Michaela tschilpt

Wieviele Modemagazine sind genug?

24. Juli 2008 20:09, by Michaela

Die österreichischen Modemagazine peng!, Indie, Vernis

Neben Schuhen kann man nie genug Modehefte haben, finde ich. Und da tut sich ja auf dem österreichischen Markt seit einiger Zeit viel. Die letzten Ausgaben von peng!, Indie, Vernis, flair und 1st liegen gerade bei mir zu Hause, und ich stelle mir die Frage: Wie (lange) werden sie es schaffen, zu überleben? Wenn ich mir den Anteil an Inseraten pro Heft so ansehe, schaut die Lage wie folgt aus:

Am besten steht aktuell flair da. Die Juli/August Doppelnummer mit diesmal gelungenem Mix aus Internationalem und Österreich-Bezug  bringt es auf 15% Inseratanteil. Das quartalsweise publizierte Indie, das ebenfalls international, jedoch mehr in Richtung modischer und musikalischer Avantgarde unterwegs ist, hat 13% Inserate. Es folgt das ebenfalls vierteljährliche, inhaltlich wie visuell recht ambitionierte – Siemensstern als Cover! – Magazin peng! mit 12,7%.

Überraschenderweise kommt erst danach mit 12,5% der Mode- und Gesellschaftstitel der News-Gruppe 1st. Das edel wirkende Großformat mit gleich vier erstklassigen, zielgruppenrelevanten Covermodells aus dem Wiener Gesellschaftsleben glänzt mit Placements im redaktionellen Umfeld ganz besonders (ebenfalls Sommerdoppelausgabe), steht damit aber keineswegs alleine da.

Gleich dahinter schafft es die Sommernummer des zwei Mal pro Jahr herausgegebenen Kunst-/Musik-/Modehefts Vernis immerhin noch 12 Prozent. Diesmal übrigens mit einer ausgesprochen hübsch gecasteten Tecktonik Geschichte.

Zum Vergleich: Die deutsche Vogue, Ausgabe August kommt auf 33,3% Inserate, ihre amerikanische Schwester oft auf über 60%. Aber das ist auch die Hohe Schule der gelungenen “Abstimmung” zwischen Redaktion und Anzeigenabteilung. Gezählt habe ich in allen Ausgaben ausschließlich ganzseitige Inserate im Verhältnis zur Gesamtseitenanzahl inklusive Umschlag, keine kleineren Annoncen wie auch keine redaktionellen Platzierungen.

Die genannten österreichischen Beispiele liegen also verdammt nahe beisammen, und an heimischer und erst recht grenzüberschreitender Konkurrenz herrscht kein Mangel. Man darf also gespannt sein, wie es weitergeht.

Immerhin gibt’s jede Menge zum Schauen und Blättern in bislang ungewohnter Vielfalt und hoffentlich Jobs für viele AuthorInnen, StylistInnen, Modells, FotografInnen, die auch ein fruchtbares Umfeld für innovatives österreichisches Modedesign schaffen.

Edit (5.8.08): Das Magazin peng! erscheint nicht halbjährlich, sondern vierteljährlich, wurde auch oben korrigiert. Danke an Roman für den Hinweis!

TrackBack: http://tschilp.com/2008/07/24/wieviele-modemagazine-sind-genug/trackback/

7 Kommentare zu “Wieviele Modemagazine sind genug?”

  1. sonny Says:

    wow, danke für diesen interessanten artikel. ich kenne die magazine zwar alle, komme aber kaum dazu, sie zu lesen. meine lieblingsmagazine habe ich in meiner wohnung strategisch gut verteilt, jeweils dort, wo ich länger verweile (…), liegt ein interessantes heft zum durchblättern.

  2. Mia Says:

    ich war früher süchtig nach Modemagazinen. Die Diva bekomme ich aus irgendeinem Grund gratis. Ansonsten kaufe ich mir (bis auf wenige Ausnahmen) keine mehr. 5 Euro? Hallo? Die Infos kriege aus Blogs auch

  3. sonny Says:

    du hast vollkommen recht, der preis ist heiß. die magazine, die ich gerne lese, kosten teilweise ab 10 euro aufwärts. ich bewege mich zwar auch gerne in blogs, trotzdem blättere ich nach wie vor gerne in magazinen.

  4. michaela Says:

    blogs bringen vieles sowieso vorher, keine frage!

    ich finde an magazinen anderes als den newswert interessant: zb aufbereitung, fotos, wie sich das papier anfuehlt, wie der druck riecht.

    hin und wieder habe ich sehr gerne ein produkt zum angreifen, laengere texte – und einfach auch, um zu sehen wie das funktioniert mit werbung/redaktion/shootings/productplacements/business/we oft muss der labelname im text vorkommen, damit man den werbekunden nicht verliert usw.

    findet ihr 5 euro echt so teuer? im vergleich zu tagezeitungen zb?

  5. Arbiter Elegantiarum Says:

    Ich bin zum ersten Mal auf diesem Blog und ich frage mich wieviele MODEBLOGS sind genug? Unqualifizierte Kritik und laecherliche Magazin Analysen, Copy Paste aus Pressemitteilungen und Websiten, einem unterambitioniertem Layout ohne Konzept. Auf das kann man wirklich pfeifen!. (hast Du die Anzeigenseiten gezaehlt und kennst Du die Medien Daten der angefuehrten Magazine? Ich kenne alle!)

    Die Ambition hinter diesem Blog ist entweder blanker Neid oder die Verbitterung das Lagerfeld und Co euer ach so grosses Talent nicht erkannt hat. Liebe Michaela, vielleicht kannst Du ja einen richtigen Mode-Job bei Oesterreichs Madonna annehmen, die brauchen noch einige selbstdeklarierte Wichtigmacher!

  6. Michaela Says:

    über “selbstdeklarierte Wichtigmacher” lästern, aber unter “Arbiter Elegantiarum” posten?

    ansonsten: was gezaehlt wurde, steht genau im text.

    schoen, wenn jemand alle mediadaten kennt – hut ab!

    danke fuers vorbeischauen!

  7. max Says:

    @Arbiter: haha,lustig! mit deinem Kommentar zeigst du nur das Blogs NOCH mehr können als dumme Modemagazine: Emotionen anfachen und Diskussionen starten!

    Genau solche Meldungen machen das Bloggen ustig!

    PS: Schön für dich das du alle Daten der angeführten Magazine kennst, viel Spass damit!

Kommentar verfassen