Glorias Archiv

Gloria tschilpt

Dress Code Intelligenzia

11. April 2008 12:54, by Gloria

Vorgestern drehte sich für mich die Zeit um 25 Jahre zurück. Eine Lesung von Heinrich Steinfest war angesagt. Der vor allem in Deutschland beliebte und ausgezeichnete Krimiautor weilt in Wien, um seine neueste Annäherung an Österreich vorzustellen: “Gebrauchsanweisung für Österreich“, Piper, München 2008. (Ein Titel, den übrigens Sigrid Löffler ebenfalls für Piper 2001 bearbeitet hat: Gebrauchsanweisung für Österreich. Könnte sich als spannend erweisen, die beiden gegenzulesen.)

Als Krimisüchtige habe immer wieder versucht, auch die seinen zu inhalieren - vergeblich, ein Ende war mir noch nicht vergönnt. (Mein Freund, der Präsident blieb da beharrlicher und ist inzwischen großer Fan!) Jetzt habe ich ja eine neue Chance…

Heinrich SteinfestDas geschätzte PublikumKaroly und RudiDas p. t. Publikum IIFreund AlexanderAnstellen um die WidmungHeini beim SignierenPublikum III

Ich kenne also den Vortragenden aus meiner Jugendzeit. Als er noch Maler war und von Schriftstellerei keinen Dunst hatte. Wir trafen gemeinsam mit anderen Möchte-gern-Intellektuellen regelmäßig im Café Museum aufeinander. Vor der Renovierung wohlgemerkt, als es dort echt noch gemütlich war.

Nach der gut eineinhalb Stunden dauernden Sitzung - für mich wie immer viel zu lang - habe ich den Star gestellt! Und nach zwei sprachlosen Sekunden ist es ihm auch gelungen, mich wieder zu erkennen. Gemeinsam und in aller Kürze haben wir uns der stärksten Erinnerung hingegeben: die Silvesterfest-Episode. Damals hab ich seine Brille zertrümmert. Naja, weil ich dem Mann alkoholbedingt ein wenig zu stürmisch näher gekommen.

Kleidungsweise interessant war für mich, dass sich das dortige Damen- und Herren-Publikum doch anders anzieht als z. B. die mir so vertrauten Vernissagengeher. Selbstdarstellung mittels Markenmode spielt hier sicher keine große Rolle: Anderes, Gewichtigeres weil Intelligenteres stand gestern im Literaturhaus im Vordergrund! Ganz sympathisch finde ich. Sowohl der Autor wie auch das Publikum!

Gloria tschilpt

cool down and down under

26. März 2008 11:42, by Gloria

Vorige Woche war Party angesagt, Motto: cool down. Eigentlich wollten wir ins Jenseits tanzen gehen und freitags auch mal dancing stars sein! Doch die Einladung kam dazwischen. Und weil sie von einem netten Freund kam, änderten wir unser Pläne kurzfristig. Die beiden Freundinnen hab ich einfach mitgenommen. Irgendwie habe ich es schon vorher gespürt, ich hatte ein Bedürfnis, mich dem Alkoholgenuss hinzugeben. Leider kenne ich kein Maß, bereits vor Mitternacht wurden sämtliche Hemmungen über Bord geworfen.

Ich weiss nicht mehr wie und warum, aber ich lernte ihn kennen - Mann und Musiker, sogar größer als ich, gutaussehend und eigentlich nicht mein Typ. Die Freundinnen befragten ihn sogleich ob seines coolen Kleidungsstils: blaues Trainingsjackerl, ausgestellte Jeans. Seine Antwort, dass er sich so gar nichts aus Kleidung mache, die ihm sowieso völlig egal sei, war für die beiden unglaublich. Und mir war sie - wie auch alles andere zu diesem Zeitpunkt - ziemlich wurscht.

Ich durfte diese Stücke später genauerer Betrachtung unterziehen. Und - Überraschung - unter den Jeans trug er eine lange Unaussprechliche in weiss, zwei glatt, zwei verkehrt… Das war Beweis genug, der Mann spricht keineswegs mit gespaltener Zunge! Und ich lernte, wenn es passt, sind solche Details vollkommen unwichtig: An den Unterhosen soll es niemals scheitern!

Gloria tschilpt

MännerMode - MännerBeine

28. Februar 2008 15:11, by Gloria

Vorige Woche U-Bahn fahren: Station Westbahnhof U3. Vor mir die graue Masse, die in den Zug drängt. Einer fällt besonders auf. Seine miselsüchtige Miene drückt genau das aus, was ich mir auch oft denke: Warum bin ich hier? Und warum müsst ihr alle hier sein!?

Ich setze mich ihm schräg gegenüber. Etwas aufgelockert konservativ und teuer gekleidet, den Timer in der Hand samt Papieren, Plänen wirkt er wie ein erfolgreicher, gutsituierter Architekt. Ganz sicher Architekt! Unter der sündteueren, schäbigen grünen Allwetterjacke trägt er ein dezent kariertes Wollsakko mit Hemd, ohne Krawatte. Mein Blick schweift nach unten und ich bin bass erstaunt! Echt scharfe Schuhe trägt dieser Mittfünfziger. Die braunen Boots mit runden Kappen erinnern mich stark an Rosa Mosa. Der Mann gefällt mir immer besser!

Kniefoto 1Kniefoto 2Knifoto 3

Unauffällig krame ich nach der Kamera und versuche sie, die Schuhe selbstverständlich, abzulichten. Da fragt er: “Finden Sie dort unten was Schönes?” Ich flüchte mich in eine Fragestellung, die mir schon lange am Herzen liegt: “Nein, aber vielleicht können Sie mir erklären, warum Männer immer beim Sitzen die Beine spreizen? Und so viel mehr Platz brauchen als wir Frauen? Und überhaupt?”

Das kann er nicht: Meint es läge an der Evolution usw. Meinen Verdacht zu äußern habe ich mir verkniffen. Nämlich dass Männer - von Potenzängsten geplagt - derart versuchen, für eine gute Belüftung zu sorgen. Der rechte Sitznachbar hört eifrig zu und lächelt und macht weiterhin die Beine breit. Daß er dabei immer wieder mal mein linkes Knie berührt stört nicht weiter. Zugegebenermaßen zwar etwas eingeengt schätze ich doch die nette Konversation mit dem Architekten. Und der hat inzwischen auch ein Lächeln aufgesetzt.

Trotzdem, immer noch will ich es wissen: Warum müssen Männer beim Sitzen die Beine spreizen? Postskriptum: Leider war ich zu feige, ihn nach der Intention seiner Schuhwahl zu befragen. Noch so ein intimes Thema wäre zuviel des Guten gewesen!

Gloria tschilpt

Image und Stil #2

13. Februar 2008 18:49, by Gloria

Wer’s wissen will: Ich bin ein Herbsttyp mit den Farben Grün, Braun, Aubergine, Bronze. Auch meine Augenfarbe wird untersucht, die Teintfarbe, die Adern und die Haarfarbe. Ich brauche warme Farben und soll alles Grelle meiden. Das stimmt ganz mit meiner eigenen Erfahrung überein!


Silvie bei der ArbeitSylvie und GloriaSiylvie

Dann folgt die Stylingberatung. Mein Körper wird genau vermessen. Es geht um meine Proportionen und die für mich passende Jackenlänge, Hosenlänge, aber auch um Details wie Nähte, Taschen, Schulterpolster, Krägen sowie um Rockform und -länge. Zu den Haaren meint Sylvie, es sei kein Zufall, wie sie sind: Locking oder glatt, braun, blond oder rot. Was man hat, das passt meist auch am besten. So gilt es, die vorhandenen Schönheit zu entdecken und betonen und die weniger guten Seiten zu kaschieren.

Für Sylvie bin ich keine klassische “Anzugsfrau” - gottseidank! So habe ich noch nie Kostüm oder Anzug tragen wollen. Ich soll mich vielmehr “ruhig, romantisch und zurückhaltend” kleiden. Auch die femininen Wickelkeider passen anscheinend gut zu meinem sehr weiblichen Typ. Sowas besitze ich nicht! Ich dagegen sehe mich vielmehr sportlich, androgyn und herb. Aber vielleicht bin ich ja mit meiner Selbsteinschätzung noch in den 80er Jahren stehengeblieben als ich noch gute 10 Kilo weniger auf die Waage brachte …

Da ich lange Beine und schmale Hüften habe, ist es okay, Kleider und Röcke über Hosen zu tragen. Für den Kundenkontakt findet Sylvie das allerdings zu verspielt. Außerdem empfiehlt sie mir, die Haare besser zu bändigen, um einen geschäftsmäßigeren Gesamteindruck zu erzielen. Hüfthosen und auch die aktuelle 7/8 Hosenlänge sind gut möglich. Meine Röcke dürfen zwischen recht kurz oder knapp knielang variieren. (Das stimmt! Tatsächlich trage ich entweder Minis oder eben kniebedeckende Kleider! Lange Kleider machen aus mir eine Bohnenstange und Olive-Oyl-Verschnitt.)

Auf Anfrage gibt Sylvie auch Schminkberatung, mistet Kleiderkästen aus und geht mit einkaufen! Das hätt’ ich ja sehr gern gemacht, aber Chef Franz wollte die Kosten der Einkaufstour nicht übernehmen! (Postskriptum: Credits to Martina - die liebe Kollegin, die immer wieder in die Fotografenrolle schlüpft!)

Gloria tschilpt

Image und Stil #1

10. Februar 2008 07:41, by Gloria

Sylvie Trénous ist meine Stilberaterin. Vorige Woche war der Termin bei ihr. Was sich gut trifft, weil ihr Mann wie ich Immobilien vermakelt. So weiss sie genau Bescheid um Nöte und Freuden und selbstverständlich auch um Kleidungsvorschriften in diesem Berufsstand. Ich erhoffe mir mit ihrer Hilfe, meine Kleidung besser auf meinen Typ abzustimmen und so mehr Sicherheit in meinem Auftreten zu erreichen.

SylvieSylvieSylvie on the job


Geboren in Paris, lebt Sylvie seit 1990 in Wien. Für Mode hatte sie immer schon großes Interesse. Studium von Werbung und Marketing an der Wirtschaftsuniversität. Dann kamen drei Söhne. Als sie zufällig das Programmheft der Volkshochschule Stöbergasse aufschlägt, stößt sie auf einen Kurs für Farb- und Stilberatung. Den sie auch gleich absolviert. Seitdem freiberufliche Tätigkeit und intensive Weiterbildung: Visagistik, Psychologie des Stils bei der führenden US-Stilberaterin Carla Mathis, Imageberatung, Physiognomie und Körpersprache.

Als Stylistin ist es Sylvie wichtig, den eigenen Geschmack zurückzunehmen und zu entdecken, was zur Kundin passt und stimmig ist. Für mich ist hier besonders der Dresscode Thema. So sollen sich doch z. B. Bankangestellte oder Rechtsanwältinnen sehr straight anziehen und höchstens mit Accessoires die korrekte Kleidung auflockern.

Jetzt geht’s los! Die Farbberatung bildet die Basis. Es heißt, Farben zu finden, die zu mir passen. Das macht Sylvie mittels verschiedenfärbigen Tüchern. Die diversen Farben verändern den Teint, die Gesichtszüge, die Leuchtkraft der Augen, heben Falten hervor oder glätten diese. Sylvie unterscheidet Herbst-, Winter-, Frühling- und Sommerfarben. Die Farbberatung kann sie bei Bedarf auch auf Schmuck ausweiten.

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Le Style, Farb- und Stilberatung Sylvie Trénous, Zollergasse 28, 1070 Wien. Mobil: 0664 391 74 33, lestyle@lestyle.at