, keinen Schlips zum Ralphileiberl – denn bei den Markenhuldeleien seid ihr doch auch so konsequent, oder?</p>
<p>Also, warum ist die Kultur, trotz reichlichem Portemonnaie, so schlecht frisiert? Warum sind so viele Marginalien der Kultiviertheit so konsequent unter Hemden im Dessin wie Fini-Tant´s Geschirrt&#252;cheln versteckt, warum versuchen Karrieristen in rechteckigen Patinalatschen die Karriereleiter zu erklimmen, warum sind die Hosen, die &#196;rmel, die (Bart-) Haare zu lang – selten zu kurz, warum, wenn Mustermix, zum Trotz Linienmix! Nur weil´s bl&#246;d ausschaut oder weil’s eh keiner besser wei&#223;?</p>
<p>Helfe ich euch halt, warum auch nicht, gibt ohnehin genug Quatschk&#246;pfe und stockunddreipunktblinde Stylingberaterinnen, da f&#228;llt man nicht auf? Also, fangen wir an: Z. B. wie viele Kn&#246;pfe hat ein Jacken&#228;rmel eines Anzugs, wie viele der eines Sportsakkos? Warum haben alle so seltsame Krawatten – Modell „Finding Nemo“ &#8211; zum Zwei- bis Dreiteiler umgebunden, wenn sie grad eben eine Wahl verlieren?</p>
<p>Also, Lektion 1: Keine Clubkrawatte zum Anzug (gilt auch f&#252;r gehende und kommende Kanzler, gilt auch in Tirol, Nieder&#246;sterreich und und und), nie, basta. Nein, weder eine Amerikanische noch eine Englische noch eine kontinentale. Wie man diese unterscheidet und anwendet, kommt &#8211; versprochen &#8211; und noch viel mehr, denn Richtigkeit (form follows funktion, aha!) ist die Basis guten Geschmacks, Regeln sind die Basis der Kunst und nicht Individualit&#228;t, die nichts zu sagen hat, geschweige denn verstehen kann. Euer Jean
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